mucmusi, tagebook von Anderswo&Hier
DANCE DANCE DANCE: Cosby im Cord
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Frisch, kreativ: Cosby – eine Band, vier Münchner auf der Electro-Pop-Welle nach oben.
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26. März 2015 | Kommentieren


mucmusi
Finnland-Special im Jazzclub Unterfahrt
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Es kommt musikalisch viel Hörenswertes aus dem Norden – gerade auch in Sachen Jazz. So stellt von 25. bis 28. März nun auch der Jazzclub Unterfahrt sein Programm unter das Motto „European Jazz made in … Finland“. Continue reading “Finnland-Special im Jazzclub Unterfahrt” »

25. März 2015 | Kommentieren


mucmusi
Gescheit getanzt: “City of O” by Pollyester
von in Feiern & Kultur

Pollyester
„City Of O“
(Disko B/Schamoni Musik)

Gepasst hätte es wohl, gemeint war’s aber nicht: Polina Lapkovskaja aka. Pollyester hatte für den Titel ihres neuen Albums keinesfalls den Sadomaso-Chic der Pauline Réage im Sinn. Vielmehr verweist “City Of O” auf die künstlerische Nachbildung des Orionsternzeichens in Form einer Fantasiefestung (Hannsjörg Voth/Ingrid Voth-Amslinger) in der marokkanischen Wüste, ein “Sehnsuchtsort” der Münchner Electroformation, so zumindest das Label. Continue reading “Gescheit getanzt: “City of O” by Pollyester” »

05. März 2015 | Kommentieren


mucmusi, Vorverkauf läuft
Antilopen im Strom
von in Feiern & Kultur

Das Rapperkollektiv Antilopen Gang ist am 25. Februar wieder in München! Offenbar gefällt ihnen die Stadt, denn das letzte (ausverkaufte) Konzert war erst im Dezember.
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06. Februar 2015 | Kommentieren


mucmusi
Monobo Son: Trotzdem
von in Feiern & Kultur

Monobo Son
„Jambo“

(International Bohemia)

Ganz so vorbehaltlos abfeiern wie noch vor ein paar Jahren möchte man die andauernde Lust am bayerischen Dialekt und Brauchtum heute nicht mehr. Vor Zeiten ließ sich beobachten, wie sich eine Reihe von jungen Künstlern, Filmemachern, Autoren und Musikern erfolgreich aufmachte, dem traditionell Mundsprachlichen die Hinterwäldlerei und Volkstümelei auszutreiben und es zum Sinnbild für eine vielgestaltige, weltoffene und zugleich traditionsbewusste Lebensart zu machen. Seit aber versucht wird, dem Ganzen mit werbewirksamer Umarmung der staatlichen Kulturamtlichkeit die Spontaneität und Unangepasstheit auszutreiben, seit sich ein Heimatministerium um die Einhaltung der richtigen Linie kümmert, alle vom ‘Mia-Gfui’ (Focus) beseelt sind und dahoam sowieso dahoam is, läßt sich eine gewisse Sättigung, ja Überdrüssigkeit kaum mehr verbergen.

Sei’s drum: Manuel Winbeck gehört als Posaunist von La Brass Banda quasi zur Speerspitze des besagten Aufbruchs, mittlerweile hat er sich mit Monobo Son ein zweites Standbein zugelegt – „Jambo“ ist nach einer EP aus dem Sommer 2013 das Langspieldebüt der fünf Musiker. Dass Winbeck die Rolle als Bandleader nicht übernommen hat, weil er unbedingt mal etwas vollkommen anderes probieren musste, glaubt sofort, wer die Stücke seiner neuen Formation hört – so weit entfernt von den Ideen seines Wegbegleiters Stefan Dettl ist das nämlich gar nicht. Denn natürlich, das gehört zu Winbecks Selbstverständnis und Vita, speist sich der Sound des Quintetts zu großen Teilen aus der bekannten Mixtur von traditioneller Brassmusik mit bayerischer Eigenart und den verschiedensten Einflüssen von Jazz, Afrobeat, (ganz viel) Dance und (ein wenig) Rock.

