Gestus des Experimentierens

26. November 2009
Feiern & Kultur, mucmusi

Angehört: L’egojazz – Ovatime

Cool klingt das, ausnehmend cool. Nicht auf die zubetonierte, überlegene Art und Weise cool, sondern auf eine offene, irgendwie weiche.

L’egojazz veröffentlichen dieser Tage auf dem Münchner Großartigkeitenlabel red can eine Single. Bass, Schlagwerk, Gitarre, Sampler, Gesang, Tasten, Synthies, Elektronischer Taktgenerator und Doppelgramophon kommen laut Selbstbeschreibung zum Einsatz. Mit diesem Instrumentarium erschafft die Münchner Band Popmusik auf der Höhe der Zeit – und in vielen kleinen, aber bedeutenden Abweichungen vom Üblichen aufregende Überraschungsmomente.

legojazz

Ovatime ist ein, in Teilen sogar hymnischer, Rave-Knaller, groß, geil, mit einer cheesy Synthieline überzuckert und von analoger Wärme durchzogen. Der zweite Song, Step Into It: Perkussion und  Sprechgesang, dazu ein großartig hüpfender Bass. Und beide Songs durchzieht ein fast renitenter rhythmischer Puls, ein zugleich schleppend und drängender, ein immer mitreißender Beat.

Die beiden Songs haben musikalisch eigentlich nicht viel gemein, doch etwas verbindet sie: Der Gestus des Experimentierens, des Improvisierens, des Freakouts ist in ihnen gleichermaßen zu spüren, der Gestus, der die exzessive Fluktuation von Ideen erst ermöglicht. Deshalb ist diese Musik auch so modern. Es ist das so heutige Glück,  nicht ja oder nein sagen zu müssen, sondern alles zugleich haben zu können.

Live wird die Musik mit Tanz und Visualkunst kombiniert.  Visuelle und musikalische Sequenzen ergänzen sich perfekt. Und dann scheint  möglich, was gute Popmusik für viele so unersetzlich macht: Die Auflösung des Subjekts im Fluss der Performance.

L’egojazz spielen heute, am 26.11. im Rahmen des Spielart-Festivals im Ampere (21 Uhr) ,  zusammen mit den ebenfalls großartigen Rhythm Police aus Augsburg.

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Sebastian Gierke    Dieser Artikel wurde von Sebastian Gierke geschrieben.
Journalist, frei, in München und im Netz.
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  • 4 Kommentare

    Ich fand des gestern sowas von nem gelungenen Auftritt. Ich konnte zwar nicht vor Ort sein, da Ihr das Konzert aber live gestreamt habt, war ich zumindest virtuel dabei. Danke dafür war echt nett sowas anzubieten.

    Von Tim am 27. November 2009 um 11:25 Uhr.

    Habs auch auf http://www.peoplezapping.com gesehen. Echt cool. Habt echt gut Stimmung gemacht. Würd mich freuen, wenn Ihr sowas öfter machen könnt.

    Von Heinz am 27. November 2009 um 12:09 Uhr.

    ja…. das Erfolgsduo. Beide Bands ergänzen sich hervorragend !

    Von Tobi am 27. November 2009 um 14:37 Uhr.

    [...] wenig netter und mit mit ein paar Kilometer mehr Tiefgang hat sich das MUCBOOK einst mit unserer Musik befasst. Bei besagtem Mucbook findet ihr auch alles was ihr zu “Puch goes to town” noch [...]

    Von L’egojazz » Blog Archiv » 30.01 Puch goes to town!!! am 26. Januar 2010 um 19:15 Uhr.

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