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Aktuell, Stadt

Ein gewagtes Projekt der Stadt könnte den Radverkehr in München bald revolutionieren

Julius Zimmer

Julius Zimmer

Mich fasziniert das Absurde im Alltag. Das ist einer der Gründe, warum ich mich in meiner Wahlheimat München so wohl fühle: Hier erwachen Widersprüche zum Leben. "Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Herz auszufüllen. Wir müssen uns den Münchner als einen glücklichen Menschen vorstellen."
Julius Zimmer

Es ist eine Geschichte, die beim näheren Hinsehen etwas peinlich wirkt: Seit vielen Jahren versucht München sich als “Radlhauptstadt” darzustellen. Dabei schneidet die Landeshauptstadt im direkten Vergleich mit anderen deutschen Großstädten wie Münster, Karlsruhe oder Bremen eher dürftig ab.

Dennoch: die Stadt ist seit jeher bemüht, das zu ändern und macht ab dem 19. Mai einen radikalen Versuch: Grüne Ampeln für Fahrradfahrer.

Im Klartext bedeutete das: Alle Ampeln auf der rund einen Kilometer langen Strecke zwischen Luisen- und Ludwigstraße werden so geschaltet, dass Radfahrer problemlos durchfahren können. Das berichtete die Münchner “Abendzeitung” am Donnerstag und Grün & Gloria im Januar.

Surfen auf der Grünen Welle

Das Pilotprojekt soll ein deutlich schnelleres Vorankommen auf Münchens Radwegen ermöglichen. Allerdings muss man schnell unterwegs sein, wenn man von der grünen Welle profitieren will. Denn die Grünphasen der Ampeln orientieren sich an der Geschwindigkeit der Radler.

Erst bei 20 Stundenkilometern ist der perfekte Ritt garantiert. Erreicht ein Radfahrer diese Geschwindigkeit, schaltet die Ampel auf Grün und lässt ihn passieren. Die Ampeln auf der Querstraße springen auf Rot, um den Fahrradfahrer gefahrlos passieren zu lassen.

Das Modellprojekt wird von der TU begleitet und auf seine Effizienz und Sicherheit geprüft. Es könnte zukunftsweisend für Münchens Nahverkehr sein. “Radl steht für Nachhaltigkeit, zukunftsfähige Mobilität und macht Spaß”, erklärte KVR-Chef Thomas Böhle der “AZ”.

München braucht Entlastung – und zwar dringend

Außerdem ist es der günstigste und klimafreundlichste Weg, um die verstopften Autostraßen und U-Bahnen zu entlasten. Immerhin sollen bereits 2030 1.8 Millionen Menschen in München wohnen. 

Die Folgen, die 200.000 neue Bewohner auf die öffentlichen Verkehrsmittel sowie den Autoverkehr haben, wären desaströs. Denn das würde bedeuten: Mehr Unfälle, mehr Verkehrstote, mehr Abgase und mehr Krach. Der Ausbau der rund 60 Fahrradstraßen in München ist also notwendiger denn je.


Beitragsbild: Connie Lu (CC 2.0)

 

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