<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>mucbook &#187; tagebook Kapinski</title>
	<atom:link href="http://www.mucbook.de/category/tagebuchpost/tagebuch-kapinski/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.mucbook.de</link>
	<description>Alles München</description>
	<lastBuildDate>Wed, 08 Feb 2012 10:48:23 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.4</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Foster the People &#8211; Sommer im Herbst!</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2011/11/07/foster-the-people-sommer-im-herbst/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2011/11/07/foster-the-people-sommer-im-herbst/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 14:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[mucmusi]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=26785</guid>
		<description><![CDATA[
Nah am Abgrund tanzt es sich definitiv am Besten. Das wissen auch Foster the People, die am Mittwoch im Atomic auf der kleinen, aber traditionsreichen Bühne stehen. 
Die Singleauskopplung &#8220;Pumped up kicks&#8221; (ein vor guter Laune sprühendes Stück über einen Attentäter) dürfte mehr als bekannt sein: egal ob im Radio oder auf den Tanzflächen der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-26786" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2011/11/fosterthepeople.jpg" alt="fosterthepeople" width="430" height="242" /></p>
<p>Nah am Abgrund tanzt es sich definitiv am Besten. Das wissen auch <em>Foster the People</em>, die am Mittwoch im Atomic auf der kleinen, aber traditionsreichen Bühne stehen. <span id="more-26785"></span></p>
<p>Die Singleauskopplung &#8220;Pumped up kicks&#8221; (ein vor guter Laune sprühendes Stück über einen Attentäter) dürfte mehr als bekannt sein: egal ob im Radio oder auf den Tanzflächen der Clubs, überall war sie zu hören, das tonangebende UK-Magazin NME kürte sie gar zum Song des Sommers 2011. Zeit und beste Gelegenheit, sich diesen Sommer noch einmal zurückholen und die amerikanischen Indiejungs live anzuhören. </p>
<p>mucbook stimmt schon mal ein:</p>
<p><iframe width="430" height="248" src="http://www.youtube.com/embed/IKcao-RXmmk" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><em>Foster the People &#8211; pumped up kicks.</em></p>
<p><strong><em>Foster the People<br />
</em></strong>9.11.2011<br />
ab 20 Uhr<br />
<a href="http://www.atomic.de/">Atomic Cafe </a><br />
Neuturmstrasse 5<br />
<span>80331</span> <span>München<br />
</span>Deutschland<br />
<a href="http://www.fosterthepeople.com">Offzielle Website der Band</a> <a href="http://www.fosterthepeople.com/de/pics/19">(<em>Copyright Foto</em>)</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2011/11/07/foster-the-people-sommer-im-herbst/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>München legendär</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2010/08/21/munchen-legendar/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2010/08/21/munchen-legendar/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Aug 2010 12:42:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtkritik]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=13427</guid>
		<description><![CDATA[
Soulwax und Simian Mobile Disco im Puerto &#8211; wer da war, wird sagen dürfen, ich war dabei. Wer davon hört, wird sagen können, ich habe davon gehört, raunend, einen Mythos weitertragend. Wer es nicht geschafft hat, darf sich zu Recht ein wenig ärgern:

Legendär. Ein Wort, das den kompletten Abend beschreiben könnte – ihm aber trotz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-13429" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/08/soulwax1.jpg" alt="soulwax" width="430" height="323" /></p>
<p>Soulwax und Simian Mobile Disco im Puerto &#8211; wer da war, wird sagen dürfen, ich war dabei. Wer davon hört, wird sagen können, ich habe davon gehört, raunend, einen Mythos weitertragend. Wer es nicht geschafft hat, darf sich zu Recht ein wenig ärgern:<br />
<span id="more-13427"></span></p>
<p><strong>Legendär</strong>. Ein Wort, das den kompletten Abend beschreiben könnte – ihm aber trotz seiner schlichten Aussagekraft nicht gerecht würde.</p>
<p>Soulwax (oben) und Simian Mobile Disco (unten) live in Puerto Giesing, dem kulturellen Schmelztiegel der Stadt München. Die Elektroveteranen meistern die Nacht souverän. Sie schaffen es, mit wenigen Beats jedes Herz für sich einzunehmen, wer vielleicht noch ungläubig gezweifelt hat, wird schnell bekehrt, denn der Puls passt sich unverweigerlich dem Takt an. Hunderte ravende Glückskinder, salzige Schweißtropfen, die durch die tanzende Menge weitergegeben werden, Arme, nach oben zur Decke gestreckt, Stampfen, Springen, sanftes Wiegen, Ekstase und Entspannung. Lächeln, überall strahlende Haut, Gesichter der Nacht – der hitzige Kern der eigenen Existenz berührt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-13430" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/08/simian.jpg" alt="simian" width="430" height="391" /></p>
<p>Derb guter Sound, gepaart mit einer Stimmung, die den weltbesten Clubs Ehre machen würde. Eingebettet in endlose Tracks, die das (leider unvermeidliche) Ende einer solchen Nacht immer wieder hinauszögern. Dass es irgendwann vorbei ist, vorbei sein muss: gespürt, gewusst und ohne Bedauern gelebt. Nicht umsonst heißt es <em>die Gegenwart ist die einzige Zeit, die uns wirklich gehört.</em> Aber zeigt eine Gegenwart ihr Antlitz auf diese Art, erlaubt sie einen Blick auf ihr schönes Gesicht, der unvergesslich bleibt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-13431" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/08/menge.jpg" alt="menge" width="430" height="323" /></p>
