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	<title>mucbook &#187; Charlotte Radziwill</title>
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	<description>Alles München</description>
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		<title>&#8220;Ich habe nicht mehr ständig acht Sachen gleichzeitig gemacht&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Feb 2011 07:56:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Charlotte Radziwill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Atomic Cafe]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Koch]]></category>
		<category><![CDATA[Ich bin dann mal Offline]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>

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		<description><![CDATA[
In seinem Buch „Ich bin dann mal Offline. Leben ohne Internet und Handy“ erzählt der bekennende Online-Junkie Christoph Koch von seinem Selbstversuch in Tagebuchform. Am Freitag liest er daraus im Atomic Café. Charlotte Radziwill hat ihn für uns am Festnetz-Telefon erwischt.
Was haben Kanus und Kajaks mit dem Internet zu tun?
Christoph Koch: Der amerikanische Forscher George [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-17577" title="02" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2011/02/02.jpg" alt="02" width="430" height="573" /></p>
<p>In seinem Buch „Ich bin dann mal Offline. Leben ohne Internet und Handy“ erzählt der bekennende Online-Junkie <a href="http://www.christoph-koch.net/" target="_blank">Christoph Koch</a> von seinem Selbstversuch in Tagebuchform. Am Freitag liest er daraus im <a href="http://www.atomic.de/programm.html" target="_blank">Atomic Café</a>. Charlotte Radziwill hat ihn für uns am Festnetz-Telefon erwischt.<span id="more-17572"></span></p>
<p><strong>Was haben Kanus und Kajaks mit dem Internet zu tun?</strong></p>
<p>Christoph Koch: Der amerikanische Forscher George Dyson hat einen schönen Vergleich angestellt: Früher haben Menschen, die auf baumlosen Inseln lebten, Kajaks gebaut, das heißt, sie haben Treibholz vom Strand zusammengesammelt und daraus unsere Boote  gebaut. Das ist vergleichbar mit Informationen, die wir früher mühsam sammeln mussten. Heute hingegen sind wir eher wie die Völker die Einbaumkanus gebaut haben. Die hatten riesige Regenwaldbäume – das ist dann gleichzusetzen mit Massen an Information. Anders als Kajak-Bauer haben Kanu-Bauer die Aufgabe, möglichst viel von alldem, was um sie herum ist, wegzumachen. Also Bäume auszuhöhlen oder Informationen zu ignorieren, die irrelevant sind. Nicht Sammeln sondern Wegwerfen und Filtern ist für uns heute besonders wichtig. Vom Kajak zum Kanubauer – das hat Dyson als Metapher für die  Veränderung unserer Informationswelt genommen. Und das Internet verlangt von uns in besonders hohem Maße, zu sortieren.</p>
<p><strong>Erst hast du für deinen Selbstversuch nur 30 Tage angesetzt. Dann aber verlängert. Warum das?</strong></p>
<p>Nach den angesetzten vier Wochen hatte ich das Gefühl, den Entzug einigermaßen gut zu verkraften. Und da war es dann sogar fast einfacher, offline zu bleiben. Mir erschien das auf einmal irgendwie weniger stressig. Auch weil ich keine Sehnsucht nach einer Unmenge von unbeantworteten Mails hatte.</p>
<p><strong>Was hat dich in deiner Offline-Zeit am meisten an dir selbst überrascht? </strong></p>