Hinzu kommt eine offenkundige Vorliebe für Mediterranes, mit der sympathisch hingenuschelten Liebeserklärung an „Angela“ als Münchner Jovanotti gleich zu Beginn nimmt er Anlauf zum eigentlichen Servus: „Aber i bin in Italien, i hob des Fenster obikurbelt und die Haar a weng verwirbelt in Italien, i woas ned wann i wiederkimm, i woas ned ob i wiederkimm.“ – Hilfsausdruck Autofahrerhit (würde der Brenner sagen). Mittendrinnen, davor und danach erfreulich viele elektronische Spielereien, behutsam klopfende Beats und stetiges Wippen, denn in erster Linie ist „Jambo“ tatsächlich eine Tanzplatte geworden. Allerdings sind es mehr die in sich gekehrten, verstohlenen Bewegungen, die hier dem sachten Rhythmus folgen, jazziger Technopop wie bei „Eierspeis“ ist eher die Ausnahme.

Dann doch besser der dezente und charmante Schwung von „Gscheider“, eine leichtfüßige Konsumkritik wie „Nimmer Normal“ oder das Hypochonder-Mantra „Wenn i da hi druck“ – Dance scheint bei Winbeck stets etwas sehr intimes zu sein und weil ihm die Geschichte vom „König von der Strass“ nicht ganz fremd sein kann, glaubt man den Stücken herauszuhören, dass er sie zunächst einmal für sich selbst singt. Eine Platte also, die den Spaß an der zeitgemäßen Umdeutung herkömmlicher Blasmusik-Klänge wachhält, ohne im allzu seichten Trend mitzuschwimmen. Apropos unfreiwillige Umarmung: Kürzlich behauptete eine Moderatorin des BR in einem Beitrag über Andreas Hofmeir, Winbecks Ex-Kollegen bei La Brass Banda, die Tuba sei bekanntlich seit jeher ein Lieblingsinstrument dessen ganz droben gewesen – wer kenne schließlich nicht das Gebet: „Vater, der tu-bist im Himmel“ … Ein Witz so flach, dass wohl beide schon wieder drüber lachen können …

14.02.  Neubeuern, Auers Livebühne
21.02.  Dornstadt, Wildwechsel
27.02.  Schwabmünchen, Museumstraße
28.02.  Seehausen, Westtor
07.03.  Siegsdorf, Cafe Weinmüller
11.03.  Berlin, Badehaus Szimpla Musiksalon
19.03.  Regensburg, Alte Mälzerei
25.03.  München, Substanz
26.03.  Pfarrkirchen, Club Boogaloo
27.03.  Landau, Kuki

06. Februar 2015 | Kommentieren


mucmusi
Ein Mann, ein Bart
von in Feiern & Kultur

Großbritanniens bärtigster Export war wieder einmal zu Besuch in München – Alex Clare spielte am Dienstag in der Muffathalle. Continue reading “Ein Mann, ein Bart” »

05. Februar 2015 | Kommentieren


mucmusi
Jazzachse New York-Berlin
von in

Mit 26 hat Jazzsaxofonistin Charlotte Greve schon einen interessanten musikalischen Weg hinter sich. Die aktuelle Etappe, die Debut-LP „Wood River“ ihres gleichnamigen, neuen Quartetts, stellt die aus Berlin stammende Wahl-New Yorkerin am 05. Februar im Jazzclub Unterfahrt vor. Continue reading “Jazzachse New York-Berlin” »

05. Februar 2015 | Kommentieren


mucmusi
Wem die Stunde schlägt
von in Feiern & Kultur

 

Das Weiße Pferd
„Münchner Freiheit“
(Sub Up Records)