<p>Und nicht unerwähnt bleiben soll: In der Kantine des Hafens fand an diesem Abend noch ein anderes Konzert statt. RazzleDazzle presents <em>Glasnost</em>, Heavy Metal/Hardcore vom Feinsten, zur Zugabe der geschätzt max. zwei Minuten langen Songs wird auf der Bühne auch mal die Hose runtergelassen – man spielt eben nackt weiter.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-13432" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/08/glasnost.jpg" alt="glasnost" width="430" height="323" /></p>
<p>Zwei extreme musikalische Pole einer extremen Nacht, eine Kombination, die unterschiedlicher nicht sein könnte, die pars pro toto für alles steht, was Puerto Giesing repräsentiert. Wenn Haus auf eine solche Art vom Lebensgefühl Rock´n Roll erfüllt ist, dann hat man zu danken – es fühlt sich eben echt an.</p>
<p>Und am nächsten Morgen bleibt die Erkenntnis: München (wieder einmal) legendär – a part of the weekend never dies!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2010/08/21/munchen-legendar/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Elektronisches Hafenbeben</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2010/08/19/elektronisches-hafenbeben/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2010/08/19/elektronisches-hafenbeben/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 20:29:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Sache]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>
		<category><![CDATA[Puerto Giesing]]></category>
		<category><![CDATA[Soulwax]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=13403</guid>
		<description><![CDATA[
Munich, we don´t have a problem! Nix mit Sommerloch. Denn morgen Abend bebt Puerto Giesing.

Das belgische Duo Soulwax und die englische DJ-Combo Simian Mobile Disco werden dafür sorgen, dass der Keller des ehemaligen Hertie mit einer unvergesslichen Party gerockt wird.
Während Soulwax (aka 2MANYDJs) vor allem für definitiv tanzbare 1-A-Remixe von legendären Songs aus der Musikhistory [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-13405" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/08/soulwax.jpg" alt="soulwax" width="430" height="608" /></p>
<p><strong>Munich, we don´t have a problem! </strong>Nix mit Sommerloch. Denn morgen Abend bebt Puerto Giesing.<br />
<span id="more-13403"></span></p>
<p>Das belgische Duo <a href="http://www.soulwax.com/potwnd/loop/"><strong>Soulwax</strong></a> und die englische DJ-Combo <a href="ASPIC / NERVE SALAD     DELI001 DIGITAL	  ASPIC DIGITAL NERVE SALAD DIGITAL DELI001 12&quot; Vinyl"><strong>Simian Mobile Disco </strong></a>werden dafür sorgen, dass der Keller des ehemaligen Hertie mit einer unvergesslichen Party gerockt wird.</p>
<p>Während Soulwax (aka 2MANYDJs) vor allem für definitiv tanzbare 1-A-Remixe von legendären Songs aus der Musikhistory bekannt sind, liest sich die Support/Guestlist von Simian Mobile Disco ebenfalls wie ein who is who: Klaxons, Chemical Brothers, Hot Chip, Gossip &#8230; </p>
<p>Beide Acts zählen zu den Veteranen elektronisch geprägter Tanzmusik und was heute in den meisten Clubs die Leute weltweit zum Ausflippen bringt, geht nicht zuletzt auf die Vorarbeit dieser DJ´s zurück.</p>
<p><object width="430" height="347"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/EF3bu9fmheA?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/EF3bu9fmheA?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="430" height="347"></embed></object></p>
<p><em>Lust bekommen? Noch am Zögern? Vor zwei Jahren in der Registratur nicht mehr reingekommen? </em></p>
<p>Ein Besuch auf der <a href="http://www.soulwax.com/potwnd/loop/">Homepage von Soulwax</a> lohnt definitiv. Allein die Eingangs gezeigten Loops steigern die Vorfreude auf ein fast schon unerträgliches Maß.</p>
<p>München darf gespannt sein! Da schmerzen selbst die 20 Euro Eintritt nicht, Qualität hat eben ihren Preis. Schließlich heißt es nicht umsonst: <strong>A part of the weekend never dies!</strong></p>
<p>GLOBAL WARMING &amp; TASTE/d präsentieren:<br />
SIMIAN MOBILE DISCO vs. SOULWAX @ PUERTO GIESING<br />
LIVE ON STAGE&gt; SOULWAX (PIAS/ BELGIEN) – UNDER THE COVERS TOUR<br />
<strong><span><span style="font-weight: normal"><br />
SIMIAN MOBILE DISCO DJ-SET (WICHITA/ LONDON)<br />
Support : DER BRANE (DIE REGISTRATUR), SASCHA SIBLER (KEINEMUSIK, MÜNCHEN)</span></span></strong></p>
<p><strong>Puerto Giesing</strong></p>
<p>Einlass ab 22:00 Uhr<br />
Beginn: 23:00 Uhr</p>
<p>Tegernseer Landstraße 64</p>
<p>München</p>
<p>Zur <a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=138770302815671&amp;ref=ts">Facebook-Einladung</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2010/08/19/elektronisches-hafenbeben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Remote Kiss &#8211; Robert Babicz @HarryKlein</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2010/08/14/remote-kiss-robert-babicz-harryklein/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2010/08/14/remote-kiss-robert-babicz-harryklein/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 16:16:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Sache]]></category>
		<category><![CDATA[mucmusi]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=13333</guid>
		<description><![CDATA[
Style, Love, Beats, Bass und Babicz &#8230; heute Abend im Harry Klein. Die Kombination: Babiczstyle – was kann man sich darunter vorstellen?
