Play me I'm yours Isarlust Street Pianos München Kunst öffentlicher Raum
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Kunst im öffentlichen Raum: Eine Stadt voller Pianos und ihr mittendrin

Lea Haufler

Lea Haufler

Hello hello, who is calling?
Mucbook hier, haste Stift und Papier?
Klare Sache, da ist die Lea doch dabei,
War doch immer schon Fan der Schreiberei!
Lea Haufler

Du schlenderst an einer riesigen Palme auf dem Odeonsplatz vorbei und erblickst in einem Schaufenster eine Mini-Stadt, für ganz ganz kleine Menschen. Auf deinem weiteren Weg an die Isar ertönt dann plötzlich Musik.

Ein kleines Kind sitzt mitten in München an einem Klavier, das aussieht wie ein Kaninchen und spielt wie der junge Mozart – Nein, das ist kein alberner Fiebertraum. Das alles könnte bald Realität werden.

Denn in diesem Jahr fördert die Stadt zahlreiche aufregende Projekte zum Thema Kunst im öffentlichen Raum.

In unseren dreiteiligen Serie möchten wir euch einige der Projekte vorstellen, die die Straßen und Plätze Münchens für alle Passanten bunter und spannender gestalten werden.

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Musik für alle

Das erste große Projekt, das München nicht nur optisch sondern auch klanglich bereichern wird, ist „Play me, I’m yours.

Das internationale Projekt nach der Idee des britischen Künstlers Luke Jerram stattet die Straßen und Plätze der Welt mit öffentlichen Klavieren aus. Auch in München werden dieses Jahr vom 31. August bis zum 17. September bunte Street Pianos für die Öffentlichkeit bereitgestellt.

Die urbanauten, Isarlust e.V und der Musikverein für Kinder und Jugendliche sind die Träger der Realisierung des Projekts in München. Und neben der Musik spielt das Design auch eine große Rolle.

Denn Klaviere bieten im Gegensatz zu anderen Instrumenten wie der Mundarmonika oder Blockflöte – abgesehen von der deutlich höheren Freude des Zuhörens – einen weiteren großen Vorteil: Eine große Fläche, die perfekt dafür geeignet ist, kreativen Ideen freien Lauf zu lassen. Studenten, Musiker, Architekten – jeder der Lust hatte, konnte einen Entwurf für sein spezielles Street Piano einreichen.

Von einem Klavier mit Armen und Rädern, bis hin zu einem Klavier, das wie eine Katze aussieht. Es war schon so einiges dabei.

Die Gewinner-Entwürfe des diesjährigen Projekts sind ebenfalls schon bekanntgegeben worden. Wir können uns freuen auf: ein Kaninchenklavier, ein Eisbach-inspiriertes Surferklavier oder ein Klavier nach einem Gamepad-Design.

Ingesamt 15 Klaviere sollen es sein, die hauptsächlich entlang der Isar aufgestellt werden. Eins wird’s auch am Flughafen geben – und alle werden den Passanten leise zuflüstern „Play me, I’m yours!“

Klavierspielen und etwas Gutes tun

Egal ob auf den Klavieren Mozarts Sonate Nr. 16 oder der Flohwalzer erklingt, das Projekt soll vor allem Begegnungen schaffen. Auf der Pressekonferenz zu „Play me, I’m yours“, betont die Klavierpädagogin Isabel Melendez Alba besonders den sozialen Faktor:

„Musik bringt zusammen! In diesem Fall schaffen wir mit den öffentlichen Klavieren ein Medium, um Menschen in Kontakt zu bringen.“

Im Alltag laufen wir oft einfach aneinander vorbei. Die öffentlichen Konzerte sollen die Menschen dazu bringen, stehenzubleiben, zuzuhören und sich gegenseitig auszutauschen. Man muss sich nur trauen, loszulegen.

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Der Verein „Musik mit Kindern“ möchte in Verbindung mit den Street Pianos ein weiteres Projekt starten.

Dabei sollen besonders junge Menschen die Möglichkeit bekommen, kostenlosen Klavierunterricht zu nehmen.

Besonders lobenswert: Fünf Kinder mit Migrationshintergrund können den Unterricht ein Jahr lang umsonst wahrnehmen, denn der bayrische Staat subventioniert das Projekt. Ohne diesen Zuschuss hätten sie wahrscheinlich nicht die Chance, privaten Klavierunterricht zu erleben.


Beitragsbild: Isarlust e.V

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