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	<title>mucbook &#187; Das Mucbuch</title>
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	<description>Alles München</description>
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		<title>&#8220;To see what the world looks like in photographs.&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 20:46:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes Kerber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Mucbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[In seinem neuen Photobuch &#8220;An Unexpected Omen&#8221; zeigt der Münchner Photograph Robert Brembeck seine Annäherungen an die Wirklichkeit. Eine Rezension.

Eigentlich geht es immer um den, der nicht da ist. Denn der Münchner Photograph Robert Brembeck engagiert den Beobachter für die Hauptrolle. Die Photographierten spielen in den Photos, wenn überhaupt, nur als Komparsen mit. Sein neues Buch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seinem neuen Photobuch &#8220;An Unexpected Omen&#8221; zeigt der Münchner Photograph Robert Brembeck seine Annäherungen an die Wirklichkeit. Eine Rezension.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6534" title="20100127_OmenRepro_4238" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/02/20100127_OmenRepro_4238.jpg" alt="20100127_OmenRepro_4238" width="357" height="437" /><span id="more-6532"></span></p>
<p>Eigentlich geht es immer um den, der nicht da ist. Denn der Münchner Photograph Robert Brembeck engagiert den Beobachter für die Hauptrolle. Die Photographierten spielen in den Photos, wenn überhaupt, nur als Komparsen mit. Sein neues Buch „An Unexpected Omen“, eine bunte Zusammenstellung seiner neueren Werke, steht vielleicht deshalb unter dem Garry Winogrand-Motto „A photograph is not what was photographed, it’s something else.“</p>
<p>Wie der US-Amerikaner Winogrand ist auch Robert Brembeck um die umsichtige und scheinbar schnörkellose Photographie der Straßen bemüht. Fast schon um ihre Dokumentation. Keiner der Portraitierten lächelt. Viele schenken dem Photograph gar keine Aufmerksamkeit. Überhaupt: Im ganzen Buch lächelt nur einmal jemand. Und er blickt aus dem Fenster auf die Münchner Burgstraße und nicht in die Kamera. Es geht in den Bildern immer um den, der nicht da ist, weil sich der Beobachter sofort nach der Chemie der Szenen fragt, in der die Bilder aufgenommen wurden. Wie groß ist der Grad der Inszenierung? Hat die Frau, die ihre Katze küsst, den Photographen vergessen? Wie konnte er sich so zurücknehmen? Weiß der Geist im Garten, dessen Photo das Cover schmückt, von dem, der hinter dem Vorhang steht und auf den Auslöser drückt? Würde Uwe Timm erschrecken, wenn er aufblicken und die Kamera bemerken würde?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6535" title="Gunda" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/02/Gunda.jpg" alt="Gunda" width="430" height="307" /></p>
<p>Im Mittelpunkt von „An Unexpected Omen“ steht die Reihe „Heimat“, aus der das Bild der Frau mit der Katze stammt. Hier entdeckt Robert Brembeck die Landschaft um Straubing und die Dörfer seiner Kindheit neu: Ein Bauer führt ein Pferd durch das Dorf. Eine Frau füttert Schweine. Eine Blaskappelle zieht durch das Bild. Eine Szene beim Friseur. Zwei Männer beim Nachmittagsbier. Mit dem paradox anmutenden Vermögen zum distanzierten Einfühlen, also zum scheinbar unbeteiligten Beobachten, nähert sich der Photograph den Dorfbewohnern. Die Wortverwandtschaft von „Heimat“, dem „Heimlichen“ und dem „Unheimlichen“ wird dabei offenbar. Ein anderes Motto von Garry Winogrand hätte ebenfalls für Brembecks umsichtiges neues Photobuch gepasst: &#8220;I photograph to see what the world looks like in photographs.&#8221;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6536" title="20090717_Isar_0001" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/02/20090717_Isar_0001.jpg" alt="20090717_Isar_0001" width="430" height="540" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6537" title="Blaskapelle" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/02/Blaskapelle.jpg" alt="Blaskapelle" width="430" height="342" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6538" title="FrauAlt3" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/02/FrauAlt3.jpg" alt="FrauAlt3" width="430" height="350" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6539" title="Herbert_am_Fenster-2" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/02/Herbert_am_Fenster-2.jpg" alt="Herbert_am_Fenster-2" width="430" height="329" /></p>
<p><strong><em>&#8220;An Unexpected Omen. Fotografien&#8221; von Robert Brembeck kostet 28 Euro. Es ist in der </em></strong><a title="Hans Goltz" href="http://www.goltz.de" target="_blank"><strong><em>Buchhandlung Hans Goltz</em></strong></a><strong><em> (Türkenstraße 36) oder über </em></strong><a title="Robert Brembeck" href="http://www.brembeck.de/" target="_blank"><strong><em>Brembecks Homepage</em></strong></a><strong><em> erhältlich. Am Donnerstag, den 11. Februar, findet im halfs Schuhgeschäft (Feilitzschstraße 35) ab 19 Uhr die Buchpräsentation statt.</em></strong></p>
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		<title>München migrantisch</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2010/02/07/munchen-migrantisch/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 18:56:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Piritta Kleiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Mucbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[münchen migrantisch]]></category>
		<category><![CDATA[volkskunde]]></category>

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		<description><![CDATA[
München in Büchern: Die Autorin erliest sich die Stadt. Das MucBuch.