Robert Babicz  hatte seit Beginn seiner Karriere bereits eine Vielzahl von Pseudonymen:  u.a. als Rob Acid, Dicabor, Atlon Inc., Department of Dance, Acid Warrior, Pumpgung Pro, Cologne, Origin, Tannenhof, Twirl und Chruch Window.
Dementsprechend auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-13335" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/08/14.08-robert-babicz.jpg" alt="14.08-robert-babicz" width="430" height="645" /></p>
<p><em>Style, Love, Beats, Bass und Babicz </em>&#8230; heute Abend im Harry Klein. Die Kombination: <em>Babiczstyle </em>– was kann man sich darunter vorstellen?<span id="more-13333"></span></p>
<p><strong>Robert Babicz </strong> hatte seit Beginn seiner Karriere bereits eine Vielzahl von Pseudonymen:  u.a. als Rob Acid, Dicabor, Atlon Inc., Department of Dance, Acid Warrior, Pumpgung Pro, Cologne, Origin, Tannenhof, Twirl und Chruch Window.</p>
<p>Dementsprechend auch die erstklassigen Veröffentlichungen.  Neu am Start ist jetzt das Label <strong>Babiczstyle</strong> und damit auch die erste EP <em>Remote Kiss</em> – ab auf die Tanzfläche &#8230;</p>
<p>Ein kleiner Appetithappen:</p>
<p><object width="430" height="266"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/tTGzYOISwtE?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/tTGzYOISwtE?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="430" height="266"></embed></object></p>
<p>Neben Robert stehen noch Julietta und Benna auf dem Programm. Wandvideos heute von Manu alias Heiligenblut.</p>
<p>Harry Klein<br />
Sonnenstraße 8<br />
München<br />
14.08.2010<br />
ab 23:00h</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2010/08/14/remote-kiss-robert-babicz-harryklein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Stell dir vor du bist blind &#8211; aber nicht taub</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2010/07/27/stell-dir-vor-du-bist-blind-aber-nicht-taub/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2010/07/27/stell-dir-vor-du-bist-blind-aber-nicht-taub/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 12:54:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtkritik]]></category>
		<category><![CDATA[mucmusi]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=13060</guid>
		<description><![CDATA[Was wäre, wenn Du unvermittelt nichts mehr siehst, nicht einmal die Hand vor Augen? Auf einem Holzstuhl sitzend, mit dreißig anderen Menschen? Ein Selbstversuch im Puerto Giesing.
Etwa 70 Prozent unserer Wahrnehmung geschieht im Regelfall über das Auge. Blindprobe / Blind by Design – concert in the dark schaltet für ein paar Stunden dieses Sinnesorgan aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was wäre, wenn Du unvermittelt nichts mehr siehst, nicht einmal die Hand vor Augen? Auf einem Holzstuhl sitzend, mit dreißig anderen Menschen? Ein Selbstversuch im Puerto Giesing.<span id="more-13060"></span></p>
<p>Etwa 70 Prozent unserer Wahrnehmung geschieht im Regelfall über das Auge. <em>Blindprobe / Blind by Design – concert in the dark </em>schaltet für ein paar Stunden dieses Sinnesorgan aus und die Münchner Ska-Punk-Band <em>Destination Failure</em> liefert den passenden Sound.</p>
<p>Als wäre ein Ska-Punk-Konzert, akustisch natürlich, nicht schon eine Ausnahme genug. Nein, auch noch im Sitzen, trotz definitiv tanzbarer Musik, vor allem aber: ohne zu sehen. Keine Musiker, kein Bühnenbild in Sicht. Die Hand vor Augen, den oder die Nachbarin nicht zu sehen, höchstens zu fühlen, aber auch das nur vage, sich selbst überlassen mit der Klangfülle. Raten, welche Stimme welchem Musiker gehört, raten, wieviele (teilweise tatsächlich blinde, nichtsdestotrotz gute) Musiker auf der Bühne eigentlich stehen und einen erstklassigen Oldschool-Ska abliefern. (Sax, Posaune, Gitarre und Bass, in einer wunderbaren Kombination) Da geht schon mal ein Akkord daneben, da wird schon mal nachgefragt, ob man denn im richtigen Bund ist, da wird postuliert, man würde nackt spielen, was den Umständen entsprechend ja egal sei – unprogrammiertes Chaos und Punk in Reinform. Ein Erlebnis für sich und <em>das erste Mal, dass etwas derartiges in München stattfand.</em></p>
<p>Die Stimmung im längst legendären Puerto Giesing ist eigentümlich gut, auf eine sicherlich nicht alltägliche Art. In der kurzen, obligatorischen Bier und Zigarettenpause entweder gelöste, lächelnde Gesichter, oder skeptische Blicke im Publikum zwischen zwölf und sechzig. Dunkelheit ist eben nicht jedermanns Sache. Empfehlenswert ist eine Veranstaltung wie die gestrige <em>Blindprobe/blind by desgin &#8211; concert in the dark</em> aber allemal – und wenn man genau beobachtet, dann überwiegt das Lächeln.</p>
