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„Das Provisorium“ steht vor dem Aus – nur ein Wunder kann die Bar noch retten

Julius Zimmer

Julius Zimmer

Mich fasziniert das Absurde im Alltag. Das ist einer der Gründe, warum ich mich in meiner Wahlheimat München so wohl fühle: Hier erwachen Widersprüche zum Leben. "Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Herz auszufüllen. Wir müssen uns den Münchner als einen glücklichen Menschen vorstellen."
Julius Zimmer

Ein Beben geht durch die Stadt. Ein kultureller Erdrutsch möchte man meinen, betrachtet man die hohe Zahl an neu geplanten Etablissements in allen Teilen der Stadt.

Immer mehr leer stehende Gebäude wurden zu kulturellen Zwecken umgebaut: Der „Blitz“-Club im Deutschen Museum, das „Museum of Contemporary and Urban Art“ in einem ehemaligen Heizkraftwerk oder das „Container-Collective“ am Ostbahnhof – München kommt aus dem Arsch.

Die teuerste Stadt Deutschlands

Doch das bedeutet natürlich nicht, dass Probleme wie Gentrifizierung und horrende Mieten der Vergangenheit angehören – im Gegenteil. München bleibt mit 12,98 Euro pro Quadratmeter die teuerste Stadt Deutschlands – zumindest was Mietwohnungen betrifft.

Und auch Zwischennutzungsprojekte haben ihre schlechte Seiten, denn irgendwann muss man sich von den oft lieb gewonnen Bars und Clubs auch wieder verabschieden.

Dass hat nun auch die stadtbekannte Kunstbar „Das Provisorium“ in der Nähe des Goetheplatzes schmerzlich erfahren. Am Dienstag erreichte uns folgender Facebook-Beitrag:

Mehr als 200 Menschen haben teils mit Trauer, teils mit Wut auf das Statement reagiert. „Das Provisorium“ war seit 2011 ein beliebter Anlaufpunkt für Leute aus allen sozialen Schichten und Altersklassen gewesen.

Jeder durfte sein eigenes Essen mitnehmen und wöchentlich erfreuten sich zahlreiche Gäste an Kunst-Ausstellungen und Lesungen. Sogar für Theatervorstellungen fand das Team um den Moskauer Gastronomen Wanja Belaga einen Platz.

„Das Provisorium“ steht vor dem Aus

Doch jetzt steht die Bar vor dem Aus – und das schon am 1. Mai. Es sieht nicht so aus, als ob noch irgendetwas das verhindern könnte.

„Die Räumlichkeiten gehören indirekt zum ‚Cocoon Hotel‘, das sich nebenan befindet“, erklärte ein Mitarbeiter des „Provisoriums“ dem MUCBOOK auf Nachfrage. „Der Vertrag wurde gekündigt, das Hotel will seine Räumlichkeiten scheinbar erweitern. Deswegen müssen wir leider weichen“.

Zur Zeit werde fieberhaft nach einer Alternativlocation gesucht, doch das gestalte sich in München natürlich als sehr schwierig. Man sei bereits mit der Stadt im Gespräch und wolle versuchen, die Bar an anderer Stelle zu erhalten.

Die Tage in der Lindwurmstraße 37 sind also gezählt. Doch mit etwas Glück findet das „Provisorium“ ein neues Zuhause. Wenn ihr Ideen und Vorschläge habt, die dabei helfen können, die Kunstbar an anderer Stelle zu erhalten, dann wendet euch direkt an das Team.

Mail: Dasprovisorium@googlemail.com.

Telefon: 015771469226

Beitragsbild: Das Provisorium, Facebook 

 

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