In München gibt es viele Migranten: Schwaben, Preußen, Österreicher und natürlich Italiener. Soweit, so migrantisch. Wer aber tatsächlich Multikulti will, der geht lieber nach Berlin, nach Köln. Wirklich? Am Montag findet in der Glockenbachwerkstatt die Bookreleaseparty zu „München migrantisch – migrantisches München“ statt.Multikulti – ein schwieriger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-6308" title="migrantisch" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/02/migrantisch.jpg" alt="migrantisch" width="430" height="368" /></p>
<p>München in Büchern: Die Autorin erliest sich die Stadt. <strong>Das MucBuch</strong>.</p>
<p>In München gibt es viele Migranten: Schwaben, Preußen, Österreicher und natürlich Italiener. Soweit, so migrantisch. Wer aber tatsächlich Multikulti will, der geht lieber nach Berlin, nach Köln. Wirklich? Am Montag findet in der Glockenbachwerkstatt die Bookreleaseparty zu „München migrantisch – migrantisches München“ statt.<span id="more-6307"></span>Multikulti – ein schwieriger Begriff. Auch in München. Bereits auf der ersten Seite klärt „München migrantisch“ den Leser auf: München ist (wohlgemerkt nach Stuttgart und Frankfurt) die drittgrößte Einwanderungsstadt Deutschlands.</p>
<p>Wer’s nicht glaubt, sollte das gerade erschienene Buch lesen und/oder zur Party gehen und sich gemeinsam mit den Autoren ethnografischen Erkundungen über migrantischen Leben in München widmen.</p>
<p>Das Buch entstand im Rahmen eines Forschungsprojektes an der LMU, <a href="www.volkskunde.uni-muenchen.de" target="_blank">am Institut für Volkskunde/Ethnologie</a> . Drei Semester lang durchleuchteten die Studierenden unter der Leitung von Dr. Sabine Hess das Thema „Migration in München“. Dabei herausgekommen ist ein Aufsatzband, der sich zu lesen lohnt, nicht nur für Wissenschaftler.</p>
<p>Einige der verhandelten Themen: Mit dem Thema „Multikulti“ befasste sich Veronika Knauer, sie stellt ihre Forschungsergebnisse zum Münchner Stadtteil Neuperlach vor. Vanda Melo und Olivia Reckmann nahmen Münchner Institutionen und Organisationen unter die Lupe, die die Integrationspolitik der Stadt mitgestalten. Dabei richtete sich ihr Fokus vor allem auf Gender- und Ethnizitätskonzepte. Lisa Riedner wiederum erzählt eine ganz andere Geschichte in „Wild, exotisch, erotisch, anders – Oder: The Margin Strikes Back“, nämlich die von der Mobilisierung kultureller Images. In der Münchner Innenstadt fand sie die Idee zu ihrem Thema, so weckten die Plakate „Afrika! Afrika!“, mit denen zeitweise nahezu die gesamte Innenstadt zukleistert war, ihr Interesse am afrikanischem Zirkus. Herausgekommen ist ein kluger Text darüber, wie heute immer noch mit dem Bild der in Baströcken tanzenden Afrikanern gespielt wird und welche Akteure, Interessen, Vorstellungen und Netzwerke sich dahinter verbergen.</p>
<p>Mitherausgeberin Maria Schwertl dagegen untersuchte Identifikationsobjekte in deutsch-/türkischen Wohnungen in München. Wie richten Türken in München ihrer Wohnungen ein? Welche Rolle spielt ihre türkische Identität? Oder ganz einfach: Wer schon immer mal wissen wollte, was sein türkischer Nachbar eigentlich da für ein seltsames Saiteninstrument in seiner Wohnung stehen hat, aber nie zu fragen wagte, dem kann dieser Aufsatz helfen – und außerdem für ein besseres Verständnis der Lebenswelt seines Nachbarn sorgen.  </p>
<p>Neben wissenschaftlichen Konzepten, die verhandelt werden, gibt der Band auch ganz konkrete Einblicke in alltägliche Lebenswelten. So erzählt beispielsweise Jan Kreck von zwei Tibeterinnen, die im Asylbewerberheim Schwierigkeiten mit der Nahrungsbeschaffung haben, da sie mit der heimeigenen Einkaufsliste, die sie zweimal wöchentlich bekommen, nichts anfangen können: „Erstens existiert sie [die Liste] nur auf deutsch, mit deutschen Maßeinheiten und ohne Bilder. Zweitens erklärt den Flüchtlingen niemand, ob sie jedes Mal etwas ankreuzen müssen oder dürfen (…) drittens gibt es einige Lebensmittel auf der Liste, die den Tibeterinnen vollkommen neu und unbekannt sind.“</p>
<p>Die Sammlung der verschiedensten Migrationsgeschichten, der überraschende Blick auf ein Thema, die verschiedenen Blickwinkel, all das kann festgefahrene Münchenbilder  erschüttern. Das gelingt nicht vielen Büchern.</p>
<p>Die Bookreleaseparty am Montag, 8. Februar, 18 Uhr in der <a href="http://www.glockenbachwerkstatt.de/" target="_blank">Glockenbachwerkstatt</a>.</p>
<p> [Disclosure: Die Autorin arbeitete als Volkskundlerin am Münchner Institut.]</p>
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		<title>Maxim Biller &#8211; Der gebrauchte Jude</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2010/01/17/maxim-biller-der-gebrauchte-jude-2/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 16:33:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Piritta Kleiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Mucbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Der gebrauchte Jude]]></category>
		<category><![CDATA[Maxim Biller]]></category>

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		<description><![CDATA[München in Büchern: Die Autorin erliest sich München. Das MucBuch.