<p>Vielleicht auch neben dem außergewöhnlichen Setting des Abends ein Verdienst der &#8220;Bühnenshow&#8221;, denn wenn eines immer funktionieren kann, egal ob sehend, oder nicht, dann der Humor des gesprochenen Wortes.</p>
<p>Davon hatten <em>Destination Failure </em>genug im Repertoire. Den eingefleischten Punkfan und Veranstalter Florian Deroubaix dürfte das Feedback des Publikums freuen  – und wir Münchner dürfen auf weitere gelungene und einmalige <a href="http://puerto-giesing.de/events/blind-by-design-">Abende wie gestern</a> hoffen. Möglicherweise am <strong>23. August</strong>, wieder in der <strong>Kantine von Puerto Giesing</strong>.</p>
<p>Nachtrag I: da es keinen Sinn macht, im Dunkeln zu fotografieren, soll für diesen Artikel auf jegliches Bildmaterial verzichtet werden.</p>
<p>Nachtrag II, subjektiv: Es gibt sowieso genug Menschen, die nicht mehr zuhören können. Man sollte es dennoch versuchen und seine Grenzen verschieben – ein Abend wie gestern bleibt noch lange im Gedächtnis haften.</p>
<p>Nachtrag III: Blindproben dienen im Allgemeinen der Ausbildung &#8220;vernachlässigter&#8221; Sinne. Weinproben im Dunkeln, etc., die Liste ist lang, das Hören als Sinn nun endlich dazugekommen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2010/07/27/stell-dir-vor-du-bist-blind-aber-nicht-taub/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Dance your Life &#8211; Karotte@HarryKlein</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2010/07/07/dance-your-life-karotteharryklein/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2010/07/07/dance-your-life-karotteharryklein/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 10:55:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Sache]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>
		<category><![CDATA[DJ Karotte]]></category>
		<category><![CDATA[Harry Klein]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=12182</guid>
		<description><![CDATA[
Das neue Harry Klein holt am Freitag KAROTTE und Sinsynplus in die Sonnenstraße. Wir verbreiten schon mal Vorfreude&#8230;

Karotte dürfte einer der wahrscheinlich besten DJ´s unserer Zeit sein &#8211; ohne großen Schnickschnack straight ins Ohr und damit in die Tanzbeine.
Vorgeschmack fällig?

Tanzbar, tanzbar, tanzbar &#8211; Jungens und Mädels, schlüpft in Eure Ballerinas und ab in den Club [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-12184" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/07/karotte.jpg" alt="karotte" width="430" height="593" /></strong></p>
<p>Das neue Harry Klein holt am Freitag <strong><a title="harry klein" href="http://harrykleinclub.de/" target="_blank">KAROTTE</a></strong> und<a title="Sinsynplus" href="http://vimeo.com/sinsynplus" target="_blank"><strong> Sinsynplus</strong> </a>in die Sonnenstraße. Wir verbreiten schon mal Vorfreude&#8230;</p>
<p><span id="more-12182"></span></p>
<p>Karotte dürfte einer der wahrscheinlich besten DJ´s unserer Zeit sein &#8211; ohne großen Schnickschnack straight ins Ohr und damit in die Tanzbeine.<br />
Vorgeschmack fällig?</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/EcjO44Vrtz0&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/EcjO44Vrtz0&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><em>Tanzbar, tanzbar, tanzbar</em> &#8211; Jungens und Mädels, schlüpft in Eure Ballerinas und ab in den <a href="http://www.mucbook.de/2010/06/25/munchens-herz-pulst-bass/">Club</a> &#8230; wir werden da sein, um den nächsten Morgen zu umarmen.</p>
<p><strong>Harry Klein</strong><br />
Freitag, 9. Juli 2010<br />
23:00h<br />
Sonnenstraße 8</p>
<p><a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=132539516776719&amp;ref=mf">Zur Facebook-Einladung</a></p>
<p><a href="http://harrykleinclub.de/">Homepage Harry Klein</a><a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=132539516776719&amp;ref=mf"><br />
</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2010/07/07/dance-your-life-karotteharryklein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Münchens Herz pulst Bass</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2010/06/25/munchens-herz-pulst-bass/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2010/06/25/munchens-herz-pulst-bass/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 12:14:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Barzeiler]]></category>
		<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtkritik]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=11809</guid>
		<description><![CDATA[
Donnerstagnacht, eine gute Juninacht. Vor zehn Minuten hat das Harry Klein (Harald Klein, Tonträger und Musikalienhandlung) offiziell die Tür seines neuen Domizils geöffnet. Sonnenstraße 8, in einer langen Schlange warten ein paar hundert Feierhungrige darauf, noch eingelassen zu werden. Wir kamen rein &#8211; und was wir sahen, machte uns glücklich. 

