Kurz verlinkt, Leben

Offener Brief der Bettelmafia

Mario Lehlbach

Mario Lehlbach

Studiert irgendwas mit Kultur, strebt eine große Karriere als Taxifahrer an und lebt in Untergiesing.
Mario Lehlbach

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Ob Kleingeld oder dicke Scheine – Geld bewegt die Welt. Das ist auch in München nicht anders. Es geht um Geld, das man in der modernen Leistungsgesellschaft durch harte, ehrliche Arbeit verdienen und erwerben sollte. Doch nun ist uns über dubiose Wege eine besorgniserregende Entwicklung zu Ohren gekommen. Die sogenannte „Bettelmafia“ meldet sich in München zu Wort und will einiges klar- und richtigstellen:

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Pressemitteilung vom 03.12.2012

Bettelmafia
Sektion Deutschland
Pressestelle

Betreff: Betteln muss sich wieder lohnen! – Bettelmafia zur aktuellen Medienberichterstattung und zum Statement von Christian Ude

Wir zeigen uns verwundert über die Aussagen von Oberbürgermeister Christian Ude und der lokalen Medienberichterstattung (TZ vom 11.10.2012: „Jetzt betteln sie schon im Lokal“, Münchner Merkur / tz vom 28.11.2012: „Dubiose Bettler-Werbung mit Promis“) und distanzieren uns aufs Schärfste. Unsere Münchner Bettler und Bettlerinnen werden hier diskrediert und in ihrer Arbeit behindert. Nach vermehrter Berichterstattung der Lokalmedien haben wir uns entschlossen, eine Image-Kampagne in die Wege zu leiten. Mit dieser wollen wir zum sozialen Frieden in der Münchner Stadtgesellschaft beitragen.

Besonders das diskriminierende Vorgehen der Münchner Polizei in Form von Kontrollen, Platzverweisen und Bußgeldbescheiden lehnen wir ab: Eine solche Handhabe kriminalisiert sytematisch unsere Münchner Bettler und Bettlerinnen. Besonders die Kleingeldlieferungen aus München kamen in letzter Zeit so verzögert an, dass wichtige Reparaturen an unserem Fuhrpark der osteuropäischen Zentrale nicht durchgeführt werden konnten.
Boris Borisov, Pate der Bettelmafia: „Mein Ferrari steht schon über einen Monat in der Garage!“

Besonders nach dem diffamierenden Bericht in der TZ vom 11.10.2012 („Jetzt betteln sie schon im Lokal“) wurden die erbettelten westeuropäischen Pommes und Hähnchenschenkel mit Verzögerung in Osteuropa angeliefert. In der Weiterverarbeitung der Essensreste, einer unserer zentralen Geschäftsbereiche, mussten wir deshalb erhebliche Ausfälle hinnehmen. Dieser Zustand ist nicht länger haltbar.
Boris Borisov, Pate der Bettelmafia: „Seit einer Woche habe ich schon keine Chicken-Wings aus München mehr auf dem Teller gehabt!“

Wir distanzieren uns von der Berichterstattung (zum Beispiel in Münchner Merkur / tz vom 28.11.2012, „Dubiose Bettler-Werbung mit Promis“), die unsere Bettler und Bettlerinen aufgrund ihrer fehlenden Sprachkenntnisse zu Bettlern zweiter Klasse degradiert.
Trotzdem sind wir bestrebt, die Kommunikation zwischen Gebern und Bettlern zu optimieren. Wir haben unsere Indoktrinationsinstruktoren bereits angewiesen, Sprachschulungen zu konzipieren.
Boris Borisov, Pate der Bettelmafia: „Betteln darf nicht aufgrund von fehlenden Sprachkenntnissen scheitern!“

Als Bettelmafia sind wir stets bestrebt, die Abläufe an unserem Münchner Standort zu optimieren.
Denn wir sind fest davon überzeugt: München ist nicht nur eine Weltstadt mit großem Herz, sondern auch mit dem nötigen Kleingeld!

Mit freundlichen Grüßen,

Ihre Bettelmafia

Ãœber die Bettelmafia

Die Bettelmafia versteht sich als transnationale Interessensvertretung bettelnder Kleinunternehmerinnen und -unternehmer.
Seit Jahrzehnten vermitteln wir zwischen Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und unseren Mitgliedern.
Wir sind überzeugt davon, dass es sich beim Betteln um eine Win-Win-Situation handeln kann, die zur Profitmaximierung aller involvierten Stakeholder beiträgt.
In diesem Zusammenhang arbeitet die Bettelmafia nach dem Modell der Public-Private Partnerships eng mit öffentlichen und privaten Akteuren zusammen.
Ein jüngst international anerkanntes Best Practice Beispiel stellt das in Zusammenarbeit mit der International Organisation for Migration (IOM) und der International Labour Organisation (ILO) entwickelte Konzept des nachhaltigen ‚Development through Begging‘ dar.

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