<p>Am Anfang war die größte Überraschung, wie sehr ich mich daran gewöhnt hatte permanent online zu sein. Wie oft ich noch zum Computer gegangen bin und gedacht habe, das schau ich jetzt mal eben schnell nach. Oder wie oft ich, wenn ich unterwegs war in die Hosentasche gefasst habe, weil ich da das Handy vermutete . Dass man tatsächlich schon so ein Gewohnheitstier geworden ist.</p>
<p><strong>Und hat sich das mit der Zeit verändert? </strong></p>
<p>Im Laufe der Zeit hat mich dann eher überrascht wie gut es doch auch ohne geht &#8211; und wie angenehm ich es fand, mich auf wenige Dinge zu besinnen. Ich habe nicht mehr ständig acht Sachen gleichzeitig gemacht. Mir hat gefallen, etwas selbstbestimmter den Tag zu gestalten &#8211; anstatt von der ersten Minute auf Mails zu reagieren.</p>
<p><strong>Welche Internetseite hast du in der internetfreien Zeit  am meisten vermisst?</strong></p>
<p>Keine einzelne Seite, aber dass ich ohne Internet, E-Mail und SMS doch so stark gesellschaftlich abgeschnitten sein würde, hatte ich so nicht erwartet. Denn fast alle Treffen mit Freunden in der realen Welt werden ja inzwischen per Computer oder Handy verabredet.</p>
<p><strong>Wie hat denn dein Umfeld auf deinen Selbstversuch reagiert?</strong></p>
<p>Die meisten waren neugierig. Und in vielen Fällen sogar ein bisschen neidisch. Insgesamt waren die Reaktionen überraschend positiv.</p>
<p><strong>Du arbeitest ja als Journalist. Deine Auftraggeber waren dann – bei allem Verständnis &#8211; doch sicher auch froh, dass deine Offline-Zeit irgendwann mal wieder vorbei war.</strong></p>
<p>Auf jeden Fall.</p>
<p><strong>Dann ist ein Leben ohne Internet für dich also keine dauerhafte Option. </strong></p>
<p>Dauerhaft wäre das allein beruflich wohl nicht möglich. Und das gilt mittlerweile wohl für die meisten Jobs. Gar nicht mehr digital erreichbar zu sein, können sich sicherlich nur die wenigsten erlauben.</p>
<p><strong>Würdest du deinen Selbstversuch denn anderen empfehlen?</strong></p>
<p>Ja. Denn es ist schon sehr spannend, wenn man sieht, was einem plötzlich am meisten fehlt.</p>
<p><strong>Hat sich dein Internetverhalten durch deine begrenzt verordnete Auszeit dauerhaft verändert?</strong></p>
<p>Samstags halte ich jetzt recht erfolgreich so etwas wie einen Online-Sabbat ein. Davon abgesehen bin ich aber eigentlich wieder genauso schlimm wie zuvor.</p>
<p>LESUNG, Freitag, 4.2., 20 Uhr</p>
<p><strong>Ich bin dann mal offline … &#8211; Ein Selbstversuch von Christoph Koch. </strong><br />
Leben ohne Internet und Handy.<br />
8 Euro<br />
Danach: The smart club mit Sir Hannes<br />
Atomic Cafe</p>
<p>Neuturmstr. 5</p>
<p>Haltestelle: Isartor  //  MVG: Bus 132, Tram 17, 18, N17, S-Bahn</p>
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		<title>Billig, praktisch, tödlich</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 10:57:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Charlotte Radziwill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Macht & Geld]]></category>

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		<description><![CDATA[
Plastik ist ungeheuer praktisch. Das schlimme: Es ist praktisch überall. Der Regisseur Werner Boote wirbt im City-Kino für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Wundermittel unserer Zeit.
