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Schwarzweiße Durchgangsorte – Ecco Meineke Ausstellung im Cafe Kosmos

Ronja Lotz

Ronja Lotz

Aus der Mucbook Chefetage gibt es Kunst und Kultur - aber das verständlich!
Ronja Lotz

Wer in diesen Tagen im Cafe Kosmos war, hat sie dort hängen sehen, die Schwarzweiß-Fotografien von Bahnhöfen, Zügen und Reisenden. Ecco Meinecke hat die Motive über Jahre hinweg fotografiert. Eigentlich kennt man den umtriebigen Münchner allerdings als Kabarettist und Musiker, der gerne die Grenzen der Kunst zerfließen lässt.

Du bist als Sänger und Kabarettist u.a. für die Lach- und Schießgesellschaft fester Bestandteil der Kleinkunst-Szene in München. Seit wann fotografierst du auch?

Ich habe als 14-Jähriger damit angefangen, mit der Kamera meines Vaters.
Letztes Jahr stellte ich eine Fotoserie aus dieser Zeit – „11Bilder“ in der Galerie 38k in München aus. Impressionen aus einer Abriss-Siedlung. Optisch und akustisch korrespondierend mit Literatur und Lyrik. Danach entdeckte ich die Bühne und habe erst vor 10 Jahren wieder losgelegt.

Gibt es demnächst Projekte, bei denen du die Grenzen zwischen Kunstgattungen erneut verschwimmen lässt?

Zuletzt habe ich vor drei Jahren ein aufwendiges Projekt im „einstein“ organisiert. Für elf Skulpturen von elf unterschiedlichen Bildhauer*innen hatte ich Jazzkompositionen geschrieben. Vier Tage lang zeigte ich sie tagsüber in einer Ausstellung und spielte abends das Live-Konzert mit Videoprojektionen dazu. Jetzt arbeite ich an einem Jazzalbum, auf dem ich Fotos eines professionellen Foto-Models aus Weissrussland vertone. Sie hat mich inspiriert, nachdem ich sie beim Jazzfestival in Prag kennenlernte.

Wo liegt momentan dein Fokus? Musik, Kunst oder Kabarett?

Das werd ich oft gefragt. Ich schnuppere jeden morgen in den Tag hinein und lass mich überraschen. Nachdem ich aber im Januar erst mein neues Kabarettprogramm vorgestellt habe, kümmere ich mich die nächsten Wochen verstärkt um die Soulsachen (demnächst mit San2, Adriano Prestel, Florian Keller und DJ Drjee in der Nachtkantine) und gehe für ein Chanson-Album ins Studio.

Wo in München wohnst du und was gefällt dir dort am besten?

Ich wohne im Viertel rund um den Roeckelplatz und habe dort auch demnächst eine eigene Galerie. Das Viertel ist sehr klein und intim, man kennt sich und es sind nur fünf Minuten zur Isar, zur Großmarkthalle und zum Bahnwärter Thiel. Was will man mehr? Gut, die Gentrifizierung ist ätzend. Man muss sich dagegenstemmen.

Warum ausgerechnet das Cafe Kosmos?

Ich bin relativ oft dort. Vor Jahren habe ich dort mit der Band „Anthony´s Garden“, bei der ich Banjo spiele, einen Musik-Clip aufgenommen. Ich kenne einen der Barkeeper und mag den nächtlichen multikulturellen Mix aus Münchner*innen und Rucksacktouristen, die Nähe zum Hauptbahnhof tut ein übriges dazu. Nicht zuletzt deswegen hatte ich dem Kosmos einen Teil meiner „Travellers“-Serie angeboten, weil auch ich als Auftretender das Tourleben und damit verbunden Bahnhöfe und ihre Menschen sehr gut kenne.


Alle Bilder: Ecco Meineke

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