Wer drin ist, dessen Mundwinkel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-11811" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/06/harrykleinheader1.jpg" alt="harrykleinheader1" width="430" height="573" /></p>
<p>Donnerstagnacht, eine gute Juninacht. Vor zehn Minuten hat das Harry Klein (<em>Harald Klein, Tonträger und Musikalienhandlung</em>) offiziell die Tür seines neuen Domizils geöffnet. Sonnenstraße 8, in einer langen Schlange warten ein paar hundert Feierhungrige darauf, noch eingelassen zu werden. Wir kamen rein &#8211; und was wir sahen, machte uns glücklich. <span id="more-11809"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-11817" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/06/harryklein2.jpg" alt="harryklein2" width="430" height="323" /></p>
<p>Wer drin ist, dessen Mundwinkel formen ein Lächeln, dessen Körper nimmt automatisch Bass und Rhythmus auf, dessen Laune ist bestens, selbst wenn es unglaublich heiß ist, aber der Pegel steigt und das ist gut so!</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-11818" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/06/harryklein5.jpg" alt="harryklein5" width="430" height="323" /></p>
<p>Kenner und Liebhaber des alten Harry Kleins dürften ebenso positiv überrascht sein, wie Neuzugänge: Der gesamte Club streng minimal eingerichtet, die Wände unverputzt, die legendäre Videoleinwand fehlt natürlich nicht, die Akustik ist erste Klasse.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-11815" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/06/harrykleinheader23.jpg" alt="harrykleinheader2" width="430" height="323" /></p>
<p>Zweistöckig mit Empore und ein Raucherraum mit eigener (!) Bar. Im Harry Klein, das vom renommierten DJMag zu den 100 besten und wichtigsten Clubs der Welt gezählt wird, lässt es sich hervorragend feiern, besser noch, hervorragend abgehen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-11823" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/06/harryklein6.jpg" alt="harryklein6" width="430" height="323" /></p>
<p>Wieder ein Grund mehr, nicht mehr neidvoll nach Berlin zu schielen, wenn im Zentrum von München eine derart coole Location mit einem ordentlichen Booking zur Verfügung steht &#8230;</p>
<p>Dreihundert Leute finden hier wieder bis sechs Uhr morgens (Do – Sa) ein Zuhause, um ihrem Drang nach elektronischer Tanzmusik nachzugeben – Münchens Herz pulst Bass, die erste Nacht im neuen Harry Klein, ein Traum.</p>
<p><em>Infos: </em></p>
<p><a href="http://harrykleinclub.de/">Homepage</a> des Harry Klein</p>
<p>Harry Klein auf <a href="http://www.facebook.com/harrykleinoffiziell">Facebook</a></p>
<p><em>Nachtrag, literarisch subjektiv</em>: Das ist der Wahnsinn, sagt meine Begleitung, besser als ich dachte &#8230; Das ist der Wahnsinn, sagt auch Hasi, den wir oben im Raucherraum an der Bar auf ein paar Runden Jägermeister treffen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-11816" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/06/harryklein1.jpg" alt="harryklein1" width="430" height="323" /></p>
<p>Das ist der Wahnsinn, das liegt jedem ins Gesicht geschrieben, egal wo ich hinsehe, jeder ist einfach nur verdammt glücklich und die DJ´s drehen zielsicher am Regler. Die logische, zwingende, gewollte, glückliche Folge: Arme, hochgerissen, sauber und auch mal nicht ganz so sauber ausrasierte Achselhöhlen, was macht das schon, im Szenevolk und ein einziger Aufschrei, der durch die Menge geht: gebt uns mehr!</p>
<p>Irgendwie ist irgendwann eine Sax-Line über den Bass gemischt, der Moment, der mich katapultiert. Am nächsten Vormittag, aufgewacht, da war etwas gewesen, das ich lange nicht vergessen werde.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-11819" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/06/harryklein3.jpg" alt="harryklein3" width="430" height="323" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2010/06/25/munchens-herz-pulst-bass/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das erste Mal</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2010/03/16/das-erste-mal/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2010/03/16/das-erste-mal/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 19:26:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>
		<category><![CDATA[Kapinski]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=8354</guid>
		<description><![CDATA[
Eintrag Nr. 9: Das erste Mal.
Einmal ist immer das erste Mal, was wie eine platte Weisheit klingt&#8230;

In meinem Fall geschah es an einem Donnerstagabend im Frühmärz, gegen 00:25h vielleicht, als am anderen Ende der Telefonleitung ein geduldiger Mitbewohner meine Emails durchforstete.
Lies schneller, sagte ich.
Da sind keine neuen Mails. 
Doch, sie müssen da sein! 