Das liest man jetzt häufiger. Also, diesen Satz von wegen: „Das Weiße Pferd machen die Musik der Stunde.“ Mmh, fragt man sich: Machen die das nicht schon immer? Scheint also die Stunde dem einen oder anderen etwas länger zu schlagen? Denn wenigsten die Hälfte des bunten Haufens hat schließlich schon mit Kamerakino einen ähnlichen Wahnwitz gezimmert, Sanchez, Meyhöfer, Lapkovskaja, Wühr, Tagar, waren alle mit dabei. Und der Pöschl Albert mit Queen Of Japan und Dis*ka auch kein unbedingtes Kind von Sachlichkeit. Und trotzdem stimmt’s wohl, denn „die Stunde“ von heute, also das Leben und was es bestimmt, ist bei genauer Betrachtung manchmal ebenso irre, abgedreht, unerklärlich und schwer zu fassen. Das Weiße Pferd haben mit der Veröffentlichung ihres dritten Albums gleich noch ein altehrwürdiges Label ihrer Heimatstadt reanimiert – das klingt jetzt ausnahmsweise mal sehr rational. Für den Rest allerdings, also die „Münchner Freiheit“ selbst, muss man schon ein gewisses Maß an Aufgeschlossenheit mitbringen, um die Vielzahl an Querverweisen, Referenzen und Parallelen wenigstens halbwegs auf die Reihe zu bekommen (kann man natürlich auch gänzlich bleiben lassen, der Spaß sollte fast derselbe sein).

Ein jedes Stück der Platte für sich eine unglaubliche Ansammlung verrückter Assoziationen, Songs, die einen nicht an die Hand, sondern lieber gleich auf den Arm nehmen, hier wird überhöht, persifliert, kontrapunktiert, dass es kein Halten gibt. Mal linsen Foyer Des Arts um die Ecke, treffen Lou Reed und James Brown den „Underclass Hero“ (bzw. dessen Hinterteil), während Mick Jagger im „Straßenkämpfer“ (vs. „Street Fighting Man“) seine Widmung bekommt. „Akkordarbeit“ landet trotz sonorer Stimmlage bei „Jenseits von Eden“ und den Scherben, und Ramone‘s „Uptown Girl“ wird einfach umgesungen und abgetaut. Mal also mit direktem Bezug, ansonsten wie ein jeder mag, die Stücke funktionieren als Gedankenspielplätze, Haftung wird nicht übernommen. Das ist beileibe nicht albern oder blöde, eine Replik wie „Teutsche Machos“ zu den gängigen Bildungsbürgervorurteilen könnte kaum böser sein: „‘Na, wer kocht bei euch zu Haus? Etwa der Mann?‘ fragt Onkel Biolek die türkischen Gäste in Bio’s Bahnhof … Teutsche Machos, halb so wild, teutsche Machos haben ihr Bild von den Machos aus dem Süden.“

Weil vieles dem Dada verpflichtet scheint, gibt es nur wenige Stücke, deren Sinnhaftigkeit sich so schnell erschließt wie dieses, auch „Die Zukunft“ ist so eins: „Alle, wir und ich, gehen dahin wo die alten Männer sind … die alten Männer sind noch nicht alt genug“ – und wer will, der reflektiert schnell, dass damit wohl unsere Gesellschaft gemeint ist, regiert und normiert und begrenzt von den Ideen und Idealen alter Menschen. „Hört das denn nie auf?“ fragt der Klappentext und sofort hat man Mutter parat: „Die Jungen hassen die Alten, bis die Jungen die Alten sind…“, Besserung also nicht in Sicht. Die Musik des Ein-Pferd-Kollektivs (weitere Assoziation Richtung Animal-Collective-Hipstertum) steht den Worten in nichts nach, bunt verquirlt, vielschichtig, experimentell, jazzig, hypernervös, auch mal zum Gleichklang verwoben mit dem dringlichen, leidenschaftlichen Mantra des „I Want It With You Song“. Liedhaftes? Eher selten. Eine Herausforderung allemal. Heute morgen in der Zeitung gelesen: „Albano und Romina Power machen wieder gemeinsam Musik.“ Auch weird. Und auch Musik zu Stunde. Beides: Felicitá. http://dasweissepferd.de/

20.02.  München, Milla (Release Party)

23. Januar 2015 | Kommentieren


mucmusi, Vorverkauf läuft
Wenn schon, dann so.
von in Feiern & Kultur


Leonie singt
„Leonie singt“

(Gutfeeling Records)

