Freising brennt nicht mehr: “Der Letzte macht das Licht aus!”

20. November 2009
Macht & Geld

Nach nur drei Tagen endet heute um 19 Uhr die Besetzung des Hörsaals 14 im Wissenschaftszentrums Weihenstephan (WZW). Die Studenten verlassen die Universität, um ab Montag in Kooperation mit der Unileitung weiterzuarbeiten. Freising brennt nicht mehr. Quod erat demonstrandum.

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Nach einem turbulenten Plenum am Donnerstag, dem zweiten Tag des Protests im WZW, beschlossen die Freisinger Studenten heute Mittag, die Besetzung am Abend zu beenden. Schon gestern sprachen sich offizielle Studentenvertreter in einer hitzigen Diskussion gegen eine Fortführung der Hörsaalbesetzung aus. Das Plenum beschloss aber mehrheitlich, bleiben zu wollen.

WZW-Dekan Gerhard Wenzel zeigte Verständnis für die inhaltlichen Forderungen des Positionspapiers, das gestern beschlossen wurde, und auch für die Form des Protests. Er sprach aber heute die Empfehlung aus, nicht über das Wochenende zu bleiben – auch wenn er kein Gebrauch von seinem Hausrecht machen würde. Außerdem bot er an, die Studenten würden am Montag einen neuen Raum zur Verfügung gestellt bekommen.

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Die Studenten stimmten diesem Vorschlag zu, wohl auch weil wegen der vielen Pendler, die Gefahr bestand, dass der Protest am Wochenende versanden würde. Ab Montag wird ihnen, so das Versprechen der WZW-Leitung, ein neuer Hörsaal zur Verfügung gestellt, der benutzt, aber nicht besetzt werden soll. Außerdem wird versucht, den Hörsaal 14, den größten des WZW, für zwei Plena täglich freizuhalten. Einer der Besetzer fasste die dreitägige Aktion zusammen: „Es war friedlich, aber nicht harmonisch – es gibt keine Einigkeit oder Einstimmigkeit unter den Studenten.“

Die Kooperation der Universität wurde von der Mehrheit der Studenten positiv aufgenommen. Die Haltung des Dekans ist Zeichen des bundesweiten Trends: Immer mehr Professoren, Politiker und Funktionäre stimmen in die Klage der Studenten über die Studiengebühren und die fehlgeschlagene „Bologna“-Reform ein – und schieben die Schuld jeweils weiter.

Dass die Freisinger Aktion früher endet als die Besetzung des LMU-Audimax war zu erwarten. Dass Freising schon nach drei Tagen nicht mehr brennt, ist doch eine Überraschung. Vielleicht kann aber ein friedliches und einvernehmliches Ende mit dem Plan, weiter zu arbeiten, für andere Besetzungen Vorbild sein. (Auch wenn aus der LMU andere Signale kommen: Eine Vorlesung, die eigentlich im Audimax stattfindet, wurde in die Große Aula verlegt – bis mindestens Weihnachten.)

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(Photos: Matthias Riedel)

PS: Heute findet um 18 Uhr das letzte Abendplenum statt.

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Hannes Kerber    Dieser Artikel wurde von Hannes Kerber geschrieben.
Hannes arbeitet als freier Journalist in München und mag besonders die BOB und die Regionalbahn 30607, die ihn samstags in die Berge bringen.
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  • 3 Kommentare

    Leider hat Hannes in beiden Artikeln zum Protest in Freising einen Punkt übersehen: Der Hörsaal wurde gemeinsam von Studierenden von TUM und FH Weihenstephan besetzt, beide Hochschule waren auf den ersten Blick bei den Plena in etwa gleichen Teilen vertreten.

    Von ein besetzer am 20. November 2009 um 18:16 Uhr.

    was die sache stark verändert, würde ich sagen…

    Von pete am 21. November 2009 um 12:24 Uhr.

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