Alle Artikel von Philipp Bovermann
Philipp Bovermann ist einzigartig. Hochwertig. Unersetzlich. Kaum gedruckt, schon Kult.


Das Licht, die Maschine
von

Artefakte werfen einen Schatten durch die Zeit, stellen sich mitunter selbst in den Schatten. Die Münchner Künstlergruppe Fake[to]Pretend versucht sich mit „Artefakt“ im Rationaltheater derzeit spielerisch, aber mit großem intellektuellem Schwung an einem Schattentheater-Stück aus der Zeit der deutschen Hochromantik – als Erstaufführung nach 200 Jahren. Continue reading “Das Licht, die Maschine” »

23. Januar 2014
Feiern & Kultur,Theater | Kommentieren


Als wäre nichts gewesen
von

Spielart 2013, war da nicht was? Der Fluss des Vergessens trennt in der griechischen Mythologie die Lebenden von den Toten – wer sterben will, muss trinken. Dementia, The Day of My Great Happiness, aufgeführt am Dienstag und Mittwoch in der Muffathalle, gießt sich fleißig das Wasser der Lethe auf die Mühlen Continue reading “Als wäre nichts gewesen” »

22. November 2013
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Magnetische Tropfen
von

Man stelle sich vor, ein zugleich farbgrelles und finsteres Märchen, in dem kein Wort gesprochen wird. Mystery Magnet der belgischen Künstlerin Miet Warlop, am Freitag und Samstag im Rahmen des „Spielart“-Festivals aufgeführt, berührt den magnetischen Kreis der Bühne Continue reading “Magnetische Tropfen” »

20. November 2013
Feiern & Kultur,Kunst | 1 Kommentar


Heavy Metal
von

Wie stahlkubisch-massive Findlinge liegen sie in den Regalen. Nur hat diese Findlinge, die aus den Überresten der Yacht „EL AZOR“ des Diktators Franco gepresst wurden, keiner gesucht. Weshalb es auch so schwierig ist sie wieder zu verlieren. Die fiktive „what remains gallery“ erzählt mit der Rekontextualisierung eines Werkes des spanischen Künstlers Fernando Sánchez Castillo („Guernica-Syndrome/AZOR“) von Schwerkraft und Auftrieb europäischer Geschichte. Continue reading “Heavy Metal” »

10. Oktober 2013
Alltag & Leben,Kunst | Kommentieren


Germania: Next Topmodel
von


Man sagt ihr einen etwas altväterlichen Charme nach: Kurz bevor Deutschland sein oberstes Supermodel wiederwählen darf, beschwört die Künstlergruppe CADAM „Germania next Topmodel“ in all ihrer allegorischen Glorie selbst herauf. Das Stück bekommt dafür ein Foto von mir. Continue reading “Germania: Next Topmodel” »

22. September 2013
Feiern & Kultur | Kommentieren


Das Zelt ist rund und eckig
von

Die jüngere deutsche Geschichte, nämlich jene seit der Stunde Null 1945, ist so jung nicht mehr, und auch die Geschichte selbst hat im gegenwärtigen Diskurs die Zähne gegen ein künstliches Gebiss eingetauscht und Falten bekommen. Auch die Postapokalyspse geht irgendwann vorbei. Die Produktion „Als würden wir den Frieden schon kennen“ diskutiert und vergegenwärtigt die doppelte Entzauberung der Geschichte ausgerechnet in einem Zirkus, in dem sich sonst die Jugend als magische, zirkuszauberhafte Gemeinschaft und Einheit erlebt. Continue reading “Das Zelt ist rund und eckig” »

29. Juli 2013
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Ist auch egal jetzt
von

Der ewige Schelm grüßt seine Gemeinde: Eigentlicher janusköpfiger Hauptdarsteller, weinende Datenkrake namens Google, feuerspuckende Hydra und ihr Bezwinger in einem, war bei „Die nötige Komödie“ im Rationaltheater der Humor selbst – ein wunderlicher, aber allzu vertrauter Genosse, mit dem man doch nie ganz intim wird. Die Münchner Künstlergruppe „fake to pretend“ schickt ihn auf eine Höllenfahrt durch sich selbst und nimmt den Zuschauer mit auf einen wilden Ritt, um ihn schließlich, endlich, und auf wunderbare Weise, zu verlieren. Continue reading “Ist auch egal jetzt” »

27. Juni 2013
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Wendekreis der Sau
von

Im Rationaltheater wird mal wieder die Sau rausgelassen, und am Ende liegt ein Mädchen nackt auf dem Tisch und weint. Aber war ja alles nur gespielt,  nur Theater, sogar durchaus rationales Theater, das Theater der Rationalität, und ach, „wos is des für a Elend?“ Im Stück „Sauschlachten“ wird unter der Regie von Dominik Frank ein menschliches Problem, an dem keiner die Schuld trägt und das sich nicht lösen lässt, schlicht verspeist. Continue reading “Wendekreis der Sau” »

05. März 2013
Feiern & Kultur,Nachtkritik | Kommentieren


Der Herr im Haus
von

The medium is the message. Das gilt auch, und ganz besonders, insofern man selbst Medium ist; nur für was? Der Künstler Boris Maximowitz hat als Rauminstallation ein Modell gebaut, für nichts Geringeres als die menschliche Existenz. „Was es zu sagen gilt“ konfrontiert den Rezipienten mit eben der Unmöglichkeit, sich dem eigenen Dasein gegenüber als unbeteiligter Rezipient zu verschanzen – und objektiviert damit die 1. Person Singular. Continue reading “Der Herr im Haus” »