Dunkle Gedanken können durchaus eine geeignete (wenn nicht sogar die einzig gültige) Triebfeder für das Gelingen wirklich guter Songs abgeben – das weiß nicht nur, wer sich die wohltuende Schwermut von Element of Crime seit Jahren über die gebeugte Schulter legt wie einen wärmenden Schal aus dicker, weicher Wolle. Und passenderweise klingt die Musik von Leonie Felle manchmal wie die jüngere, weibliche Entsprechung zum alten Grummler Sven Regener. So und noch viel mehr. Denn nur mit dieser einen Referenz würde man der Fotografin, Künstlerin und Sängerin, die gerade bei Gutfeeling Records ihr mit Spannung erwartetes Debüt veröffentlicht, wohl kaum gerecht werden. Allein der Umstand, dass „Leonie singt“ von Andreas Staebler, Kopf und Stimme des Münchner Vielklangkollektivs G.Rag Y Los Patchekos Hermanos, produziert worden ist, bürgt für Abwechslung und Eigenständigkeit gleichermaßen – die ersten zwölf Songs zusammen mit Hagen Keller, Sascha Schwegeler und Jakob Egenrieder bestechen dann auch durch Vielfalt und Originalität.

Genausowenig, wie sich Felle für eine Sprache entscheiden mag (und gut daran tut), so wenig lässt sie sich auf einen Stil festlegen: Da stehen sparsame, fast zarte Arrangements neben raumgreifenden Rocknummern, treffen erdiger Blues und schiefer Honkytonksound auf chansonhafte Melodien, Akkordeon auf Kontrabass, Mundharmonika auf Megaphon und elektrische Gitarre auf eine singende Säge.
Im Gedächtnis haften dabei, wie erwähnt, vor allem die Stücke von der Schattenseite des Lebens, es hat hier viele davon. Schon die Einstiegszeilen lassen angenehm frösteln: „Yesterday it killed me, today I’m dead, but I’m sleeping and dreaming in heavens bed … sure I’m six feet under, sure I’m dead and cold, sure we come asunder, sure I wasn’t old“ – ein “bag of bones”, lebendig begraben, drastischer kann man Trennungsschmerz kaum illustrieren.
Dazu das wohldosierte Geraspel der Leadgitarre, das später auch „Schön“ und „Abend“ begleitet, wunderbar traurige Lieder von nüchterner Ehrlichkeit. „Es gibt nicht vieles auf der Welt was zählt, doch du und ich allein, das wär doch schon was – oder nicht? Ich würd nichts sagen, würd nur zuhörn, würd nichts fragen, bin ganz da – da nur für dich. Ach, wär das schön!“ Und später: „Was soll ich um was trauern, das es ja gar nicht gibt? Was soll ich um wen trauern, der mich ja gar nicht liebt?“

Natürlich passt auch das Covermotiv der schweren, aufgewühlten See (eine Arbeit von Felle selbst), bestens zu den Enttäuschungen, vergeblichen Sehnsüchten und trostsuchenden Gedanken, die Felle in bildhafte Worte fasst, zu einem Album also, wo Schönheit und Glück zumeist nur im Konjunktiv erscheinen. Denn selbst wenn das Wasser anfangs noch den kindlichen Träumen von unbekümmerter Sorglosigkeit als Kulisse dient („I Wish I Could Sleep Like A Child“) – am Ende ist es doch nur das kalte Dunkel, welches erbarmungslos über einem zusammenschlägt: „Make a hole for me in the sea, waves ought to go down above me. They should rage and romp, let them whirl me around, until I have found my deep blue bed in the sea…“ („Watery Grave“). Vielleicht nicht gerade der passende Soundtrack für einen erwartungsfrohen Jahresanfang, aber keine Sorge, auch in den kommenden Monaten wird sich reichlich Gelegenheit bieten, der Lakonie und Melancholie in den Liedern von Leonie Felle nachzuhören. Denn: Wenn schon betrübt, dann bitte so. www.leoniesingt.de

Leonie singt tritt im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung “15 Jahre Club Zwei” am 31. Januar in der Münchner Muffathalle auf.

