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Erfolg auf Bestellung: Münchner Food-Startups erobern neue Städte

Susann Westhoff

Susann Westhoff

Mit offenen Augen treiben lassen,
verlaufen, und mich in diese
Stadt verlieben - Das ist mein Leben
fernab der Heimat als
Neu-Münchnerin in MUC.
Susann Westhoff

Gerne liest man vom Glück, dass alles nach Plan läuft. Doch Geschichten, die unser Herz berühren, sind solche, die vom Scheitern und Weitermachen erzählen. Denn wer kennt nicht den Frust und das Gefühl, vor scheinbar unüberwindbaren Hürden zu stehen und nicht weiter zu wissen?

David Baumgartner, Gründer der Fresh-Food-Franchise-Kette „Dean & David“, hat seinen großen Traum weiter verfolgt, in der Münchner Gastronomie-Branche Fuß zu fassen, entgegen aller Schwierigkeiten. Und hat damit bewiesen, dass es sich lohnt, ausdauernd zu bleiben: Demnächst wird die 100. Filiale eröffnet. Heute zählt das Unternehmen Dean & David laut Angaben des Wirtschaftsmagazins „Impuls“ zu den Top 10 der besten Franchise-Unternehmen und hat längst über die Grenzen Deutschlands hinaus nach Luxemburg, Österreich, die Schweiz und sogar Katar expandiert.

München: Die Wiege deutscher Food-Startups

Weitere bekannte und in Deutschland immer erfolgreicher werdende Food-Startups haben ihre Ein-und Siegeszüge in die Erfolgskreise der deutschen Gastronomie-Branche in der bayrischen Metropole begonnen.
Der erste McDonalds Deutschlands eröffnete am 4. Dezember 1971 in der Martin-Luther-Straße in Obergiesing seine Türen und die Filiale am Stachus darf sich – nach Statistiken des Unternehmens – als die umsatzstärkste Filiale in ganz Deutschland rühmen. Wenn es aber um Burger geht, hat München auch seine eigene Version weit voran gebracht.

David, Hans und Julia – ein unschlagbares Münchner Trio

Die Burger-Kette „Hans im Glück“ aus München boomt und schaut nach der ersten Ladeneröffnung 2010 mittlerweile auf eine bemerkenswerte Zahl von 48 Filialen, davon allein 14 in München. Das Prinzip ist einfach: Burger werden ganz nach Kundenwunsch frisch und aus regionalen Zutaten zubereitet. Im Gegensatz zum üblichen 08/15-Burger bietet „Hans im Glück“ eine große Auswahl an Saucen, Burgerpatties, Fleischsorten und Extras, sodass dem ganz individuellen Burgergenuss nichts mehr im Weg steht. Selbst Veganer werden hier fündig. Hinter dem Erfolgsprojekt steckt der Gründer und bereits durch die Cocktail-Kette „Sausalitos“ bekannt gewordene Unternehmer Thomas Hirschberger. Warum aber München? Hirschberger liefert die Antwort:

„In München gibt es zahlreiche gastronomische Betriebe (…), die Bestandteil einer langjährigen Tradition sind (…). Die Stadt war schon immer sehr gastroaffin und gewährt vielen Ideen Raum, Neues auszuprobieren.“

HANS IM GLÜCK Burgergrill_Gäste (3)

Hans im Glück

2013 wurde die Münchner Gastronomieszene um eine kleine, italienische Attraktion reicher: Oh Julia –Authentic & Italian Food liefert italienische Leckereien, Antipasti und das Lebensgefühl Italiens. Das Restaurant verspricht absolute Frische, ohne lange Wartezeiten in der Filiale nahe dem Rindermarkt. Gründer Mark Übelherr zählt zur festen Größe der Gastronomen und Experten der Branche in München. Für „Oh Julia“ wurde er bereits mit dem Deutschen Gastronomiepreis ausgezeichnet. Sein Wissen und Konzept haben den Geschmack Italiens ohne viel Schnickschnack nach München gebracht. Die Einführung des beliebten Guestpager-Systems, mit dem unter anderem auch Dean & David und Vapiano arbeiten, macht das Bestellen einfach. Nach Empfang der Wünsche am Tresen wird schnell und frisch am Tisch serviert.

