
Gestern startete das australische Erfolgsduo Angus and Julia Stone ihren zweiten Versuch, den Münchnern ein bisschen Surferstimmung einzuhauchen. Und das im November. Die Münchner versuchten folglich lieber gleich die Musik auf dem Mobiltelefon für bessere Momente aufzunehmen als mitzusingen.
Trotzdem war die Vorfreude groß und nicht jeder konnte eines der begehrten Tickets für den Gig im Backstage ergattern. Leider ging zumindest die Vorband MODDI den schmalen Grad zwischen Einschläferung und Atmosphäre eher schwankend. Lange Akkordeonakkorde und müder Gesang machten dem Haupt-Act den Einstieg schwer.
Die Australier waren bemüht, die Münchner mitzureißen. Größtenteils vergeblich. So war das Publikum eher beschäftigt, ihre Lieblingsnummern auf ihrem iPhone 4 festzuhalten, statt selbige mitzusingen.
Dem Duo ist hierbei kein Vorwurf zu machen. Mit einer lässigen Coverversion von „You´re the one that I want“ und ihrem Hit “Big Jet Plane” erfüllen sie ihre Pflichten als Interpret, mit netten Geschichten stellen sie Publikumskontakt her.
Von der Optik her erinnert Julia ein bisschen an Arwen, die Frodo auf seiner Reise nach Mordor hilft und Angus an einen Bergsteiger, der sich mitten im Training für die Besteigung seines letzten 8000ers befindet. Zusammen mit den DDR-Lampenschirmen als Bühnendeko ergibt dies alles ein eher skurriles Bild.

Rein musikalisch gesehen fällt vorallem eines auf: Die Ausgewogenheit des Duos. So profilieren sich beide nicht nur als Songwriter, sondern auch als hervorragende Frontfiguren. Ihre Stimmen überzeugen allerdings im Duett genauso gut wie Solo.
Auch der Griff zur Trompete und Mundharmonika sitzt, wenn auch erstere angeblich nie wirklich geübt wurde. Als junger Zuhörer stellt man sich so – oder zumindest so ähnlich – alte Zeiten vor, als das Publikum noch zu Räucherstäbchen griff. Dennoch will der Funke nicht so recht auf das Publikum überspringen.
Schade eigentlich.

Sicher ist allerdings, dass das Duo mit dem Songtext „Gonna take you for a ride on a big jet plane“ das ein oder andere Mädchenherz verwirrt haben dürfte oder eine gewisse Sehnsucht an nach dem Strand von Sydney erweckt hat.
Fotos: © Chris Werlin
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Dieser Artikel wurde von Alexander Maria Dhom geschrieben. Alexander Maria Dhom ärgert sich über den schlechten Ruf bodenständiger Volksmusik, mag Musiker von denen es hauptsächlich Schwarz-Weiß-Fotos gibt und verteidigt seinen weiblichen Vorname. |
Von blia-s am 15. November 2010 um 15:58 Uhr.war dort und finde der artikel geht ganz und gar am abend vorbei-wer surferstimmung sucht soll zu jack johnson gehen und mitquietschen.
Von Alex am 15. November 2010 um 16:53 Uhr.Surferstimmung ist mehr als nur das JJ-typische Gitarrengeschrummel und Songtexte über Bananen-Pfannkuchen.
Und infolgedessen hat die Musik von Angus and Julia Stone für mich persönlich schon etwas Surfermäßiges, wenn auch nicht so extrem wie bei jack Johnson.
Von Francis am 16. November 2010 um 00:25 Uhr.Ich wusste es… Bingozahlen!
Von tomic am 18. November 2010 um 17:38 Uhr.alexander, ich war froh darüber, dass bei den lieder kaum mitgesungen wurde. die ruhige atmosphäre hat perfekt zu der verträumten musik von angus & julia gepasst. nur eine bestuhlte location hätte ich mir vielleicht noch gewünscht. das war kein konzert für das backstage.