03. Januar 2015 | Kommentieren


mucmusi
Start ins Jazzjahr mit max.bab
von in

Manchmal funktioniert sie tatsächlich, die Geschichte mit der Schülerband, die im Lauf der Jahre internationale Erfolge feiert. Ein schönes Beispiel dafür ist die Münchner Formation max.bab, die das diesjährige Konzertjahr im Jazzclub Unterfahrt gleich mit zwei Auftritten am 02. und 03. Januar einleitet. Continue reading “Start ins Jazzjahr mit max.bab” »

02. Januar 2015 | Kommentieren


mucmusi
Dune Pilot LP-Release im Strom
von in Feiern & Kultur

Feinsten Desert- und Stoner-Rock gibt es diesen Freitag im Münchner Strom. Denn dann stellt die Band Dune Pilot ihr erstes Studioalbum vor. Continue reading “Dune Pilot LP-Release im Strom” »

11. Dezember 2014 | Kommentieren


mucmusi
Rockavaria-Update: 19 neue Bands und Contest für lokale Newcomer
von in Feiern & Kultur

Letzte Woche gab der Veranstalter 19 weitere Bands für das Lineup des Rockavaria Festivals bekannt. Continue reading “Rockavaria-Update: 19 neue Bands und Contest für lokale Newcomer” »

04. Dezember 2014 | Kommentieren


mucmusi
„Erinner’ mich an die kleinen Momente“
von in Feiern & Kultur

… singt Clueso in seinem Song „Augen zu“, den er auch am Montag Abend im Zenith zum Besten gab. Wenn wir ihn heute beim Wort nehmen und an die kleinen, schönen Momente des Konzertabends zurückdenken wollen, dann kann das schwer fallen. Nein, bestimmt nicht, weil es keine gab, sondern weil es fast unmöglich ist, alle aufzuzählen.
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03. Dezember 2014 | Kommentieren


mucmusi
Total Vokal
von in

Kaum zu glauben, dass es die Wise Guys schon seit 20 Jahren gibt. Wir Kinder der 90er wuchsen mit Alles Banane und Jetzt Ist Sommer auf und gaben uns wirklich Mühe, auch so toll a cappella singen zu können – leider vergeblich. Besser können das die sechs Jungs aus München, die demnächst ihr neues Album präsentieren: VoiceBreak! Continue reading “Total Vokal” »

02. Dezember 2014 | Kommentieren


mucmusi, Nachtkritik
Ein langer Atem
von in Feiern & Kultur

Iceage
Strom, München, 27. November 2014

Fast mochte man ihn kurz in den Arm nehmen und trösten, denn die Laune war – wer wollte es ihm verdenken – nicht gerade die beste: Eine Stunde nach Konzertbeginn stand Elias Bender Rønnenfelt, Sänger der dänischen Noisepunk-Formation Iceage, schon wieder allein mit Zigarette und Bier vor dem Münchner Strom und sah ziemlich betreten drein. Nicht sein Abend, nicht der seiner Band. Eine Viertelstunde vor Programmbeginn hatte Kermit, die verfilzte Nervensäge, noch sein Lamento “It’s not easy beeing green” vom Band in die gähnende Leere singen dürfen. Und es wurde schnell klar, dass er mit seinen Problemen nicht allein war – ebenso schwierig dürfte es nämlich sein, mit den Erwartungshaltungen des Publikums klarzukommen. Noch schwieriger: Dass an einem Abend nur ganze siebzig (70!) Menschen kommen, die eine Erwartung dabeihaben. Und das bei einer Gruppe, die vor einigen Wochen eines der mutmaßlich besten Rockalben des Jahres vorgelegt hatte, deren mutiger Schwenk vom ohrenbetäubenden Lärm zu windschiefem, düsteren Rock’n Roll in allen führenden Musikplattformen und –magazinen hoch gelobt worden war. Wrong time, wrong place?