„Im Sommer 1982 ging ich lieber in den Englischen Garten als ins Thomas-Mann-Seminar. Ich stand spät auf, duschte und fuhr mit dem Fahrrad zum Eisbach“. So fängt der neue Roman von Maxim Biller „Der gebrauchte Jude“ an, laut Untertitel ein Selbstportrait. Und eigentlich verraten diese beiden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>München in Büchern: Die Autorin erliest sich München. <strong>Das MucBuch</strong>.</p>
<p>„Im Sommer 1982 ging ich lieber in den Englischen Garten als ins Thomas-Mann-Seminar. Ich stand spät auf, duschte und fuhr mit dem Fahrrad zum Eisbach“. So fängt der neue Roman von Maxim Biller „Der gebrauchte Jude“ an, laut Untertitel ein Selbstportrait. Und eigentlich verraten diese beiden Sätze schon sehr viel über den Inhalt dieses Buches.</p>
<p><span id="more-5401"></span></p>
<p>Es geht um Thomas Mann, den Biller für einen ausgemachten Antisemiten hält, es geht um München, wo Biller sich, verglichen mit Hamburg, gerne aufhält, und es geht darum, was Biller lieber tun will und was er lieber nicht tun will beziehungsweise was er lieber hätte lassen sollen. Schließlich fühlt er sich, rückblickend auf sein bisheriges Leben, als gebrauchter Jude.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-5402" title="9783462037036_5" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/01/9783462037036_52.jpg" alt="9783462037036_5" width="365" height="230" /></p>
<p>Der Journalist und Schriftsteller <a href="//de.wikipedia.org/wiki/Maxim_Biller" target="_blank">Maxim Biller</a>, der als Zehnjähriger mit seinen russischen Eltern aus Prag nach Deutschland migrierte, problematisiert in seinen Büchern sein Jüdischsein oder das Deutschsein der Nichtjuden in Deutschland.</p>
<p>Und meistens beschwert er sich über die deutschen Nichtjuden. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henryk_M._Broder" target="_blank">Henryk M. Broder</a>, der Billers Band für den Spiegel rezensiert hat, schreibt, er richte sich ein im „Universum aus Weltschmerz, Wehmut und Wehleidigkeit” und stellt ihn ein bisschen als den Münchner Dandy dar, der nur an seinen nächsten Nachmittag im Schumann’s denkt, während Broder und Biller gemeinsam in Israel schlechtschmeckende Lasagne essen.</p>
<p>Nun, ein bisschen muss man schon an den <a href="http://www.monaco-franze.com/" target="_blank">Monaco Franze</a> denken oder an den Tscharlie aus den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnchner_Geschichten" target="_blank">Münchner G’schichten</a>, liest man über Billers Zeit in München. Man stellt ihn sich vor mit seiner damals wuscheligen Haarpracht, wie er spät am Tag aufsteht, in den englischen Garten radelt und, man höre und staune, mit der Tochter von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Kaiser" target="_blank">Joachim Kaiser</a> flirtet. Aber bevor man denken kann: dieser Schlingel! – kommt er auch schon wieder, der Weltschmerz. Und trotzdem – oder gerade deshalb – ist „der gebrauchte Jude“ ein vielseitiges, scheinbar leichtfüßig geschriebenes Buch voller Esprit und auch Schwere.</p>
<p>Es ist ein schönes Buch und auch ein wichtiges Buch, zeichnet Biller doch auch ein Portrait seiner Generation, der jüdischen Nachkriegsgeneration in Deutschland. Er schreibt: „Nazis sind mir egal. Ich sehe nicht in jedem alten Mann, der mir in der Straßenbahn gegenübersitzt, einen Freisler oder das Mitglied eines Erschießungskommandos der Wehrmacht.“</p>
<p>Allerdings darf der vorigen Generation, dargestellt durch <a href="http://www.reich-ranicki.com/" target="_blank">Marcel Reich-Ranicki</a>, diese Vergangenheit nicht egal sein. Ein Generationenkonflikt der besonderen Art.</p>
<p>Und so versucht er ständig, Herrn Reich-Ranicki klar zu machen, dass dieser auch ein gebrauchter Jude ist. Erst am Ende des Buches lässt er davon ab und Biller gesteht Ranicki, dass er ihn für einen Juden hielt, der keiner sein will. Ranicki hielt Biller für einen jüdischen Antisemiten. Das ist er sicher nicht.</p>
<p>Aber was will Biller sein? Er schreibt, er sei Jude und nichts als Jude, aber will er das auch sein? Nach dem Zuschlagen des Buches denkt man an die schönen Beschreibungen, an Donny Gold und vielleicht auch an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_di_Lorenzo" target="_blank">Giovanni di Lorenzo</a>, dem man gerne mal die Hand schütteln würde. Und daran, was Biller wohl sein will. Ich denke seine Antwort wäre: „A bissl was geht immer, aber was soll ich machen? I love my Leid“.</p>
<p><em><a href="http://www.kiwi-verlag.de" target="_blank">Foto: Kiwi</a></em></p>
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		<item>
		<title>Hermann Lenz – &#8220;Herbstlicht&#8221;</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2009/12/12/hermann-lenz-%e2%80%93-herbstlicht/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Dec 2009 11:59:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Piritta Kleiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Mucbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Herbstmilch]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann Lenz]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>

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		<description><![CDATA[München in Büchern: Die Autorin erliest sich München. Das MucBuch.
Als Eugen Rapp nach München kommt, wird alles gut.

Seine Frau, Hanne, wird nicht klar gezeichnet in dem Roman Herbstlicht, und doch spürt man, dass dieser Eugen Rapp ohne sie nicht wäre, was er ist.
