
“Nie wieder Love Parade”, behaupten die Veranstalter. Es gibt Leute, die würden nach der Katastrophe in Duisburg Massenveranstaltungen ganz generell mal überdenken. Das Internet kann zu viele Menschen in zu kurzer Zeit mobilisieren. Damit wird jedes Event zur unkalkulierbaren Gefahr. Vor allem wenn die Veranstalter das große Geld wittern. Eine Debatte:
Mathias Modica, Münchner Clubmacher, DJ und Gründer des Gomma-Labels, postete kurz nach der Tragödie auf Facebook:
“…sorry, aber jede Art von Massenmeeting ist ueberfluessig. Katholikendays. Nuernberger Parteidays. McFit Drugdays… Smells always like Menschenverarsche.”
ein Kommentar darauf lautete:
”...würde nicht direkt sagen JEDE Art ist überflüssig, aber dieser Kommerzmüll Loveparade war es schon immer, jedenfalls in dieser vollkommen irrsinnigen Dimension. Hoffentlich kommt jetzt keiner auf die Idee, es wieder als “politische Veranstaltung” zu deklarieren…”
Die Debatte ist eröffnet.
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Dieser Artikel wurde von Marco Eisenack geschrieben. Er schreibt, moderiert und bloggt den lieben langen Tag und des öfteren auch nachts in und über München. |
Von Sarah am 25. Juli 2010 um 17:24 Uhr.Also für mich waren die Events sowieso immer No-Go-Areas. Aber jetzt keine Genehmigungen mehr auszuschreiben wäre sicher auch nicht der richtige Weg. Sonst werden die Leute womöglich noch politisch. Den Kommentar mit der “politischen Demostration” der Loveparade fand ich in der Tat denkwürdig. Man sieht ja, dass sich die Leute und speziell die Deutschen schon immer Massenevents gewünscht haben. In Nürnberg war es halt nur etwas disziplinierter.
Von Kristof am 25. Juli 2010 um 18:24 Uhr.Dass die Duisburger Ereignisse eine Diskussion vom Zaume brechen ist so selbstverständlich wie die meisten Beiträge dazu überflüssig.
Wie zum Beispiel das Ziehen der Linie von Nürnberg nach Duisburg. Eine Parallele vielleicht, dass damals wie heute niemand dran teilgenommen haben will?
Vor ein paar Jahren, so kann ich mich erinnern, sind in Roskilde einige Menschen beim Pearl-Jam-Auftritt ums Leben gekommen. Wie die Diskussion damals abgelaufen ist: Ich kann mich nicht erinnern. Fest steht: Roskilde gibts noch.
Und ist es keine 4 Wochen her, da haben unzählige Menschen in Berlin und in ganz Deutschland mit ähnlich viel Platz pro Person im schwarzrotgoldenen Sommermärchenmeer gebadet, ohne dass jemand gestorben ist, so weit ich informiert bin. Ob obige Linie an dieser Stelle gezogen werden kann- das wäre zumindest prüfenswert.
Ich bin mir nicht so sicher, ob das Internet bei Veranstaltungen dieser Größenordnung, welche bereits eine Tradition haben und von langer Hand geplant sind, einen Einfluss auf die größe der Menschenmasse ausübt. Das halte ich fast für am Thema vorbei auf einen grad hippen Diskurszug aufgesprungen.
Schon immer war “jedes Event” eine “unkalkulierbare Gefahr” und wird es auch immer bleiben müssen. Spätestens 2012 (vollkommen egal ob es die Loveparade da noch gibt oder nicht) werden jedoch, Kommerz im Patriotenpelz, neue Besucherrekorde aufgestellt werden.
Von Ralf Walter am 26. Juli 2010 um 09:10 Uhr.Es wird kein Ende der Massenevents geben. Der Schock von Duisburg wird sich, wie immer, im Laufe der Zeit legen. Die Vergleiche von Nürnberger Parteitagen mit solchen Veranstaltungen sind total überzogen und wenig hilfreich….Was einen auf… die Palme bringt, sind die hemmungslosen kommerziellen Interessen der Veranstalter solcher Events und die publicitygeilen Lokalpolitiker (hier Kulturhauptstadt Ruhr 2010), die beide locker über die “Bedenkenträger” hinwegsehen und heute in der PK auf deprimierende Art und Weise ihre Inkompetenz demonstriert haben…
Von marco am 26. Juli 2010 um 09:12 Uhr.das mit der PubliCITY ist ja eigentlich ein schönes Wortspiel, wenn es nicht so traurig wäre ….