Life in plastic, it`s fantastic! heißt es in dem Lied Barbie Girl der Gruppe Aqua. Die dänisch-norwegische Musikgruppe löste sich 2001 für sechs Jahre auf. Bis sich Plastik zersetzt kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-7847" title="Plastic Planet Supermarkt Foto" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/03/Plastic-Planet-Supermarkt-Foto.jpg" alt="Plastic Planet Supermarkt Foto" width="430" height="242" /></p>
<p>Plastik ist ungeheuer praktisch. Das schlimme: Es ist praktisch überall. Der Regisseur Werner Boote wirbt im City-Kino für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Wundermittel unserer Zeit.<span id="more-7798"></span></p>
<p><em>Life in plastic, it`s fantastic!</em> heißt es in dem Lied <em>Barbie Girl</em> der Gruppe Aqua. Die dänisch-norwegische Musikgruppe löste sich 2001 für sechs Jahre auf. Bis sich Plastik zersetzt kann es bis zu 500 Jahre dauern. Seit 100 Jahren hält der Siegeszug von Plastik an. Seit 25.2. läuft der Film <em>Plastic Planet</em> auch <a href="http://plastic-planet.de/kinofinder.html">in Deutschland.</a> Drei <a href="http://www.google.de/movies?hl=de&amp;near=Munich&amp;dq=plastic+planet&amp;sort=1&amp;mid=5ff8e780d537cb5a&amp;ei=aR6LS7WtD4KgnQPZooS2BA&amp;sa=X&amp;oi=showtimes&amp;ct=movie-link&amp;cd=1&amp;ved=0CA4QwAMoBA">Münchner Kinos</a> zeigen die engagierte Dokumentation. Eine <a href="http://www.plastic-planet.de/">deutsche</a> und eine noch ausführlichere <a href="http://www.plastic-planet.at/">österreichische Homepage</a> bieten viele Zusatzmaterialien.</p>
<p>Laut Boote, der für den Film über zehn Jahre recherchiert hat, leben wir nach der Steinzeit, der Bronze- und der Eisenzeit heute im Plastikzeitalter. Der Kunststofflebensweg des modernen Menschen kann vom Babyschnuller bis zu den plastinierten Leichen Gunter von Hagens verlaufen<em>. P</em><em>lastic Planet</em> nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise um die Plastikwelt. Der Film zeigt, wie stark unser alltägliches Leben durch Kunststoffprodukte bestimmt wird. Nicht nur die Konsumenten sondern auch die Produzenten können häufig nicht mehr nachvollziehen, welche Inhalte die Produkte haben. In unterschiedlichem Maß gelangen Substanzen wie Weichmacher über den direkten Kontakt mit Plastik in unseren Körper. Studien, die das Filmteam in Auftrag gegeben hat und die der BUND finanziell unterstützt hat, haben belegt, dass bestimmte Schnuller, einen bedenklich hohen Wert von Bisphenol A enthalten. Diese Babyschnuller mussten daraufhin vom Markt genommen werden. Wie gefährlich Chemikalien wie Bisphenol A wirklich sind, die sich in Kunststoff finden, darüber gibt es unter <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/941/491310/text/">Experten Streit.</a></p>
<p>Zu Beginn von <em>Plastic Planet </em>sehen wir den Wiener Regisseur als Kind. Klein Werner erfreut sich an den vielen bunten Plastikspielsachen, die sein Großvater ihm geschenkt hat. Bootes Großvater war in den 60er Jahren Geschäftsführer der Interplastik-Werke und einer der Wegbereiter des globalen Kunststoff-Siegeszugs. Am Ende legen Boote und seine Mutter Blumen am Grab des 1972 verstorbenen Plastikpioniers nieder. Flieder aus dem Garten, keine Plastikblumen. Zwischen diesen beiden Szenen werden Wissenschaftler, Lobbyisten, Umweltexperten und normale Familien zum Thema Plastik befragt. Denn Beginn macht ein Interview mit John Taylor von PlasticsEurope. Taylor ist der Präsident des europäischen Dachverbands der Plastikhersteller. 