Einerseits wirkt sie seltsam verwischt, andererseits verteilt sie Wahrheiten, die so klar sind, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>München in Büchern: Die Autorin erliest sich München. <strong>Das MucBuch.</strong></p>
<p>Als Eugen Rapp nach München kommt, wird alles gut.</p>
<p><span id="more-4415"></span></p>
<p>Seine Frau, Hanne, wird nicht klar gezeichnet in dem Roman <em>Herbstlicht</em>, und doch spürt man, dass dieser Eugen Rapp ohne sie nicht wäre, was er ist.</p>
<p>Einerseits wirkt sie seltsam verwischt, andererseits verteilt sie Wahrheiten, die so klar sind, dass Hermann Lenz alias Eugen Rapp es vielleicht fröstelt bei Aussagen wie diesen: „Wenn du nicht nach München hingezogen wärest, hättest du nie den Büchner-Preis bekommen”.</p>
<p>Normalerweise hütet sich jeder Literaturwissenschaftler davor die Ich-Figur eines Buches als den Autor zu identifizieren. Doch Lenz (1913-1998) geht von dem Schreiben-Wie-man-ist-Konzept aus und machte keinen Hehl daraus, dass in seinem zehnbändigen Zyklus die Hauptfigur Eugen Rapp sein alter Ego ist. So kann man den Zyklus als Autobiographie sehen, was leicht dazu verleitet, alles in diesem Roman aufschlüsseln zu wollen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4416" title="herbstlich" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2009/12/herbstlich.jpg" alt="herbstlich" width="430" height="286" /></p>
<p><em>Obelisk am Karolinenplatz: Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/14646075@N03/" target="_blank">digital cat I</a></em></p>
<p> </p>
<p>Eugen Rapp, der bereits in München studierte, kehrt aus seiner Heimat Stuttgart 1975 wieder in die bayerische Landeshauptstadt zurück, da ihn ein Erbstreit mit der Schwester aus dem elterlichen Haus verjagte.</p>
<p>Hier beginnt Hermann Lenz´ erster Münchenroman, der sich immer wieder an den Gegensätzen zu Stuttgart reibt. München erscheint anfangs „zu groß“, die Hauptfigur, ausgestattet mit dem typisch schwäbischen Namen Rapp, denkt immer wieder an sein Stuttgart, dort machte er Fahrradausflüge in der schönen, gutmütigen schwäbischen Landschaft. Einziger Ausgleich scheint hier der englische Garten zu sein, der ihn vor der Millionenstadt rettet.</p>
<p>Und trotzdem, nach und nach findet sich Eugen Rapp, er ist bereits in seinen Sechzigern, wieder ein in diese Stadt, in den Jahrmarkt der Eitelkeiten rund um das literarische Milieu in dem er sich bewegt. Lenz, dem erst sehr spät die Anerkennung als Autor zuteil wurde, wundert sich durch seine Figur Eugen Rapp über die Gepflogenheiten der Kreise, in denen er sich jetzt bewegt. Mit leiser Ironie beschreibt er die kleinen Intrigen und Absurditäten, die das literarische Leben Münchens umgeben.</p>
<p>Und doch zeichnet er ein mildes Licht über seine Münchenerfahrungen, hier wird er geschätzt, ganz im Gegensatz zu seiner Heimat Stuttgart, wo sein später Ruhm nur auf Unverständnis stieß.</p>
<p>Hermann Lenz schrieb keinen Roman über die Orte oder den Habitus der Stadt München. Er beschreibt, wie er sich in der Stadt als bereits älterer Herr sozialisiert, was ihm fehlt, aber auch was er schätzt und letztendlich dazu bewegt in dieser Stadt alt zu werden. Kein bisschen plakativ erzählt Hermann Lenz sein Leben in München, eigentlich ganz still beschreibt er sich auch über die anderen Menschen. Schön.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Do dat dir da Datti a hoifa&#8221;</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2009/12/09/do-dat-dir-da-datti-a-hoifa/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 16:58:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carl Pollock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Mucbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschenkideen müsste man haben. mucbook stellt vor, was man zu Weihnachten unter den Baum legen kann. Dieses Mal: das Hörbuch &#8220;Tief in Bayern&#8221;.

Was denn? Das Hörbuch „Tief in Bayern“. 
 
Wer denn wem? Der Vater, der auf dem BMW ein „Mir ren’ Boarisch“-Aufkleber hat, schenkt die Doppel-CD der Schwiegertochter aus dem hohen Norden (also nördlicher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Geschenkideen müsste man haben. mucbook stellt vor, was man zu Weihnachten unter den Baum legen kann. Dieses Mal: das Hörbuch &#8220;Tief in Bayern&#8221;.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4248" title="tiefinbayern" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2009/12/tiefinbayern.jpg" alt="tiefinbayern" width="430" height="430" /><span id="more-4247"></span></p>
<p><strong>Was denn?</strong> Das Hörbuch „Tief in Bayern“.<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Wer denn wem?</strong> Der Vater, der auf dem BMW ein „Mir ren’ Boarisch“-Aufkleber hat, schenkt die Doppel-CD der Schwiegertochter aus dem hohen Norden (also nördlicher als Augsburg).</p>
<p><strong>Was sagt er dazu? </strong>„Do dat dir da Datti a hoifa, wenn’st es ned verstehst.“</p>
<p><strong>Und um was geht’s? </strong>„Tief in Bayern“ ist der Forschungsbericht des texanischen Ethnlogie-Professors McCormack (Simon Suggs University).  Betrachtet werden Physiognomie, Geschichte, Sprache – mit einem köstlichen Exkurs zur vierfachen Verneinung, die im Bayerischen bejahend ist („Bei uns hat no nia kaina, koan Durscht net leidn müss’n“) und zur Amtssprache („Es bestand zu keiner Zeit keinerlei Gefahr“) -, Staat und Politik des Bayernstammes. Kleine Alltagsrituale bis zum Verhältnis zu Religion und Essen – nichts entgeht dem kritischen Blick des Ethnologen. Die Arbeitsdefinition für ein Stammesmitglied ist übrigens: ein Mensch, der innere Befriedigung dabei findet, wenn er Fremden den falschen Weg zum Hofbräuhaus zeigt. – Seit Feuchtwanger hat wohl niemand mehr so hassliebend herzlich auf die Bayern geblickt.</p>
<p><strong><em>R.W.B. McCormack: Tief in Bayern (Hörspiel). Vorgetragen von Monika Gruber und Florian Fischer. Mit Musik von LaBrassBanda, Hans Söllner, Coconami und Zither-Manä. Zwei CDs (156 Minuten). Eichborn Verlag 2009. 17 Euro 95.</em></strong></p>
<p>PS: Ach ja, weil’s dann doch einige nicht wissen: R.W.B. McCormack ist natürlich niemand anderes als Gerd Raeithel, der ehemalige LMU-Anglistik-Professor und Autor der dreibändigen Geschichte der nordamerikanischen Kultur. Eine Simon Suggs Universität hat es natürlich niemals nie nicht gegeben.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Tukan-Preisträger Robert Hültner: &#8220;Schiller ist ein Krimierzähler&#8221;</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2009/12/05/geschichten-suchen-und-verfugbar-machen-hultner-uber-munchen-und-literatur/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2009/12/05/geschichten-suchen-und-verfugbar-machen-hultner-uber-munchen-und-literatur/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 15:38:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes Kerber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Mucbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=4076</guid>
		<description><![CDATA[Am Montag wird dem Schriftsteller Robert Hültner der Tukan-Preis verliehen. Heute spricht er hier über München, Krimis und die Zwanziger Jahre. Ein Interview.