In der Rückschau betrachtet vielleicht, dennoch kann man sich ein kleines „Shame on you, Munich!“ nicht ganz verkneifen, gerade weil das dritte Album ein so gutes war und jetzt die spannende Frage im Raum stand, wie die vier Männer denn den deutlich facettenreicheren Sound wohl live hinbrächten. Nun, die Trompeten und Pianos von „Plowing Into The Field Of Love“ hatte jetzt ehrlicherweise niemand erwartet, trotzdem: Obwohl Iceage vornehmlich neues Material spielten, taten sie dies überwiegend noch im „Youth Brigade/You’re Nothing“-Modus, dem brachialen der Vorgänger also, der nicht viele der ungewohnten Zwischentöne zuließ. Die lässig arrogante Attitüde bei Rønnenfelt stimmte zwar – wirrer Blick, torkelnder Tanz – eine kleine Moshpit (bei der Zuschauerzahl schon eine Herausforderung) ließ sich auch bewerkstelligen, allein die Songs kamen etwas zu mächtig rüber. “What’s gone is best forgotten” lautet eine Textzeile aus “Let It Vanish”, man hätte der Band gewünscht, dass sie den Ratschlag auch selbst beherzigt. So konnten wunderbare Nummern wie “The Lord’s Favorite”, “Abundant Living” oder “Cimmerian Shade” leider nicht ihr komplettes Potential entfalten, weniger rohe Gewalt und etwas mehr Feingefühl hätten hier sicher gutgetan. Eine knappe Stunde, keine Zugabe, dann war’s vorbei – die Kiste mit den Shirts und Platten haben sie dann aber doch noch ausgepackt und Rønnenfelt hat wenigstens ein aufmunterndes Schulterklopfen bekommen. Manchmal braucht es eben einen längeren Atem…

28. November 2014 | Kommentieren


mucmusi, Nachtkritik
Ironiefreie Zone
von in Feiern & Kultur

Mutter
Milla, München, 14.11.2014

„Menschliche Widersprüche sind das Faszinierendste, was es gibt. Sie auszusprechen erscheint mir ganz normal.“ (Max Müller, SPEX) Continue reading “Ironiefreie Zone” »

18. November 2014 | Kommentieren


mucmusi
The very last time, the very last breath
von in Feiern & Kultur

Melancholisch, magisch, mitfühlend – SOHN mischt die Pop-Welt mit einer intelligenten Symbiose aus Electro und Dubstep-Sounds auf. Continue reading “The very last time, the very last breath” »

16. November 2014 | Kommentieren


mucmusi
SBTRKT N DR THTRFBRK
von in Feiern & Kultur

Seine Sounds sind so bunt wie die Maske, die er während der eineinhalbstündigen Show nicht ein einziges Mal abgesetzt hat. Continue reading “SBTRKT N DR THTRFBRK” »

12. November 2014 | Kommentieren


mucmusi, Nachtkritik
Einfache Wahrheiten
von in Feiern & Kultur


Motörhead

Support: The Damned, Skew Siskin
Zenith, München, 10.11.2014

Fünfzig Euro für die einfachste aller Wahrheiten: „Hello, we are Motörhead and we’re playing Rock’n’Roll!“
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11. November 2014 | Kommentieren


mucmusi
Elektronische Vielfalt in mystischer Gestalt – SBTRKT mit neuem Album in der Theaterfabrik
von in Feiern & Kultur

Einfallsreiche Elektropopbeats wechseln sich ab mit Elementen aus Dubstep und Hip Hop Continue reading “Elektronische Vielfalt in mystischer Gestalt – SBTRKT mit neuem Album in der Theaterfabrik” »

14. Oktober 2014 | 1 Kommentar


mucmusi
Fass mich an
von in Feiern & Kultur

So mancher Künstler entwickelt mit steigendem Ruhm eine gewisse Arroganz – bei Watsky hingegen hieß es am Sonntag jedoch: Anfassen erwünscht. Continue reading “Fass mich an” »

23. September 2014 | Kommentieren


mucmusi
Drei Kanadische Bands beim Mini-Festival im Milla
von in Feiern & Kultur

Während der Canadian Music Week in Toronto wurden sie entdeckt. Jetzt sind die drei großartigen Bands Close Talker, The Dead South und Jordan Klassen auf Europatournee und wir dürfen sie am Montag den 15.9. im Milla begrüßen. Continue reading “Drei Kanadische Bands beim Mini-Festival im Milla” »

10. September 2014 | Kommentieren


mucmusi
Element of Crime im Bayern 2 Studiokonzert
von in Feiern & Kultur

Nordische Melancholie, sanfte Gitarrenklänge und eine Stimme wie ein Reibeisen. Das sind Element of Crime. Seit 1985 existieren die Nordrocker um Sven Regener und am 23. September 2014, um 20.00 Uhr geben sie sich im Studio 2 im Münchener Funkhaus die Ehre. Karten gibt es nur zu gewinnen. Continue reading “Element of Crime im Bayern 2 Studiokonzert” »

