Die Mobilmachung der Werbung

27. Dezember 2009
Alltag & Leben, Gute Sache

Werbung ist, so sagt man, die Kunst, auf den Kopf zu zielen und die Brieftasche zu treffen. Im Münchner Norden trifft die Werbung die Bewohner an einer noch empfindlicheren Stelle: bei ihren Parkplätzen. Ein Foto-Streifzug.

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Amalienstraße (Maxvorstadt)

Wären Schwabing und die Maxvorstadt ein Café und nicht Stadtviertel, sie wären das “Vorstadtcafé” (Türkenstraße 83): zu teuer, zu laut, aber irgendwie findet man sich doch immer wieder dort. Was die aktuelle Entwicklung des Münchner Nordens bestimmt, ist das Verschwinden der schönen Bücher-Antiquariate, die grippeartige Ausbreitung von Modegeschäften – und der Umstand, dass jedes zweite Gefährt eigentlich Werbung ist. Einige stehen da schon seit Jahren. Einige sind ganz nett aufgehübscht. Einige sind Sperrmüll und vermutlich ohne Werbewirkung.

Münchens urbane Entwicklung soll sich, so ist die Idee der Stadt, eigentlich nach Süden bewegen. Das Zentrum schiebt sich deshalb auch seit ein paar Jahren zunehmend ins Hackenviertel – die deutlichsten Anzeichen hierfür sind die wiederaufgebaute Schrannenhalle und der umgestaltete Sankt-Jakobs-Platz. Der Hype ums Westend, wo die Luxussanierung begonnen hat, und um das Gärtnerplatzviertel, wo selbige abgeschlossen ist, zeigt ebenfalls in die richtige Richtung.

Aber dann gibt es aber immer wieder Enclaven im Norden. Das Café King etwa, das wohl bald wegen Überfüllung geschlossen wird. Das Horses, Cars & Stars, das dann aber doch niemand vermisst. Die P1 Bar. (Ist das dann jetzt eigentlich “New Schwabing”?) Und eben viele Fahrräder und Möchte-gerne-ein-Auto-sein-Gefährte mit Werbung, die sich nördlich des Odeonsplatzes stauen…

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Winzererstraße (Schwabing)

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Winzererstraße (Schwabing)

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Ludwigstraße (Maxvorstadt)

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Türkenstraße (Maxvorstadt)

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Amalienstraße (Maxvorstadt)

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Türkenstraße (Maxvorstadt)

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Nordendstraße (Schwabing)

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Türkenstraße (Maxvorstadt)

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Türkenstraße (Maxvorstadt)

Aus irgendeinem Grund fällt einem hier ein Banksy-Zitat ein: “Any advertisment in public space that gives you no choice whether you see it or not is yours. It belongs to you. It’s yours to take, re-arrange and re-use. Asking for permission is like asking to keep a rock someone just threw at your head.” Vielleicht sollte München sich auch einfach noch weiter nach Süden orientieren – an São Paulo.

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Carl Pollock    Dieser Artikel wurde von Carl Pollock geschrieben.
Carl lebt als freier Autor einen Steinwurf vom Englischen Garten entfernt. Zur Zeit liebt er das schöne Café Josefina im schönen Schwabing.
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  • 3 Kommentare

    …haha..stark!
    witzige serie..mit guten fotos wär sie echt noch interessanter!

    Von sewastl am 28. Dezember 2009 um 16:40 Uhr.

    genial – wegen sowas habe ich eure seite echt schon vermisst! schön, dass ihr wieder online seid!!!!!!!!

    Von Sarah am 28. Dezember 2009 um 21:41 Uhr.

    sehr schöne geschichte!

    Von Sebastian Gierke am 30. Dezember 2009 um 15:50 Uhr.

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