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Mucbook präsentiert: Matthew Matilda – bluesige Perlen in Zeitlupe

Jan Krattiger

Jan Krattiger

Irgendwas mit Medien, Videokameras und Gitarren. Gitarren sind immer gut.
Jan Krattiger

Sie sorgen seit zwei Jahren für Aufsehen in der Münchner Musikszene: Matthew Matilda. Mit ihrem einzigartigen Mix aus dreckigen Bluesgitarren, whiskygetränkter Stimme und Cello haben sie ihren ganz eigenen Groove gefunden. Am kommenden Freitag, 28.4. feiern sie die Veröffentlichung ihrer ersten EP im Milla.

Wir haben sie vorab im Proberaum getroffen für eine exklusive Kostprobe und ein kurzes Interview über Grunge, Leadbelly, magische Momente und die Münchner Musikszene:

 

Mucbook: Matthew und Matilda, warum denn ausgerechnet Blues?

Matthew: Naja, es ist einfach die beste Art von Musik…

Matilda: …und es fühlt sich einfach gut an, wenn wir zusammen spielen.

Matthew: Daheim in Manchester war ich mal in einem Auto, das war das Muscle-Car vom Vater eines Freundes. Und ich habe ihn gefragt, wie schnell der denn von 0 auf 100 beschleunigen kann. Dann sagte er: „Komm, ich zeig’s dir“. Dann sind wir in eine kleine Straße gefahren, er hat angehalten und „Play“ gedrückt beim CD-Player. Und dann hat er beschleunigt und dazu lief der Song „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana. Von dem Tag an habe ich meine Haare wachsen lassen und habe mich für Musik interessiert, was mein Leben komplett verändert hat. Und das letzte Lied  auf dem Nirvana-Album, das ich am Tag darauf gekauft habe, war die Cover-Version von „Where Did You Sleep Last Night?“ von Leadbelly. So habe ich innerhalb von zwei Tagen Grunge und den Blues entdeckt. Ich weiss nicht, ob ich schwarze Vorfahren habe oder so, aber das hat mich einfach direkt angesprochen. Das ist die Musik, die mir am meisten Gänsehaut bereitet.

Wie habt ihr euch denn gefunden?

Matthew: Ich habe ein Konzert gespielt im Bunker in Sendling und sie war im Publikum. Danach kam sie zu mir und hat gesagt, sie höre diese Begleitmusik wenn ich spiele, wir müssen zusammen jammen. Und ich dachte mir, sie ist ein hübsches Mädchen und habe ihr einen Drink ausgegeben. Und dann haben wir angefangen, zusammen zu musizieren und haben am Battle of the Bands gespielt. Das war unser erstes Konzert und wir haben gewonnen.

Matilda: Wir haben uns ein- oder zweimal davor getroffen und das ganze Konzert über eigentlich nur gejammt. Wir gewannen den Titel Band des Jahres, aber waren eigentlich noch gar keine richtige Band. Es hat einfach Spaß gemacht, wenn wir zusammen gespielt haben.

Matthew: Es passt auch so gut, weil ich meine Gitarre auf C herunterstimme und das Cello ist auch auf C gestimmt. So schwingen beide Instrumente gemeinsam. Es hat einfach von Anfang an gepasst.

Es ist auffällig, wie ihr einander gegenübersitzt beim Spielen und euch die ganze Zeit anschaut. Warum macht ihr das?

Matilda: Ich muss ihn einfach immer sehen beim spielen. Wir haben mal ein Konzert in der Schweiz gespielt und es hatte nicht genug Platz auf der Bühne, damit wir uns gegenübersitzen können. Dann haben wir uns einfach vor die Bühne gesetzt. Das war super.

Matthew: Wir verändern die Songs oft während dem Spielen, deswegen müssen wir uns anschauen. Da passieren halt auch die magischen Momente. Du gehst ja nicht aufs Konzert, um eine CD-Aufnahme zu hören.

Merkt ihr dann überhaupt noch, wie das Publikum drauf ist und auf euch reagiert?

Matthew: Ich weiss genau, wenn ganz hinten eine Person am sprechen ist, auch wenn ich sie nicht hören kann, ich spüre das. Das ist schon ok, das ist halt so. Aber wenn wir diese Energie zusammen kreieren, ist das auch ansteckend. Und du spürst, wenn die Leute „hooked“ sind.

Matilda: Wir haben mal im Milla gespielt und es war halb voll an einem Sonntagabend. Die Leute waren aber mucksmäuschenstill und waren so präsent. Das spürt man einfach.

Matthew: Du weisst, wenn du ein gutes Konzert hattest, wenn du das spürst. Ich weiss nicht, was es ist. Es ist Magie. Darum mache ich das auch.

München hat euch als Stadt quasi von Anfang an sehr offen empfangen. Wie seht ihr die Münchner Szene?

Matilda: Es gibt viel Unterstützung, von überall. Diese Bandcontest-Sache hat uns sehr geholfen, dann hatten wir Unterstützung von einem Produzenten. Dann ist z.B. die Glockenbachwerkstatt eine tolle Venue für neue Bands. München ist ja ziemlich klein und alle kennen sich. Du gehst zu Konzerten von anderen Bands und umgekehrt, man jammt zusammen und unterstützt sich.

Matthew: Es ist überall das gleiche: Wenn du anfängst, das zu tun was du tun solltest, triffst du auch all die Leute die du treffen solltest. Auch der Ort hier wo wir proben, in einem versteckten Hinterhof – die gibt es überall, aber nicht an der Oberfläche.

Am kommenden Freitag könnt ihr euch selbst von den magischen Qualitäten von Matthew Matilda überzeugen – drüben auf Facebook gibt’s dafür auch Tickets zu gewinnen.


In aller Kürze:

Was? Matthew Matilda EP-Release / Support: Teer & Federn

Wo? Milla

Wann? Freitag, 28.4.

Wieviel? VVK 9 € (plus Gebühr), Abendkasse 12 €, Tickets hier


Beitragsbild: © Stef Zinsbacher

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