Julian will’s wissen

01. Februar 2010
Macht & Geld

Ein Professor mit großen Plänen: Julian Nida-Rümelin will Präsident der LMU werden. Und dann OB. jnr bild dpaII

Wir hatten recht: Nicht nur ist München ein Dorf, es gibt auch weitere Evidenz dafür, dass der Hobbypolitiker und LMU-Professor der nächste SPD-OB-Kandidat werden möchte.

Seine Strategie ist fast klassisch: Er macht eine Redereihe für die Basis der Münchner Sozialdemokraten, die so den ehemaligen Kulturstaatssekretär kennenlernen können. Natürlich nur zufällig („Ich mache die Tour durch die SPD-Ortsvereine nicht mit dem Ziel, irgendetwas zu werden“) und natürlich schon gar nicht mit Blick auf die nächste OB-Wahl („Bis 2014 ist noch lange hin“).

Selbstverständlich muss Nida-Rümelin für seine großen Pläne nicht nur die Partei gewinnen, sondern auch die Münchner Öffentlichkeit. Hierzu will er Bernd Huber im Amt des LMU-Präsidenten ersetzen. Der Merkur, das Nida-Rümelin-Gerüchte-Chefenthüller-Journal, schreibt dazu:

“Der Professor (…) will sogar Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität werden. Am 1. Juni wird er den amtierenden Präsidenten Bernd Huber herausfordern. „Ich habe mich beworben“, bestätigte Nida-Rümelin gegenüber unserer Zeitung. Der Professor ist ein Kritiker der durch die Reform von Bologna angestoßenen Verschulung der deutschen Universitäten. Der Posten des Präsidenten an der größten Münchner Hochschule wäre wohl eine gute Chance, in der Öffentlichkeit an Renommee zu gewinnen – was für einen Erfolg bei der OB-Wahl 2014 und den Einzug ins Rathaus unabdingbar wäre.”
Huber ist seit 2002 im Amt und hat sich bei den Studenten durch seine frühen verbalen Reaktion auf die Streik- und Besetzungsaktionen des letzten Herbstes (”Wir fürchten, dass der Protest ausfranst und sich radikalisiert”, sagte er der SZ) und besonders durch die Räumung des Audimax Ende Dezember nicht gerade beliebt gemacht. Nida-Rümelin hingegen zeigte früh Solidarität. Allerdings haben die Studenten bei der Wahl nicht viel zu sagen: Wählen wird ein sechzehnköpfiger Hochschulrat – darunter ist ein Student.
(Foto: nida-ruemelin.de)
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Carl Pollock    Dieser Artikel wurde von Carl Pollock geschrieben.
Carl lebt als freier Autor einen Steinwurf vom Englischen Garten entfernt. Zur Zeit liebt er das schöne Café Josefina im schönen Schwabing.
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  • 7 Kommentare

    Werd’, was Du willst.

    http://studiereninbayern.de/

    Von auch einer am 01. Februar 2010 um 21:49 Uhr.

    Der Präsident wird nicht vom erweiterten Senat gewählt (diesen gibt es seit zwei Jahren nicht mehr), sondern vom sechzehnköpfigen Hochschulrat. In dem sitzt immerhin ein studentischer Vertreter. Nicht gerade viel Macht für die Studierenden, aber auch eine einzige Stimme kann manchmal entscheidend sein…

    Von M am 01. Februar 2010 um 23:09 Uhr.

    danke für den hinweis. ist verbessert.

    Von webmaster am 02. Februar 2010 um 08:24 Uhr.

    hübsch is er ja scho, der bua.

    Von a gmade wiesn am 02. Februar 2010 um 17:49 Uhr.

    der huber war wirklich ein fast unsichtbarer präsident. während der proteste hat er sich quasi nicht gezeigt und war für studenten nicht zu erreichen. das angebot (in dem brief) war auch nicht das gelbe vom ei. aber ob das mit nida-rümelin besser wird… und dann ist der ja auch gleich wieder weg, wenn er wirklich ob wird…

    Von minimichi am 02. Februar 2010 um 18:53 Uhr.

    war bei dem im seminar. und weil der so selten da war, haben wir ihn immer “nie-da”-rümelin genannt… wenn er jetzt unipräsi wird, wird er gar-nie-da-rümelin sein…

    Von tobi p. am 03. Februar 2010 um 18:29 Uhr.

    Der Julian… das wär was!

    Von Tom am 06. Februar 2010 um 15:27 Uhr.

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