Der Tukan-Preis, dotiert mit 6.000 Euro, ist, nach dem Selbstverständnis der Verleihenden, &#8220;eine Auszeichnung für die sprachlich, formal und inhaltlich herausragende literarische Neuerscheinung eines Münchner Autors/einer Münchner Autorin&#8221;, der unter Berücksichtigung der Qualität [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Montag wird dem Schriftsteller Robert Hültner der Tukan-Preis verliehen. Heute spricht er hier über München, Krimis und die Zwanziger Jahre. Ein Interview.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4077" title="katejan_front" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2009/12/katejan_front.jpg" alt="katejan_front" width="430" height="594" /></p>
<p><span id="more-4076"></span></p>
<p><em>Der Tukan-Preis, dotiert mit 6.000 Euro, ist, nach dem <a title="Tukan Preis" href="http://www.muenchen.de/Rathaus/kult/kulturfoerderung/preise/tukanpreis/91887/index.html" target="_blank">Selbstverständnis der Verleihenden</a>, &#8220;eine Auszeichnung für die sprachlich, formal und inhaltlich herausragende literarische Neuerscheinung eines Münchner Autors/einer Münchner Autorin&#8221;, der unter Berücksichtigung der Qualität der bisherigen Arbeit vergeben wird. Dieses Jahr geht der Preis an den Münchner Schriftsteller <a title="Autorenwebsite" href="http://www.robert-hueltner.de" target="_blank">Robert Hültner</a>, 1950 im bayerischen Inzell geboren. Ausgezeichnet wird vor allem sein neuer Roman <a title="Leseprobe auf Mucbook" href="http://www.mucbook.de/2009/12/05/%C2%BBwas-hat-uns-eigentlich-ein-russ-zu-befehlen-wir-sind-die-bayerische-partei-%C2%AB/" target="_blank">“Inspektor Kajetan kehrt zurück”</a>. Die <a title="Literaturhaus" href="http://www.literaturhaus-muenchen.de/programm/veranstaltung.asp?ID=7455" target="_blank">Preisverleihung mit Lesung</a> findet am Montag, den 7. Dezember, im Saal des Literaturhauses statt.</em></p>
<p><strong>Leser wie Kritik – alle loben immer wieder ihre historischen Kenntnisse. Die Tukan-Jury <a title="Jurybegründung" href="http://www.muenchen.de/Rathaus/kult/kulturfoerderung/preise/tukanpreis/377707/hueltner.html" target="_blank">nannte</a> ihr neues Kajetan-Buch „zeitgeschichtlich geerdete“ und „akribisch recherchiert“. Wie versetzen Sie sich in das München der späten 1920er Jahre?</strong></p>
<p>Das ist eigentlich gar nicht so schwer. Einerseits recherchiere ich in Archiven – da ist besonders das Münchner Stadtmuseum und das Stadtarchiv zu nennen –, andererseits, und das ist mir immer wichtiger gewesen: Ich spreche viel mit Leuten, die die Zeit noch erlebt haben und die persönliche Bezüge haben. In den 1990ern, als ich die ersten Romane geschrieben habe, gab es noch viele Leute aus dieser Zeit. Tagebücher und Zeitungen aus der Zeit zu lesen ist auch ergiebig, oft ergiebiger als in Archiven zu wühlen, weil man dort nur sehr ausgewähltes Material findet.</p>
<p><strong>Die Jury verglich Sie mit einem der großen Münchner Autoren: Lion Feuchtwanger. Sein „Erfolg“ spielt auch in den Zwanziger Jahren…</strong></p>
<p>Das ist natürlich zu viel der Ehre! Aber natürlich gibt es Ähnlichkeiten: Denn erstens behandle ich die gleiche Zeit. Und, zweitens, ich versuche – wie soll ich sagen? –, ich versuche, den gleichen kritischen und unsentimentalen Blick mitzubringen.</p>
<p><strong>Wie stand Feuchtwanger zu München?</strong></p>
<p>Es wird oft vergessen, dass Feuchtwanger Urmünchner war. Aber als Jude hat er natürlich auch unter dieser Stadt gelitten. Deshalb hatte er von Haus aus einen geschwärzten Blick auf die Stadt. Für ihn war die Stadt – das sieht man besonders am „Erfolg“ – von entscheidender Bedeutung.</p>
<p><strong>Welche Rolle spielt München für ihr Schreiben?</strong></p>
<p>Bei mir ist es anders: Ich bin auf dem Land geboren und als 16-Jähriger für die Berufsausbildung nach München gekommen – und dann geblieben. Ich habe <em>deshalb</em> einen distanzierten Blick auf die Stadt. Oft war das kein Vorteil, auch wenn ich es heute so einschätze. Mir gab München immer Anlass, sich mit Geschichten zu beschäftigen. Diese Geschichten zu suchen und verfügbar zu machen – das war für mich sehr wichtig.</p>
<p><strong>Wie war es, als 16-Jähriger nach München zu kommen?</strong></p>
