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Aktuell, Stadt

Auf den Spuren von Skulpturen – ein Streifzug durch die Innenstadt

Barbara Lersch

Barbara Lersch

Frei nach dem Motto "Es gibt nicht Gutes, außer: Man tut es." verbringe ich viel Zeit in und um München, mit Kultur, Natur und allem, was Spaß macht. Und wenn mich Dinge begeistern, dann möchte ich sie einfach gerne mit euch teilen!
Barbara Lersch

Wir starten in den Fünf Höfen. Auf den ersten Blick das wohl edelste Shopping-Center der Stadt. Neben Edelboutiquen gibt es hier einiges zu entdecken. So handelt es sich zum Beispiel bei den Pflanzen, die von der Decke hängen um ein Kunstwerk der Künstlerin, die sich selber nicht als solche bezeichnen würde, Tita Giese mit dem Namen Hängende Gärten“. Bewegt man sich in den östlich gelegenen Innenhof, steht man unter einer riesengroßen Stahlkugel, die von dem dänisch-isländischen Künstler Olafur Eliasson stammt. Das Kunstwerk trägt den Namen „Sphere“, besteht aus einem durchgehenden Stahlband und stellt für den Künstler ein Signal der Weltoffenheit und des Netzwerks dar.

Weiter durch die „Drückebergergassl“

Tritt man aus dem Innenhof wieder auf die Theatinerstrasse so lohnt sich ein Blick in die „Drückebergergassl“ die hinter der Feldherrenhalle einen Durchgang zur Residenzstrasse darstellt. Offiziell handelt es sich bei der Gasse um die „Viscardigasse“, aber die Münchner hielten an dem Namen fest, denn jeder, der sich bei der Überquerung des Odeonsplatzes vor einer Ehrenbezeugung in Form eines Hitlergrusses gegenüber den dort positionierten SS-Ehrenwachen drücken wollte, wählte den Weg durch diese Gasse. In der Gasse bilden einige Pflastersteine eine Bronzespur. Der Künstler Bruno Wank schuf das Kunstwerk mit dem Namen „Argumente“ im Jahr 1995. Das Kunstwerk war zunächst nur temporär geplant, wurde dann aber von der Stadt gekauft und fester Bestandteil einer jeden Stadtführung.

 

Löwenschnauzen streicheln

Am Ende der Gasse kreuzt die Residenzstrasse, die für jeden abergläubischen Münchner eine Pilgerstätte ist, denn seit dem frühen 17. Jahrhundert bewachen vier Löwen aus Bronze den westlichen Eingang zur Residenz. Das Streicheln ihrer Schnauze bringt Glück! Warum das so ist? Ein Student liess sich dabei erwischen, wie er ein Schmähgedicht über eine Tänzerin und die Geliebte von Ludwig I. an das Tor heftete. Aber Ludwig bestrafte ihn nicht, sondern, imponiert durch den Mut des Täters, belohnte er ihn mit dem Kopfgeld, welches er auf ihn angesetzt hatte. Der Student hatte nach diesem Ereignis, zurück auf der Strasse so weiche Knie und konnte sein Glück kaum fassen, dass er sich an der Schnauze des Löwens festhielt. Seit dem glaubt man an das Glück der Schnauzen. Zudem steht jeder Löwe für eine der vier Tugenden: Klugheit, Stärke, Gerechtigkeit und Mäßigkeit. Deshalb sollte man auch immer alle vier Schnauzen berühren!

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Geflügelte LED-Skulptur

Wir überqueren den Odeonsplatz, biegen links in die Briennerstrasse ab, laufen über den Wittelsbacher Platz in Richtung der neu gebauten Hightech-Siemens-Konzernzentrale. Hier lohnt sich ein Blick in den Eingangsbereich, wo eine Skulptur des Star-Architekten Daniel Libeskind steht. Die Skulptur „The Wings“ ist mit LEDs versehen und kann so auch Lichteffekte und Botschaften senden. Libeskind versteht die Skulptur als ein Symbol für Innovationskraft und Digitalisierung. Die Auftragsarbeit ist vierteilig, drei weitere Skulpturen sind auf andere Siemens-Niederlassungen deutschlandweit verteilt.

 

Außen und Innen vor dem Ägyptischen Museum

Weiter geht unserer Spaziergang durch die Unterführung unter dem Oskar-von-Miller-Ring hindurch, im Anschluss halten wir uns links. Wir laufen die Gabelsbergerstrasse entlang. Vor dem Ägyptischen Museum steht ein große Figur, die sich vorne über beugt. Die Skulptur heißt „Present Continuous“ und stammt von dem holländischen Künstler Henk Visch. Die Blickachse der Figur wird durch eine rote Linie versinnbildlicht und verbindet die Außenwelt mit dem Inneren des Museums – und anders rum. Wer aufmerksam durch das sehenswerte Innere der Sammlung läuft, wird überrascht sein, über diesen schönen Effekt.

 

Pferd an der Leine

Quer gegenüber an der Westseite der Alten Pinakothek finden wir die Skulptur eines Mannes, der ein Pferd an der Leine führt. Das Werk heißt „Rosselenker“, der Künstler ist Hermann Hahn. Das Pferd gehört zum Skulpturenpark der Pinakothek. Interessant wird das Kunstwerk aber durch ein kleines Detail: Das Pferd ist mit Einschusslöchern aus dem zweiten Weltkrieg übersät. Auch an der Ecke Schelling-/ Ludwigstrasse befinden sich weitere Einschusslöcher. Beate Passow und Andreas von Weizsäcker haben mit ihrem Projekt „Wunden der Erinnerung“ in vielen europäischen Städten Zeugnisse aus dem Zweiten Weltkrieg sichtbar gemacht und gekennzeichnet.

 

„Large Red Sphere“

Und wer immer noch nicht genug hat, der sollte sich das Häuschen südlich des Museum Brandhorsts genauer anschauen, das so genannte Türkentor. Darin verbirgt sich nämlich die Skulptur „Large Red Sphere“ des amerikanischen Künstlers Walter De Maria. Es handelt sich dabei um eine 5 Tonnen schwere, rot-glänzende Granitkugel mit fast drei Metern Durchmesser. Der Besuch lohnt sich, hier geht’s zu den Öffnungszeiten, der Eintritt ist kostenlos.

 


Beitragsbild: © Barbara Lersch

1Comment
  • Robert
    Posted at 08:46h, 20 April

    Vielen Dank für die Sammlung, da sind ein paar sehr schöne Objekte dabei! Bekomme gerade Lust auf einen Stadtspaziergang… Ergänzen würde ich noch: „Umschreibung“ von Olafur Eliasson, eine Treppe in Form einer Doppelhelix, zu finden in der Ganghoferstraße. Mehr darüber hier: http://maennig.de/treppen

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