Sie war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-8356" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/03/markusmichalek1.jpg" alt="markusmichalek" width="430" height="286" /></p>
<p>Eintrag Nr. 9: Das erste Mal.</p>
<p>Einmal ist immer das erste Mal, was wie eine platte Weisheit klingt&#8230;</p>
<p><span id="more-8354"></span></p>
<p>In meinem Fall geschah es an einem Donnerstagabend im Frühmärz, gegen 00:25h vielleicht, als am anderen Ende der Telefonleitung ein geduldiger Mitbewohner meine Emails durchforstete.</p>
<p><em>Lies schneller</em>, sagte ich.</p>
<p><em>Da sind keine neuen Mails. </em></p>
<p><em>Doch, sie müssen da sein! </em></p>
<p>Sie war da. Sie war da. Sie war da. Mit ihr, das Bangen um ihren Inhalt. Ein Moment, der bis zum zerreißen angespannt jene Intensität in sich trägt, nach der zumindest ich mich so sehr sehne: Leben, in seiner reinen (und manchmal grausamen) Form.</p>
<p>Dieses Gefühl, gleicht in etwa dem Moment nach meinem ersten Zug an einer Zigarette.</p>
<p><em>Hinweis zu möglichen Nebenwirkungen:</em></p>
<p><em>Sollten diese Zeilen gerade von jemand gelesen werden, der entweder minderjährig, militanter Nichtraucher, im öffentlichen Gesundheitswesen tätig oder anderweitig Widerwillen verspürt, empfiehlt der Autor nun den Abbruch der Rezeption.</em></p>
<p>Zuerst passierte gar nichts, dann kam der Husten, danach, mit hochrotem Kopf, aber stolz, stand man unter der Brücke, ein oberbayerischer, längst begradigter, gezähmter Fluss zog ruhig seine Bahnen und die Welt hatte sich nicht im Geringsten verändert. Könnte so  gewesen sein, stimmte aber nicht. Ich hatte mich verändert, fühlte mich zum Mann geworden. (Eine Illusion, aber dieser Glaube versetzte Berge und vermochte auch aus einem ehemals pickeligen, schlaksigen und sicherlich nicht welterfahrenen Jungen für einen Moment lang unvermittelt einen nach Kalifornien strebenden Beatnik zu machen. Wie das Mann-Werden dann tatsächlich geschah, ist eine andere Sache und dass ich nie nach Kalifornien ging, auch.)</p>
<p><strong>Was damals eine Illusion war, ist es heute nicht.</strong></p>
<p>Klar habe ich nicht gehustet, habe mir die Mail wortwörtlich etwa viereinhalb Mal vorlesen lassen – aber nach der ersten Schocksekunde, dem in millionenfacher Geschwindigkeit wiederholtem Gedanken <em>daskanndochgarnichtwahrsein</em>, einem Todd Andersonschen Ur-Schrei, der durch die nächtliche Münchner Damenstiftstraße hallte, ein Türsteher blickte besorgt, belustigt, verärgert zu mir herüber, stellte sich nur eins ein: ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit.</p>
<p>Dass da etwas in mir geschehen war, worauf ich gehofft hatte, dass dieses Geschehnis nun lange Nächte, zerraufte Haare und ein fast neurotisches Verhalten, als es darum ging, den richtigen Schluss für eine Geschichte zu finden, rechtfertigt.</p>
<p>Zu einem Literaturwettbewerb eingeladen zu werden, vor allem, wenn es ein Wettlesen ist, (nicht zu verwechseln mit dem neudeutschen Poetry-Slammen, obwohl gewisse Ähnlichkeiten bestehen dürften) heißt noch lange nicht, gewonnen zu haben. Das steht auf einem Papier. Aber Momente wie dieser sind ein weiterer Schritt die richtige Straße entlang, in ihr warten noch viele Sachen darauf, entdeckt zu werden. Es ist das erste Mal – man vergisst es im Leben nicht &#8230;</p>
<p>Nachtrag I: Es war eine Camel ohne, dies soll der Vollständigkeit halber erwähnt sein.</p>
<p>Nachtrag II: <a href="http://kapinski.wordpress.com/2010/03/16/in-eigener-und-fremder-sache-tukan-lesewettbewerb-2010-seidlvilla/">Infos zu diesem Abend?</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2010/03/16/das-erste-mal/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ich bin ein anderer</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2010/01/15/eintrag-nr-8-das-ich-ist-ein-anderer/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2010/01/15/eintrag-nr-8-das-ich-ist-ein-anderer/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 13:17:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=5331</guid>
		<description><![CDATA[
Der Münchner Web-Poet Kapinski schreibt in mucbook jede Woche vom Autorendasein – heute über die Lust an Pseudonymen. 