<p>Ich habe damals eine Ausbildung als Schriftsetzer gemacht. Das war ein ganz toller Beruf, den es heute leider nicht mehr gibt. Damals, 1966, hat München noch völlig anders ausgeschaut. Der eigentliche Entwicklungssprung, den München gemacht hat, kam nach der Olympiade. Wo heute das Gasteig ist, da war damals eine einzige Trümmerlandschaft. Diese Entwicklung mitzuverfolgen war sehr spannend für mich.</p>
<p><strong>Ist es interessanter geworden?</strong></p>
<p>Die Stadt hat sich so entwickelt, wie sie sich entwickeln wollte. Aber was schade ist: Die Geheimnisräume, wie ich sie nenne, sind aus dem alten Zentrum verschwunden. Immer mehr Viertel werden durchkommerzialisiert. Das liegt besonders an den Mietpreisen. So gesehen ist die Entwicklung keine gute, aber: Mein Gott, Städte haben sich immer entwickelt und es kommt darauf an, dass die Leute, die in einer Stadt leben, etwas dagegen unternehmen, wenn’s ihnen nicht passt.</p>
<p><strong>Sie haben etwas dagegen unternommen: Sie haben sich vom München des Jahres 2009 ins München 1928 versetzt. Weshalb noch mal Inspektor Katejan? Weshalb noch mal die späten Zwanziger?</strong></p>
<p>Die Zwanziger waren eine unglaublich wichtige Zeit für die Münchener und die bayerische Geschichte. Damals ist viel gemacht und entwickelt worden, das bis heute entscheidend ist. Vor allem gab es damals einen unglaublichen Kontrast: 1918 – die Revolution. Dann: 1933. Die Zwanziger waren von der Frage bestimmt: Wie soll es weitergehen? Uns, die wir wissen, dass es 1933 bis 1945 gegeben hat, erscheinen die Zwanziger Jahre immer als „verlorene Zeit“. Aber die Leute haben das damals natürlich anders empfunden – ist ja klar. Im politischen Bereich, in der Kunst und im Theater: Überall sind Dinge entstanden, von denen wir heute noch zehren. Diese Erfahrungen und auch die, die 1933 verloren gingen, wieder verfügbar zu machen – darum ging es mir.</p>
<p><strong>Und weshalb ein Krimi? Sie haben die Bedeutung der Zwanziger Jahre hervorgehoben – aber das erklärt noch nicht die Form.</strong></p>
<p>Es sind natürlich Krimis, das ist schon richtig, aber es sind auch dramatische Erzählungen. Und die Ereignisse damals, die waren sehr dramatisch, und da bietet sich die Krimi-Form einfach an. Und Krimis zu schreiben macht Spaß: Man muss sehr stark mit dem Publikum kommunizieren. Ich muss mir genau überlegen, wo ich eine Information einsetze, und wo ich sie zurückhalte. Wo die Spannung drosseln, wo das Tempo erhöhen?</p>
<p><strong>Ich weiß nicht genau, wie ich die letzte Frage formulieren soll: Ein Krimi ist ein nicht ganz typischer Vertreter der Tukan-Gewinner. Ich denke an Uwe Timms „Rot“ oder an Christine Wunnickes „Serenity“ oder an Maxim Billers „Land der Väter und Verräter“&#8230; Woran liegt das?</strong></p>
<p>Vielleicht wurde erkannt, dass meine Bücher nicht allein Krimis sind, sondern ich in den Krimis auch sehr viel mit romanhaften Elementen spiele. Aber: Ich habe Probleme mit der strikten Trennung zwischen Krimis und der sonstigen Literatur. Große Romane und Theaterstücke sind häufig Kriminalerzählungen – Schiller ist ein Krimierzähler. Ich möchte mich einfach als Erzähler spannender und unterhaltender Erzählungen sehen.</p>
<p><em>(Foto: Privat)</em></p>
<p><em><strong>Am 7. Dezember liest Robert Hültner um 19 Uhr im Münchner Literaturhaus (Salvatorplatz 1) im Rahmen der <a title="Tukanpreisverleihung" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.muenchen.de');" href="http://www.muenchen.de/Rathaus/kult/presse/november/377703/tukan_preis.html" target="_blank">Tukan-Preisverleihung 2009</a>.</strong></em> <strong><em>Es sprechen Stadtrat Klaus-Peter Rupp und Dr. Hans Dieter Beck, Vorsitzender des Tukan-Kreises. Die Laudatio hält Ulrich Klenner. Der Eintritt ist frei, um </em><em>Anmeldung (unter Tel. 089/29 19 34-27) wird gebeten.</em></strong></p>
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		<title>Georg M. Oswald – &#8220;Vom Geist der Gesetze&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 14:14:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Piritta Kleiner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[München in Büchern: Die Autorin erliest sich München. Das MucBuch.