Während Julia erst einmal die deutschen Städte erobert, folgt Hans mit einer Filiale in Österreich Davids vorgegebenem Weg über die deutsche Grenze hinaus. Eine Vielversprechende Zukunft wartet weiterhin auf alle Drei.

Dean & David, Erfolg made in Munich

So auch bei Dean & David, dem wohl bekanntesten Münchner Food-Startup. Die SZ huldigte vor knapp zwei Wochen den Aufstieg des Unternehmens mit einem ausführlichen Porträt. David Baumgartner, Wirtschaftsstudent mit Abschluss aber ohne Perspektive kehrte München 2005 erst einmal den Rücken zu, um allein mit Rucksack und One-Way-Ticket ein Jahr lang durch Asien, Neuseeland und Australien zu reisen. Eine Erfahrung, die sein gesamtes Leben maßgeblich verändern sollte.
Inspiriert von den Garküchen und frischen Zutaten der fernen Länder lief Baumgartner mit einer neuartigen Geschäftsidee für Deutschlands Fast-Food-Szene wieder in München ein. Und hier begann die über zwei Jahre dauernde Entwicklung des heute erfolgreichen Konzepts von Dean & David.

Ernährung nach dem aktuellsten Trend

Während der Trend hin zu bewusster, gesunder und nachhaltiger Ernährung heute nicht mehr wegzudenken ist und die Gastronomieszene bestimmt, war David Baumgartners Ziel, frisches aber gesundes Fast Food anzubieten, 2007 noch völlig revolutionär. Endlich gab es eine gesunde Alternative zu Pizza, Döner und Co.

Seitdem gewinnt Dean & David mit der Unternehmens-Philosophie „Fresh to eat“ und dem großen Angebot hochwertiger, qualitativer Produkte ganz ohne Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe. Das Konzept mit Bewusstsein für gesunde Ernährung, Gesundheit und Umwelt trifft heute mehr als je zuvor den Nerv der Zeit. Was damals als erste deutsche Salatbar an den Start ging, ist mittlerweile zum Fast Food-Hotspot der Trendsetter avanciert – nicht nur in München.

Fleiß, Ausdauer und eine Prise Glück

Der Erfolg ist David Baumgartner bei der Realisierung seines Traumes aber nicht zugeflogen, sondern er ist hart erarbeitet. Mehrmals stand er kurz davor, hinzuschmeißen, hat aufgegeben, dann aber doch noch einen zweiten Anlauf gewagt. Noch ein letztes Mal volles Risiko. Alles oder nichts.

Das Problem: Ohne gastronomische Erfahrung haben junge Projekte keine Chance in der harten Branche. Doch neben eigenem unermüdlichem Einsatz und Schichten von früh bis spät im ersten eigenen Laden in der Schellingstraße schafft es Baumgartner durch die Unterstützung und Partnerschaft der Enchilada-Unternehmensgruppe, sich durchzusetzen.

Aus einem Waldorfschüler/Student/Weltenbummler ist ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden, doch abgehoben ist Baumgartner nicht. Sein eigener Lebensstil, seine Sportbegeisterung und sein Ernährungsbewusstsein zeigen, dass er sein eigenes Konzept nicht nur kennt, sondern lebt.

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Aussichtsreiche Zukunft für Food Startups

Trotz goldener Zeiten  unterschätzen die Unternehmer nicht die neuen und zukünftig noch stärker werdenden Herausforderungen der Gastronomiebranche. Konzepte werden längst massenweise kopiert und sowohl die neuen Lieferdienste wie Deliveroo oder Lieferando, aber auch Supermärkte mit wachsendem Angebot machen ihren Einfluss verstärkt deutlich.

Also bleibt keine Zeit, sich auf dem bestehenden Erfolg auszuruhen. Es gilt, nach vorne zu schauen und die Philosophien hinter den Projekten an Bedürfnisse und Wünsche der Kunden anzupassen, um am Leben zu bleiben. Doch mit den richtigen Leuten, so viel Herzblut und Durchhaltevermögen und einer Prise Glück sind die Erfolgsgeschichten Münchner Startup-Unternehmen trotz aller Risiken der Branche noch lange nicht zu Ende.


Fotos: Titelbild Toa Heftiba via Unsplash,  Hans im Glück, Dean & David

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