Den Herren auf diesem unscharfen Foto dürften die Wenigsten kennen, seinen wahren Namen schon gar nicht – jahrelang rankten sich Geheimnisse um seine Person. Schließlich veröffentlichte er seine Bücher ausschließlich unter dem Pseudonym Trevanian. Bürgerlich hingegen hieß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-5332" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2010/01/16490.jpg" alt="Trevanian" width="430" height="460" /><br />
Der Münchner Web-Poet Kapinski schreibt in mucbook jede Woche vom Autorendasein – heute über die Lust an Pseudonymen. <span id="more-5331"></span></p>
<p>Den Herren auf diesem unscharfen Foto dürften die Wenigsten kennen, seinen wahren Namen schon gar nicht – jahrelang rankten sich Geheimnisse um seine Person. Schließlich veröffentlichte er seine Bücher ausschließlich unter dem Pseudonym <em>Trevanian</em>. Bürgerlich hingegen hieß er <em>Rodney Whitaker</em>. Warum also die Maskerade?</p>
<p><strong>Autoren lieben ihre Pseudonyme. </strong>Was der eine nicht schreiben kann/darf, darf/kann der andere dafür umso mehr. Das hat seinen Sinn, vom Experimentierfreudigen, Geheimnisvollen (oder beruflichen, privaten, gesellschaftlichen, notwendigen Gründen) einmal abgesehen. Muss man als Erklärung wirklich das viel zitierte Vorwort aus <em>mille plateaus</em> bemühen: „<em>Wir haben den  Anti-Ödipus zu zweit geschrieben. Da jeder von uns mehrere war, ergab das schon eine ganze Menge.</em>“ Vielfalt ist es schließlich, die das Leben lebenswert und einen Menschen liebenswert macht.</p>
<p><strong>Autoren hassen ihre Pseudonyme</strong>. Nur,wir sollten vorsichtig, ja liebevoll mit ihnen umgehen. Einmal da, bleiben sie hartnäckig, so sehr man sich manchmal auch bemüht, Ihnen den Garaus zu machen. Sie sind kein Mantel, den man sich heute noch nach Belieben umhängt, im nächsten Winter aber in die Altkleidersammlung gibt, nur weil dieser Mantel vielleicht ein wenig unmodisch erscheinen mag. Ebenso wenig ist es nötig, ein Megaspektakel um ein Pseudonym zu zelebrieren. Ein klarer Satz dazu genügt. Andernfalls läuft eine künstlerisch wertvolle Tradition in Gefahr, zur reinen Farce zu verkommen.</p>
<p><strong>In eigener Sache:</strong> Ich werde manchmal mit dem Namen <em>Kapinski</em> begrüßt. Das ist etwas, was mich dann sauer aufstoßen lässt. Denn <em>Kapinski </em>ist nicht etwa nur ein Pseudonym, es ist eine Figur. Eine, die nur in bestimmten Bereichen existiert, ja sogar nur existieren darf. Die, um einem literarischen Anspruch gerecht zu werden, andere Sachen schreibt, als <em>Markus Michalek.</em> Warum? Die Antwort gibt der französische Schriftsteller Arthur Rimbaud, der wusste das schon jung: <em>Je est un autre.</em></p>
<p>Um etwaige Pathologievorwürfe vorwegzunehmen: von therapeutische Seite seien bislang keine Befürchtungen vorhanden, hieß es auf meine besorgte Nachfrage. Das beruhigt und man fühlt sich in der Gesellschaft von anderen Autoren und ihren zugehörigen Künstlernamen geborgen. Und falls irgendwann der Tag kommen mag, an dem der eine Name den anderen verschlingt, dann ist das eben so.</p>
<p><strong>Nachtrag I:</strong> Wenn das Ich ein Anderer ist, wer bist Du dann eigentlich?</p>
<p><strong>Nachtrag II:</strong> Es sollte also heißen: Du schreibst auch als Kapinski, richtig? Etwas, was ich ohne zu zögern mit „Ja“ beantworten werde.</p>
<p><strong>Nachtrag III:</strong> Und zugegeben, ist es mir immer schon ein Spaß gewesen, mich als <em>Kapinski</em> auf diversen Gästelisten eintragen zu lassen.</p>
<p><strong>Nachtrag IV:</strong> Denn mal ganz ehrlich, wer von uns würde nicht manchmal gern in ein anderes Ich schlüpfen, und sei es nur probeweise für einen Tag?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2010/01/15/eintrag-nr-8-das-ich-ist-ein-anderer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wenn ich schreibe bin ich nackt</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2009/12/29/wenn-ich-schreibe-bin-ich-nackt/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2009/12/29/wenn-ich-schreibe-bin-ich-nackt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Dec 2009 10:40:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>
		<category><![CDATA[tagebooks]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=4792</guid>
		<description><![CDATA[er Münchner Web-Poet Kapinski schreibt in mucbook jede Woche vom Autorendasein – heute über die schönsten Orte für schönes Texten.
Wenn ich schreibe, bin ich nackt. Ein Satz, den ich einmal einer Figur in den Mund legte. Wo ich schreibe, wenn ich schreibe und nicht immer nackt bin. 