Unlängst ist das Buch des ehemaligen bayerischen Finanzbeamten Wilhelm Schlötterer erschienen, in dem er das System Franz Josef Strauß und seine Mechanismen anprangert – Korruption, Mauschelei, Begünstigung von Freunden, gezieltes Mobbing von Gegnern.
Starker Stoff. Ganz so weit wagt sich der Schriftsteller und Rechtsanwalt Georg M. Oswald in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>München in Büchern: Die Autorin erliest sich München. D<strong>as MucBuch</strong>.</p>
<p>Unlängst ist das Buch des ehemaligen bayerischen Finanzbeamten <a href="http://www.br-online.de/aktuell/news/edmund-stoiber-franz-josef-strauss-enthuellung-ID1247212785339.xml" target="_blank">Wilhelm Schlötterer </a>erschienen, in dem er das System Franz Josef Strauß und seine Mechanismen anprangert – Korruption, Mauschelei, Begünstigung von Freunden, gezieltes Mobbing von Gegnern.<span id="more-2597"></span></p>
<p>Starker Stoff. Ganz so weit wagt sich der Schriftsteller und Rechtsanwalt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_M._Oswald" target="_blank">Georg M. Oswald</a> in seinem Buch „Vom Geist der Gesetze“ nicht vor, er darf es nicht, da seine Satire auf die bayerische Justiz und die Politiker nicht funktionieren würde, wäre sie zu offensichtlich.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2728" title="oswald" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2009/11/oswald.jpg" alt="oswald" width="200" height="330" /></p>
<p>Schauplatz des Buches ist, natürlich,  München. Ein als „Scharfmacher“ geltender Politiker, der nicht nur seinem Schwiegervater sondern auch immer dem Ministerpräsidenten imponieren möchte, fährt einen erfolglosen Drehbuchautor an und begeht Fahrerflucht. Hier überlegt der Leser noch – verquickt Oswald möglicherweise Fälle, die so nicht zusammengehören? Was äußerte unlängst ein ehemaliger Ministerpräsident der CSU? Ein &#8220;gestandenes Mannsbild&#8221; vertrage an einem Abend auch &#8220;zwei in der Regel schlecht eingeschenkte Maß&#8221;, wenn er sie über den Wiesnabend verteilt trinkt. So so. Da im Buch aber kein Alkohol im Spiel war, liest man erst einmal weiter.</p>
<p>Dann nimmt uns der Autor auf eine schicke Münchner Abendgesellschaft in Nymphenburg mit, die der kaltschnäuzige Staranwalt Heckler und seine Frau, man achte auf den Humor des Juristen Oswald, Philomena, geben. Spätestens hier ist es dann vorbei mit den subtilen Andeutungen, denn der Ministerpräsident selbst erscheint auf der Party und hält eine Rede, bei der er den Namen des Gastgebers verwechselt. &#8221;Da er für bizarre Versprecher bekannt war und mit weitaus schlimmeren schon politische Krisen ausgelöst hatte, fasste man diesen beinahe wie ein gelungenes Bonmot&#8221;, schreibt Oswald.</p>
<p>Spätestens jetzt weiß der Leser, auf welchem Parkett man sich mit diesem Buch bewegt, und beginnt zu überlegen: welcher Hinweis im Buch ist welchem Fehltritt innerhalb der großen bayerischen Volkspartei geschuldet. Es gibt so viele. Einerseits unterhält das den Leser, da die Suche nach realen Personen und Ereignissen einem plötzlich wie ein Spiel erscheint, Autounfall? Klar, da war doch was, war aber noch zu Strauß-Zeiten. Rüstungsaffäre? Jaja, ich weiß Bescheid. Der eigentliche Plot geht dadurch aber ein wenig unter, doch ohne die Verstrickungen in die Politlandschaft Bayerns käme er natürlich auch ein bisschen dünn daher.</p>
<p>Der Politiker kommt am Ende, mit Hilfe seines Staranwaltes, natürlich sehr milde davon und wird erst einmal in eine Stiftung abgeschoben, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Wem das aus der CSU bekannt vorkommt, kann beim Lesen des Buches auch mal die Wut packen, zu offensichtlich scheinen die „Großghopferten“ der Münchner Kreise immer wieder davonzukommen. Auf der anderen Seite lebt auch der München-Mythos von seinen Skandalen. Und die Münchner Schickeria braucht Mausoleen wie das Moshammer-Grab.</p>
<p>Bleiben wir beim Modezar: in welcher anderen Stadt kann man leben und geliebt werden,  obwohl man beim Eurovision Songcontest-Vorentscheid sich bis auf die Knochen blamiert hat und zusätzlich noch Autor des Buches:  „<em>Ich, Daisy. Bekenntnisse einer Hundedame“ </em>ist? Eben, nur in München. Und deswegen mag man als ordentlicher Münchner zwar die CSU so überhaupt nicht, aber ohne sie wäre es auch schrecklich langweilig. Und was würde Georg M. Oswald machen ohne die spezielle Münchner Gesellschaft? Nur im Gericht hocken. Eben, und das wäre ja auch ziemlich freudlos.</p>
<p><em>Die Autorin erliest sich München. Aus alten und neuen, guten und schlechten, dicken und weniger dicken Büchern. München literarisch – <strong>das MucBuch</strong>.</em></p>
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		<title>Ludwig Thoma: &#8220;Die Münchnerinnen&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 20:19:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Piritta Kleiner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[München in Büchern und  Münchner Autoren: Die Autorin erliest sich München. Aus alten und neuen, guten und schlechten, dicken und dünnen Büchern. München literarisch &#8211; das MucBuch.