18 Monate musste Boote drängen, um diesen Gesprächstermin zu bekommen. Um einige negative Erfahrungen und Kenntnisse reicher versucht der Regisseur zu einem späteren Zeitpunkt ein erneutes Treffen mit Taylor zu arrangieren. Ohne Erfolg. Stattdessen schickt PlasticsEurope Werner Boote den Futurologen Ray Hammond nach Hause auf die Couch. Hammond spricht von den Verheißungen eines Lebens mit Plastik. Der Kunststoffindustrie und der Harmlosigkeit von Plastik sei zu vertrauen, blind. Müllkippen, Gewässer, Fabriken und weitere Gespräche des Films zeigen ein ganz anderes Bild. Animationen erklären die chemischen Reaktionen und die Verarbeitung von Plastik. Werner Boote sucht nach Antworten. Antworten auf Fragen, wo Plastik inzwischen überall ist, wer was über die Inhaltsstoffe weiß, wie gefährlich diese sind und was wir alles nicht genau wissen. Seine Person spielt dabei eine wichtige Rolle. Vergleiche mit Michael Moore lehnt der Regisseur ab. Boote zeigt nicht, wie die Welt funktioniert, vielmehr regt seine Dokumentation zum Nachdenken an. Mitunter auf sehr unterhaltsame Weise. Immer wieder werden Familien aus Europa, den USA, Japan und Indien gebeten, alles Plastik was sich in ihren Häusern befindet aufeinander zu stapeln. Die jeweilige Menge ist enorm.</p>
<p>Den Gebrauch von Plastiktüten und Plastikflaschen möglichst zu verringern ist ein Allgemeingut. Der Film macht die Dringlichkeit des Themas anschaulich. Plastikmüll und der permanente direkte Kontakt mit Plastik sei nicht nur ein Problem für unsere Umwelt, sondern auch für unsere Gesundheit. Die Dokumentation, die sich auch gut <a href="http://www.plastic-planet.at/schulmaterialien/schulmaterialien.html">für den Schulunterricht eignet,</a> kann als call to action film bezeichnet werden. Laut Produzent Thomas Bogner ist <em>Plastic Planet</em> ein Aufklärungsfilm und kein Film gegen die Industrie. Ziel ist nicht, Plastik gänzlich zu verbieten. Es ist dem Regisseur aber daran gelegen, nicht mehr so viel Plastikramsch zu kaufen und den Kunststoff besser und für den Verbraucher durchsichtiger zu machen. So wirbt Boote für eine Kennzeichnungspflicht, welche Stoffe in Plastik enthalten sind. Margot Wallström, die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, führt im Film weiter aus: „Die Produzenten sollten beweisen müssen, dass ihre Produkte nicht gefährlich sind.”</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-7848" title="Plastic Planet Weltkugel" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/03/Plastic-Planet-Weltkugel.jpg" alt="Plastic Planet Weltkugel" width="430" height="285" /></p>
<p><span><em>Foto: Der österreichische Umweltanalytiker Kurt Scheidl testet den aufblasbaren Globus, den Regisseur Werner Boote (rechts) im Film dabei hat, und findet in diesem Kinderspielzeug einen bedenklichen Giftmix.</em></span></p>
<p><span><em><br />
</em></span></p>
<p>Vermeidung fängt im Kleinen an. Nachdem sie den Film gesehen hatte beschloss die fünfköpfige Familie Krautwaschl/Rabensteiner aus der Nähe von Graz für eine Weile sowenig Plastikprodukte wie möglich zu kaufen. Über die <a href="http://www.plastic-planet.at/">österreichische Website des Films</a> gelangt man auch zu dem Experiment <a href="http://www.keinheimfuerplastik.at/?page_id=2">Kein Heim für Plastik</a>. Interessant sind die Diskussionen die sich im Tagebuchblog entspinnen. Hier findet ein Austausch statt über mögliche natürliche Alternativen zu Plastik, ferner gibt es Erfahrungsberichte mit den verschiedenen Alternativprodukten. Dass der Dokumentarfilm zu Diskussionen anregt zeigte auch das Publikumsgespräch mit Werner Boote am 28.2. im City Kino München. Der volle Kinosaal debattierte über Möglichkeiten den Plastikgebrauch einzuschränken und Forderungen an die Politik und die Industrie. Informationen über den Film und die Websites zum Film hinaus bietet das <a href="http://www.keinheimfuerplastik.at/?page_id=2">Buch zum Film</a>.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="430" height="261" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/lrCNepwmbXA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="430" height="261" src="http://www.youtube.com/v/lrCNepwmbXA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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