MIND THE GAP! – Die neue Lust an der Achtsamkeit für den Moment

09. August 2013
Kunst

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MIND THE GAP! ist die neue Ausstellung des Open Creative Space in der Barer Straße 69 am 13. August. Als Thema haben sich die beiden Macherinnen Sandra Marsch und Marie-Thérèse Kramer die fortschreitenden Medialisierung unserer Gesellschaft und den damit einhergehenden drohenden Verlust des kollektiven Gedächtnisses vorgenommen. Mit ihrer Ausstellung wollen sie eine neue Lust an der Achtsamkeit für den Moment wecken.

Achten Sie auf die Lücke!

Welches Fest war das doch gleich wieder? Und wer ist der Typ da rechts neben mir im Bild? Urlaube, Partys, Konzerte, Familien-feste oder Essen mit Freunden: Keine Zeit, etwas genauer zu betrachten oder einen Augenblick auszukosten. Denn bevor es dazu kommt, haben wir den Augenblick schon zur Geschichte gemacht – mittels Smartphone oder Digicam. Technische Medien bannen den Moment, konservieren ihn und halten ihn als Erinnerung auf der Speicherkarte für einen späteren Abruf bereit. Falls dieser Abruf überhaupt je erfolgt. Und überhaupt. Es geht heute alles sehr schnell.  Wer hat schon noch die Zeit in einer Enzyklopädie die Geschichte des Landes zu studieren, in dem wir diesen Sommer Urlaub machen? Der schnelle Faktencheck bei Wikipedia tut’s doch auch.

Spannend und beunruhigend zugleich

Das Spannende und gleichermaßen Beunruhigende an dieser fortschreitenden Medialisierung unserer Gesellschaft und Immaterialisierung von Daten ist das Verhältnis zwischen Wahrnehmung und Erinnerung. Was bedeutet es für das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft, wenn sie ihre Erinnerungen auf Speicherchips auslagert? Mit drei unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen zeigt MIND THE GAP!, wie Erinnerungen gespeichert werden, wie Erinnerungen entstehen und wie man sie in der Gegenwart einzuordnen vermag. Die Ausstellung macht darüber hinaus jene (Erinnerungs-)Lücke sichtbar, die entsteht, wenn wir das bewusste Erleben und Verarbeiten von Augenblicken gegen ihre sofortige Speicherung eintauschen. Das Ziel: MIND THE GAP! soll eine neue Lust an der Achtsamkeit für den Moment wecken.

Erinnerungskult in Japan

Während der Konzeptphase der Ausstellung MIND THE GAP! war noch offen, welche Künstler für ein gemeinsames Projekt in Frage kommen würden. Bei der Recherche hat sich allerdings sehr schnell gezeigt, dass sich immer noch viele zeitgenössische japanische Künstler mit Themen wie Erinnerung, Vergänglichkeit und kollektives Gedächtnis auseinandersetzen.  Mit Akira Otsubo, Kaori Nakajima und Mirei Takeuchi haben die Ausstellungsmacherinnen drei Künstlerinnen gefunden, deren kreatives Schaffen nicht nur unglaublich spannend, sondern auch sehr vielschichtig ist.

Die Ausstellung umfasst Werke der zeitgenössische bildende Kunst, Fotografie und Schmuck.

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Sandra Marsch    Dieser Artikel wurde von geschrieben.
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