 Ludwig Thoma: &#8220;Die Münchnerinnen&#8221;

Diesen Sommer horchten liierte Münchner Männer misstrauisch auf: Laut einer Umfrage leben in der bayerischen Landeshauptstadt die untreuesten Frauen. Oh weh, dachte sich wohl da der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>München in Büchern und  Münchner Autoren: Die Autorin erliest sich München. Aus alten und neuen, guten und schlechten, dicken und dünnen Büchern. München literarisch &#8211; <strong>das MucBuch</strong>.</p>
<p> Ludwig Thoma: &#8220;Die Münchnerinnen&#8221;</p>
<p><span id="more-1326"></span></p>
<p>Diesen Sommer horchten liierte Münchner Männer misstrauisch auf: Laut einer Umfrage leben in der bayerischen Landeshauptstadt die untreuesten Frauen. Oh weh, dachte sich wohl da der eine oder andere Münchner.</p>
<p>Den Katerjammer hätten sich die gemütlichen Herren sparen können, die es jetzt für geboten hielten, die Handtaschen ihrer Freundinnen zu durchkramen, und &#8211; es bleibt einem aber auch nichts erspart &#8211; sich durch die alle Zeichen auskostenden SMS ihrer Frauen zu kämpfen, wenn, ja wenn sie vorher Ludwig Thoma gelesen hätten. Denn nach der Lektüre der „Münchnerinnen“ hätten sie gewusst: So manch schöne Oberbayerin sucht sich hin und wieder ein G’schpusi.</p>
<p>Die adrette Paula, Frau des Spezereiwarenhändlers Benno Globerger, wird erst durch ihre Freundin Resi auf den Geschmack gebracht. Lange grämt sich die Unglückliche, gefangen in ihrem Leben mit einem Mann, der seine Zeit lieber in Wirtshäusern verbringt, als sich mit ihr zu beschäftigen: „Nur ganz allmählich setzte sich in ihr eine leise Missachtung gegen den Mann fest, der immer von Grundsätzen und vom Ernst des Lebens sprach, wenn er seinen nichtssagenden Freuden nachging und sie vernachlässigte.“ Während sich ihre Freundin Resi mit „Ottibubi“ vergnügt, findet Paula ihr Glück bei dem feschen Studenten Franz. Die einfach Bürgersfrau verwandelt sich, beflügelt durch ihren gebildeten Student aus besserem Hause. Sie kleidet sich anders, verwendet „lauter Ausdrücke, die man im Hause noch nicht gehört hatte“, stört sich an Bennos schlechten Tischmanieren und gibt auf einmal so scharfe Antworten, wie man sie von dem eigentlich ruhigen, gutmütigen Frauenzimmer nicht kennt. Doch Paulas ungewöhnliches Verhalten bemerkt leider nur Bennos Mutter: „Dem Benno natürlich fiel nichts auf, der wollte nur seine Ruhe haben.“</p>
<p> </p>
<div id="attachment_1330" class="wp-caption alignnone" style="width: 440px"><img class="size-full wp-image-1330" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2009/10/Ludwig_thoma_karl_klimsch19091.jpg" alt="Ludwig Thoma, Bild von Karl Klimsch (1909)" width="430" height="521" /><p class="wp-caption-text">Ludwig Thoma, Bild von Karl Klimsch (1909)</p></div>
<p> </p>
<p> </p>
<p>Benno dagegen stürzt sich in waghalsige Spekulationsgeschäfte, will ans große Geld. Und neben den schönen Münchnerinnen greift Thoma auch hier ein ewiges Münchner Thema auf: die Klage über die Verschandelung des schönen Isar-Athens durch geldgierige Spekulanten. So spricht wohl Thoma durch den alten Major Prechtl, wenn er – heute so aktuell wie damals &#8211; schreibt: „Universität, Bibliothek, für Kunstsammlungen die Glyptothek, die Pinakotheken, net wahr, die haben unserm München den bestimmten Charakter geben sollen: Kunststadt (…) Das alles hat größere Zwecke verfolgt, is ins Große gangen. Was baut ma denn jetzt? Kaffeetempel, Bierpaläste (…) als dass des ganze Jahr ein Freß- und Saufkarneval is?“</p>
<p>Doch Ludwig Thoma würde sich bestimmt freuen, wenn er wüsste, dass sein Isar-Athen heute mehr Isarmetropole als griechische Hauptstadt ist. Denn während man das heutige Athen wohl ohne schlechtes Gewissen als „Hinterhof der Großstädte“ bezeichnen kann, hat sich München, trotz einiger architektonischer Sünden, noch viel Charme bewahrt.</p>
<p>Ludwig Thoma war kein Münchner Kindl, aber zeitlebens mit der Stadt verbunden. In München hörte er Vorlesungen über Schiller, dort heiratete er die Tänzerin Maria Trinidad de la Rosa und bezog mit ihr eine gemeinsame Wohnung. Und in Stadelheim saß er wegen Beleidigung von Vertretern der Sittlichkeitsvereine. Das wilde Treiben der Stadt, die Cafés und Bierhäuser, das alles zog ihn an aber stieß ihn wohl auch ab, denn 1908 zog er sich in die Natur an den Tegernsee zurück.</p>
<p>Ob Benno sich an der Stadt „vergeht“, und sich den Verlockungen des Geldes beugt, erfahren wir nicht, der Roman blieb Fragment. Paulas Glück ist jedenfalls nur von kurzer Dauer. Der Student lässt sie sitzen. Und die Resi lässt Thoma am Ende resigniert sagen: „Die meisten Ehen taug´n nix, und die Verhältniss’ erst recht net.“ Vielleicht ein Trost für die gemütlichen Münchner Männer: man kann alles aussitzen, also ruhig Blut.</p>
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