“Eine gute Pointe zu setzen ist eine Kunst.”

14. März 2010
Macht & Geld

EliasKreuzmair

Im Muffatcafé hört man heute im Rahmen der Reihe “Bands`n`Books” selbst komponierte Akustik und selbst verfasste Texte von Münchner Talenten in Schrift und Ton. Wir haben uns mit Autor Elias Kreuzmair unterhalten. Tom Lüneburger, seines Zeichens Musiker und Elias Kreuzmair, ein in der Münchner Szene gut bekannter Autor (und Absolvent des LMU-Kurses für kreatives Schreiben manuskriptum), der sich auch journalistisch gern auslebt (ZEITjUNG.de, taz, etc.) treten ab 21h auf Einladung von LAXmag und m94,5 auf die Bühne. mucbook.de hat den Nachwuchsschriftsteller im Vorfeld von Bands´n´Books für ein Interview getroffen.

mucbook: Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Elias Kreuzmair: Gewisse Probleme lassen sich nur so bearbeiten. Ein Text ist die Arbeit, die Grenzen seines Denkens ein Stück zu verschieben

Ein Problem wäre?

Das kann die Frage “Wie will man leben?” genauso sein, wie “Wie funktioniert eine Freundschaft?“.

Und wie willst Du leben?

So, dass meine Zeit möglichst wenig in Geld bemessen wird – und natürlich mit der Kunst.

Du schreibst ja nicht nur belletristisch, sondern arbeitest auch als Journalist. Kunst und Geld eben. Aber was ist der Unterschied für Dich, wenn es ums Schreiben geht?

Literarisches Schreiben ist im Idealfall eine kontinuierliche Arbeit, bei der der Gegenstand und die Idee den Ablauf vorgeben. Beim journalistischen Schreiben gibt es eine Deadline, einen vorgegebenen Stil und man bekommt Geld dafür. (Lacht)

Geld gibt es für literarisches Schreiben aber auch …

Aber beim Schreiben spielt das keine Rolle in Bezug auf Länge, Zeitplan etc. – im Idealfall, wie gesagt.

Der Idealfall – wie sieht Dein schriftstellerischer Alltag aus?

Schreibend verbringe ich vielleicht zwei Stunden in der Woche – wachsam für Einflüsse, die Texte voranbringen könnten, bin ich immer.

Also nichts dran am Klischeé des Autoren, der in langen Nächten und Tagen immer auf seinen Block kritzelt?

Mein kleines, schwarzes Notizbuch ist immer mit dabei – insofern ja schon. (Lacht) Aber es geht unglaublich langsam einen Text voranzutreiben. Ich brauche dafür viele Anregungen und beim Schreiben enorme Konzentration.

Und wie gleichst Du das aus?

Es geht vielmehr darum, sich die Zeit freizunehmen zum Schreiben. Das ist weniger Ausgleich als Arbeit.

Was für einen Autor zum Schreiben dazu gehört, ist Lesen. Diesen Sonntag im Muffatcafé. Was gehört für Dich zu einer guten Lesung?

Verständliches Lesen, abwechselungsreiche Texte – und ein aufmerksames Publikum.

Abwechslungsreiche Texte – wie wichtig ist Dir dabei der Überraschungseffekt?

Sehr. Eine gute Pointe zu setzen ist eine Kunst. Das darf nicht bemüht klingen.

Du wirst also nicht verraten, was Du heute Abend liest?

Nein. (Lacht)

Wo liegen denn Deine literarischen Vorbilder?

Von Rainald Goetzs Aufschreibewahn habe ich viel gelernt, Franz Kafkas Stil finde ich vor allem in Verbindung mit dem, was er erzählt, faszinierend.

Wie ziehst Du da die Verbindung?

Die Sprache durch unbedingtes Schreiben über die Grenzen ihrer selbst zu bringen, um daraus seinen Stil zu entwickeln.

Was erwartest Du von heute Abend und der Verbindung von Musik und Literatur?

Da ich selbst ein großer Musikfanatiker bin, erwarte ich mir einen wundervollen Abend, an dem sich meine Texte mit der Musik des großartigen Tom Lüneberger treffen und so gemeinsam vielleicht noch etwas Neues entsteht.

Hörst Du Musik beim Schreiben?

Eher vor dem Schreiben, wenn ich gewisse Stimmungen suche. Beim Schreiben lenkt es eher ab.

Eine letzte Frage – Dein Rat an angehende Autoren?

Keine Scheu vor Einflüssen von Außen auf eure Texte – seien es Songtexte, philosophische Essays oder Romane!

Wir danken Dir für das Gespräch und wünschen einen gelungenen Sonntagabend!

Bands´n´Books:

14. März 2010
Sonntag
Einlass: 20 Uhr
Beginn: 21 Uhr
Ort: Muffatcafé
Eintritt: 5,- Euro

(Die Veranstaltung auf Facebook)

PRÄSENTIERT VOM LAXMAG UND M94,5

Hier werden Rock-Bands einen Gang zurückschalten, ihr Repertoire unplugged vortragen und so eine einzigartige Atmosphäre schaffen. Da zu einem gemütlichen Abend auch ein gutes Buch gehört, wird zusätzlich jeweils ein Autor aus seinem Werk vortragen und das Publikum mit spannenden, unterhaltsamen und aufregenden Geschichten in seinen Bann ziehen.

ER spielt: Tom Lüneburger hat fast alle Höhen und Tiefen des Musikgeschäfts kennengelernt. Nach zehn bewegten Jahren als Frontmann der Berliner Indie-Rock-Band myballoon, mit mehreren veröffentlichten Alben, Tourneen durch Europa und die USA, geht Tom jetzt mit seinem ersten Soloalbum „Good Intentions“ wieder auf musikalische Weltreise. Bosse, Silbermond und Bobby Long kennen und lieben ihn bereits, bei Bands´n´Books #2 stellt er sich jetzt auch dem Münchner Publikum vor.

ER liest: Elias Kreuzmair ist in der Münchner Autorenwelt bereits als Nachwuchsschriftsteller bekannt. Er hat die kreative Spielwiesen von ZEITjung, der taz und vielen mehr genutzt, um Worte zu Bildern zu machen – und so schreibt er inzwischen nicht nur verdammt gut, sondern trägt seine Geschichten auch gerne vor.

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Markus Michalek    Dieser Artikel wurde von Markus Michalek geschrieben.
Markus Michalek erlebt als Autor Münchner Tage und Nächte aus vollstem Herzen. Er bloggte einige Jahre unter der Kunstfigur "Kapinski".
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