Hopenhagen-Blog: Folge 2

09. Dezember 2009
Macht & Geld

Der zweite Bericht aus Kopenhagen – heute aus dem Konferenzzentrum, das viel zu voll ist und sich über afrikanische Demonstranten wundert.

Hopenhagen_3

Inzwischen füllt sich das Bella Center, in dem die Klimakonferenz stattfindet. Es mehrt sich die Furcht, dass man in den nächsten Tagen nicht mehr reingelassen wird, weil deutlich mehr Teilnehmer angemeldet sind als im Konferenzzentrum erlaubt – “nur” 15.000. Auf den heutigen “Side Events” sitzt man meistens auf dem Boden zwischen geschäftig mittippenden Teilnehmern.

Langsam finden wir uns zwischen Ausstellungsständen, unzähligen parallel ablaufenden Vorträgen, Pressekonferenzen und Plenarsitzungen zurecht. Es scheint uns sinnvoll, morgens erstmal einen aktualisierten Zeitplan aller Veranstaltungen genau zu studieren und einen “Stundenplan” zu schreiben. Außerdem stellen NGOs Zusammenfassungen der Ergebnisse des letzten Tages zur Verfügung und erleichtern uns die Orientierung. In den greifen wir ökologisch anmutende Werbegeschenke oder gesponserte Häppchen ab und fragen uns, ob das im eigentlichen Sinne der Veranstaltung ist.

Vorgestern hat die Stadt Kopenhagen die Teilnehmer der Konferenz offiziell begrüßt, mit einleitenden Worten von Yan de Boer, dem Generalsekretär des UNFCCC. Dieser musste allerdings sehr unerwartet schnell der dänischen Band Nephew weichen, die ungeduldig von den Kopenhagenern erwartet wurde.

Gestern Abend dann doch noch ein Aufreger im Konferenzzentrum: Plötzlich ziehen Vertreter der afrikanischen civil society protestierend durch die Halle. Alle Medienleute stürzen sich mit Kameras und Fotos dankbar darauf. Zum ersten Mal in diesen zwei Tagen wird es laut bei der COP. Die Afrikaner sind offensichtlich überrascht von der Aufmerksamkeit, die sie bekommen, sie haben keine Mikros oder Megaphone, um ihre Message rüberzubringen. Heiser rufen sie „2 degree – suicide“ und kritisieren damit das Ziel, das von Industriestaaten als schwer erreichbar angesehen wird. Die Presse weiß nicht, wen sie eigentlich genau vor sich hat, und so geht dieser Protest unter, wie viele andere. Hier ist auf jeden Fall mehr los, als man berichten kann…

Janina & Katrin

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Christoph Leischwitz    Dieser Artikel wurde von Christoph Leischwitz geschrieben.
Freier Journalist und Autor in München. Meistens anzutreffen auf Münchens Fußballplätzen oder im Kilombo.
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