17. Februar 2013
Feiern & Kultur,Gute Sache | Kommentieren


Es klappert die Gebetsmühle
von

Wer unterhalten werden will, hat hier nicht viel zu lachen. Matthias Kaufmanns Inszenierung von Karl Valentins „Der Firmling“, die derzeit im Rationaltheater gespielt wird, nähert sich dem eigentlich ja herrlich saudummen Witz Karl Valentins nur auf Stelzen an und wirkt in all seiner forcierten Tragik höchstens unfreiwillig komisch. Continue reading “Es klappert die Gebetsmühle” »

14. Januar 2013
Feiern & Kultur,Nachtkritik | Kommentieren


Helles statt Licht
von

Nobel, nobel: Die Schwabinger Sieben, „das schwärzeste Loch der Welt“, zumindest Münchens, wurde schließlich selbst verschluckt. Die Kneipe, die so gar nicht in das Bild passen wollte, das München gern von sich hat, endete als Opfer der viel diskutierten „Luxussanierung“. Eine Spelunke wird damals  Aufhänger einer Protestbewegung, die einige Studenten organisieren, mit für sie selbst überraschendem öffentlichem Echo: Das ist der Stoff des Dokumentarfilms „Recht auf Licht“, der am Freitag im Rationaltheater vorgestellt wurde. Wir nutzen die Gelegenheit zu einer kleinen Revue.

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14. Januar 2013
Macht & Geld | Kommentieren


Ich und die Anderen
von

„Die wissen alles über mich. Aber jetzt dreh ich den Spieß rum.“ Auf den Brettern, die hier die künstliche Welt des Internets bedeuten, führen Antje Schupp und PUBLIC REPUBLIC, vor, wo deren Grenzen liegen. Wer sich entspannt in den Zuschauerrängen zurücklehnt, glaubt vielleicht noch am ehesten sich dem Irrsinn der Selbstpreisgabe entziehen zu können. Von wegen. „Ich“ bin da drüben.
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22. Juli 2011
Feiern & Kultur,Nachtkritik | Kommentieren


Die Wiederkehr der Bilder
von

Es ist irgendeine Liebesgeschichte und deren Scheitern, die derzeit auf der Bühne des Rationaltheaters in Schwabing gespielt wird. Irgendeine, sie könnte irgendwo passiert sein und irgendjemand, der sich darin erkennt, ist man höchstwahrscheinlich selbst. „Adam und Esra“ inszeniert die Urszene zwischen Mann und Frau neu und immer wieder neu.
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11. Mai 2011
Macht & Geld | 1 Kommentar


Die Liebe in Zeiten ihrer unbegrenzten Besprechbarkeit
von

Ein Theaterstück: Männlein und Weiblein. Die Liebe. Mal wieder. – Was wie der Auftakt zu einer vernichtenden Kritik klingt, ist das eigentliche Leitmotiv von „Die Liebe in Zeiten ihrer unbegrenzten Besprechbarkeit“, an dem sich die Jung-Regisseurin Lina Hölscher derzeit versucht. Am Samstag und Sonntag, 12. und 13. März, wird es auf der Studiobühne der LMU zu sehen sein. mucbook hat sich das Stück vorab bei einer Probe angeschaut. Continue reading “Die Liebe in Zeiten ihrer unbegrenzten Besprechbarkeit” »

11. März 2011
Feiern & Kultur,Vorverkauf läuft | 1 Kommentar


Mit der Farbe kamen die Menschen
von

Und plötzlich wurden die Wände lebendig: Die Kunst-Aktion „Kunst im Keller“ des Biedersteiner Studentenwohnheims befindet sich in seiner heißen, der schöpferischen Phase. mucbook hat sich auf der Kreativ-Baustelle umgesehen und der Künstlerin Raquel Schembri ein bisschen beim Malen zugeschaut. Zur Vernissage am 11. diesen Monats wird nichts mehr sein, wie es gewesen ist. Und hier gibt es schon mal eine Menge Fotos zu sehen. Continue reading “Mit der Farbe kamen die Menschen” »

10. Februar 2011
Feiern & Kultur,Gute Sache | Kommentieren


Untergrundgewächse im Biederstein
von

Die schönsten Blumen wachsen im Keller. In der Realität wird sich das kaum beweisen lassen, auf die Brechung der Realität, in der Kunst, trifft der Satz schon eher zu. Das Projekt „Kunst im Keller“ schafft derzeit im wörtlichen und übertragenen Sinn unter der Oberfläche, ausgerechnet des post-gentrifizierten Schwabing, einen kreativen Freiraum.

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29. Dezember 2010
Feiern & Kultur | Kommentieren
Der Biedersteiner Kellerfasching – Hinterm neuen Anstrich
von

Ok, der Fasching ist vorbei, aber diese Geschichte wollen wir Euch nicht vorenthalten: Der Fasching als Säule des Nonkonformismus in der Rückschau.

Wer in den Keller geht, wird zerstört. Noch immer, Gott sei Dank. Der Biedersteiner Kellerfasching, ein berüchtigtes Urgestein unter den Münchner Studentenpartys, lässt sich nicht wegrenovieren.

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19. Februar 2010
Feiern & Kultur | Kommentieren