Hast du meine Alpen gesehen?

23. April 2010
Feiern & Kultur

Edelweiß und Kippa: Eine Ausstellung im Alpinen Museum beleuchtet die Bedeutung jüdischer Bergsteiger und Künstler, Tourismuspioniere und Intellektueller, Forscher und Sammler bei der Entdeckung und Erschließung der Alpen als Kultur- und Naturerbe.

Der orthodoxe Rabbiner Samson Raphael Hirsch äußerte einmal: “Wenn ich vor Gott stehen werde, wird der Ewige mich fragen: “Hast du meine Alpen gesehen ?”, und deshalb war es ausgemachtes Ziel von Hirsch sich dieses Wunderwerk Gottes noch zu Lebzeiten anzusehen.

Foto:Michael Melcer und Patricia Schon

Foto:Michael Melcer und Patricia Schon

Nachdem die gleichnamige Ausstellung bereits in Hohenems und Wien zu sehen war, wurde sie am Mittwoch mit Harfenmusik und jiddischen Liedern im Alpinen Museum eröffnet. Im ersten Moment wirkt sie schräg, die Verbindung von Edelweiß und Kippa, umso interessanter ist es, sich die jüdischen Bergsteiger und Tourismuspioniere einmal genauer anzusehen. Im krassen Gegensatz stehen hier auch koschere Berghotels arisierten Alpenvereinen gegenüber.

“Hast du meine Alpen gesehen?”  thematisiert die verschiedenen Facetten der großen Berge, die einen wollen sie bezwingen, andere suchen Ruhe und Idyll in den Bergen. Aber auch als Rückzugsort und Schutzraum werden sie thematisiert. Und wer die Ausstellung aufmerksam verfolgt, wird herausfinden, dass das Edelweiß genauso jüdisch wie die Kippa ist.

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Piritta Kleiner    Dieser Artikel wurde von Piritta Kleiner geschrieben.
Kulturwissenschaftlerin und München-Versteherin.
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