26. August 2014 | Kommentieren


mucmusi
Gemeinsamer Vinyl-Release von gutfeeling records und echokammer
von in Feiern & Kultur

Die zwei münchner Labels  gutfeeling records und echokammer haben eine gemeinsame Platte herausgebracht. Die Künstler sind 4shades & G.Rag / Zelig Implosion und sie treten heute im Unterdeck auf und morgen im Theatron im Olympiapark. Continue reading “Gemeinsamer Vinyl-Release von gutfeeling records und echokammer” »

20. August 2014 | Kommentieren


mucmusi
Das Optimal Sommerfest
von in Feiern & Kultur

Der OPTIMAL Plattenladen in der Kolosseumstraße feiert am Donnerstag sein Sommerfest. Drei Tage gibt es durchgehend Programm, gute Verpflegung und gute Musik. Das beste daran: Es gibt 20% Rabatt auf alle Tonträger. Continue reading “Das Optimal Sommerfest” »

29. Juli 2014 | Kommentieren


mucmusi
“Standing is better” – Jamie Cullum als Tollwood-Abschluss
von in Feiern & Kultur

Gestern begeisterte der kleine Engländer mit dem riesigen musikalischen Talent das Publikum in der ausverkauften Musikarena des Tollwood-Festivals. Continue reading ““Standing is better” – Jamie Cullum als Tollwood-Abschluss” »

28. Juli 2014 | 1 Kommentar


mucmusi
Balkan Beat meets Gypsy-Pop
von in Feiern & Kultur

Das Tollwood Festival ist  trotz Miesepeter-Wetter in vollem Gange! Von Bob Dylan über Adel Tawil bis hin zu unserem Pop-Schnuckel Max Herre – auf der Tollwood Bühne war schon so einiges zu hören. Jetzt wird es Zeit zu tanzen! Und zwar zu keinem geringeren als dem Meister des Balkan-Pop: Shantel und seinem Bucovina Club Orkestar. Begleitet wird dieser heute Abend von den Musikanten-Strizzis aus dem Chiemgau: Django 3000. Der Regen wird bei dieser Kombo zur Nebensache. Falls ihr heute Abend also noch nichts vorhabt, wir verlosen 3×2 Tickets für Shantel & Bucovina Club Orkestar meets Django 3000!


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10. Juli 2014 | Kommentieren


mucmusi, Nachtkritik
Gelungene Spielpause
von in Feiern & Kultur

Poliça
Support: Scarlett O’Hanna
Strom, München, 24.06.2014

Eine gute Terminplanung kann für das Gelingen einer Konzertreise – sagen wir es vorsichtig – von Vorteil sein. Die Booking-Agentur der amerikanischen Band Poliça hat, zumindest mit ihren deutschen (und englischen, haha!) Terminen, soweit keinen Fehler* gemacht, wäre der Auftritt der Band auf zwei Tage später gelegt worden – nun, man hätte nach dem Umzug von der Freiheizhalle ins kleinere Strom vielleicht noch einmal umbuchen müssen, der Ballsport diktiert dieser Tage schließlich den Lebensrhythmus. Continue reading “Gelungene Spielpause” »

25. Juni 2014 | Kommentieren


mucmusi
Wenn man einem Traum näher kommt: Sängerin Lisiena veröffentlicht ihr drittes Album
von in Feiern & Kultur

Sängerin Lisiena Arifi überrascht nach ihrer Diplomabgabe mit ihrem dritten Album „Black Box Boutique“. Sie hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Rock`n`Roll zu retten.
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24. Juni 2014 | Kommentieren


mucmusi, tagebook von M94.5
M94.5 Verlosung: Wer will zu Friska Viljor und Shout Out Louds?
von in Feiern & Kultur

Du hast Bock auf Schwedenpower von “Friska Viljor” und “Shout Out Louds”? Wir verlosen 5 x 2 Tickets für ihre Konzerte beim Dachauer Musiksommer. Continue reading “M94.5 Verlosung: Wer will zu Friska Viljor und Shout Out Louds?” »

05. Juni 2014 | Kommentieren