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Protest in Street-Art

Fabian Bross

Fabian Bross

Fabian Bross studierte Sprachwissenschaft an der LMU. Er ist Mitbegründer der Literaturzeitschrift „Das Prinzip der sparsamsten Erklärung“. Er bloggt auf tausend Blogs über tausend Dinge. Unter anderem bei Fakt ist: Fuck this.

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Fabian Bross

Passend zu der Veranstaltung “Protest in München seit 1945” und der in der dazugehörigen Streetart-Ausstellung in der U-Bahnstation Odeonsplatz habe ich in meinem Archiv nachgesehen, was bei mir zum Thema rumliegt und ein paar Vertreter gebloggt. An dieser Stelle möchte ich euch — wenn auch nur exemplarisch — nicht vorenthalten, was Münchens Straßen in Sachen Protest zu bieten haben:

mickey_mouse_bomb

Die erste Arbeit wurde mittlerweile entfernt. Sie befand sich an einer Penny-Filiale in der Leonrodstr. Die Mickey Maus, die im Körper eines Soldaten eine Ladung Dynamit zu schmeißen im Begriff ist, gehört thematisch eindeutig in die Konsumkritik.

all cops are bastars -- all cops are bärtig

„ALL COPS ARE BÄRTIG“ sagt uns dieser aufwändig gestaltete Aufkleber und stellt damit eine der häufigen Abwandlungen der aus der linken Szene stammenden Abkürzung A.C.A.B. dar. Sie steht für die englische Parole „all cops are bastards“ und taucht nicht nur in München, sondern in vielen Ländern in zahlreichen Szenen auf. Gefunden an einer Notrufsäule in der U-Bahnstation Münchener Freiheit.

mieten runter

Dieses winizige Exemplar aus dem Glockenbachviertel ist ein Vertreter einer wachsenden Anzahl von Aufklebern, die sich gegen Gentrifizierung  (siehe dazu auch den Artikel „KünsterInnen gegen Gentrifizierung„) und soziale Segregation richten.

stop control

Weit verbreitet ist in München eine überwachungskritische Bewegung, die ihrem Ärger Luft auf der Straße macht. Dazu zählen insbesondere Werke mit Sprühschablonen (sogenannte Stencils oder Pochoirs) und Aufkleber. Manchmal werden Stadtmöbel oder Wände aber auch einfach mit Edding bemalt. So wie hier im Schlachthofviertel geschehen.

die rebellion frisst ihre kinder

„Die Rebellion frisst ihre Kinder“ sagt uns dieser Character am ehemaligen X-Cess und spielt damit auf die letzten Worte des französischen Revolutionäres Pierre Vergniaud an, die später von Georg Büchner in Dantons Tod mit „Die Revolution ist wie Saturn, sie frißt ihre eigenen Kinder“ widergegeben wurden. Das Werk dürfte dem Street-Art-Künstler „Kürls“ zuzuordnen sein.

Mehr Street-Art aus München findet ihr wie immer auf derabstand.de.

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