Im Cafe
Das goldenpalacepoemcafe – mein unerreichter Cafehausplatz. Liegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_4793" class="wp-caption alignnone" style="width: 440px"><img src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2009/12/Kapinski-IMG00086-20091216-0211-mucbook.jpg" alt="Kapinskis Arbeitsplatz" title="Kapinski IMG00086-20091216-0211-mucbook" width="430" height="323" class="size-full wp-image-4793" /><p class="wp-caption-text">Kapinskis Arbeitsplatz </p></div>Der Münchner Web-Poet Kapinski schreibt in mucbook jede Woche vom Autorendasein – heute über die schönsten Orte für schönes Texten.<span id="more-4792"></span></p>
<p>Wenn ich schreibe, bin ich nackt. Ein Satz, den ich einmal einer Figur in den Mund legte. Wo ich schreibe, wenn ich schreibe und nicht immer nackt bin. </p>
<p><strong>Im Cafe</strong><br />
Das goldenpalacepoemcafe – mein unerreichter Cafehausplatz. Liegt im ersten Stock eines, mit acht Stockwerke nach oben und zwei nach unten, doch recht unscheinbaren Hauses in  Südkorea, Busan, zwei U-Bahnstationen von der Pusan National University entfernt. An der Wand hängen vergilbte Filmplakate, aber der Grund weshalb ich dort hinging – die nötige Portion Ruhe und Ungestörtheit, trotz der kitschigen Popmusik aus kleinen Boxen. Der Nachteil eines wenig besuchten Cafes wie dem goldenpalacepoemcafe – niemand war da, um einen einsamen, aber konzentrierten Poeten bei der Arbeit zu bewundern. Das angespannte Gesicht, der Stift, der übers Papier fliegt. Niemand außer den drei Bedienungen, von denen die eine, mit ihrem gestrengen Benehmen gleichzeitig die Chefin schien; niemand außer einer Handvoll von älteren Männern, die ihre Hände auf die Schenkel junger, hübscher Frauen legten und zwischen Kartenspiel und Schnapsrunden &#8230; Ein Platz, wie ich ihn hier noch nicht gefunden habe – vielleicht auch, weil ich ihn aber nicht mehr brauche. </p>
<p><strong>Im Zug</strong><br />
In Zügen schreibt es sich gut, wenn die Fahrten lange genug dauern. An äußeren Einflüssen mangelt es nicht, schließlich ziehen Landschaften, Städte, Menschen vor den Fenstern vorbei – wäre das Essen nicht ungenießbar und der Rotwein nicht völlig überteuert, könnte ich mir gut vorstellen, ausschließlich zu reisen, um zu schreiben. Wären da nicht die unerträglichen Großraumabteile. </p>
<p><strong>An meinem Schreibtisch</strong><br />
Immer noch der allerbeste Platz, um wirklich an einem Text zu arbeiten. Egal ob mit der Hand geschrieben, am Rechner oder auf der alten Triumph-Schreibmaschine &#8230; Kreatives Chaos gemischt mit einer peniblen Ordnung von nur scheinbar zufällig gestapelten Notizen, Büchern und Manuskripten – der Gedanke an den alten Holztisch und seine von Rissen, Sprüngen und abgeblättertem Lack durchzogene Oberfläche genügt, um für das nötige Sitzfleisch zu sorgen, das eine Geschichte erfordert. Es ist mein Reich, ich bestimme jegliche Regel und wenn ich wirklich nackt schreiben möchte, dann tue ich das auch. </p>
<p><em>Nachtrag I:</em> Zwei Wochen Urlaub, im Cafe und in Zügen verbrachte Tage. Wenn das neue Jahr seinen Einzug gehalten hat, schreibe ich hier weiter. </p>
<p><em>Nachtrag II:</em> Ich habe geschrieben: auf Bergen, in Restaurants, kleinen Trinkerkneipen, auf der Toilette eines Clubs, im Bett, auf dem Fußboden, auf einem Stuhl sitzend, im Auto, in Gedanken, in den Schnee und in den Sand – auch in den Himmel manches Mal, in der Küche, Diele sowie im Bad, in der Badewanne und ab und an schreibe ich mich in Menschen ein. </p>
<p><em>Nachtrag III:</em> Danke.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2009/12/29/wenn-ich-schreibe-bin-ich-nackt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Diebe unter uns</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2009/12/14/diebe-unter-uns/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2009/12/14/diebe-unter-uns/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Dec 2009 12:54:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>
		<category><![CDATA[tagebooks]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=4439</guid>
		<description><![CDATA[
Der Münchner Web-Poet Kapinski schreibt in mucbook jede Woche über das Autorendasein – heute über Unsterblichkeit und Originalität.
Eine der goldenen Regeln im Literaturbetrieb lautet: Sich in den Kanon einschreiben. Damit der literarischen Unsterblichkeit Vorschub geleistet werden möge.
Viele Wege führen dorthin, manche länger, manche kürzer, manche schwerer, manche leichter und manche enden im Nirgendwo.
Wild, frech, frei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-4442" title="C-neu" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2009/12/C-neu.jpg" alt="C-neu" width="430" height="430" /></p>
<p>Der Münchner Web-Poet Kapinski schreibt in mucbook jede Woche über das Autorendasein – heute über Unsterblichkeit und Originalität.</p>
<p><span id="more-4439"></span>Eine der goldenen Regeln im Literaturbetrieb lautet: Sich in den Kanon einschreiben. Damit der literarischen Unsterblichkeit Vorschub geleistet werden möge.</p>
<p>Viele Wege führen dorthin, manche länger, manche kürzer, manche schwerer, manche leichter und manche enden im Nirgendwo.</p>
<p>Wild, frech, frei und unverblümt – in der Kunst wird geklaut, was das Zeug hält. In Fachkreisen auch gern <em>samplen</em> genannt.</p>
<p>Ich habe mich bereits einmal über die achthundertneunundzwanzig unbekannten, weiteren Judith Herrmanns <a title="zum Tagebuch-Eintrag" href="http://www.mucbook.de/2009/11/14/angefixt-und-entzogen_noch-korrektur/" target="_blank">geäußert</a>, (die die Welt nicht braucht) ebenso darüber, dass Thomas Bernhard einen dankbaren Stil hat. <strong>Die Syntax aufgepeppt, mit verwinkelten Konstruktionen versehen und schon klingt fast jedes halbgare Geschreibsel ein bisschen danach.</strong> Harsch dann aber das Urteil der Kritik, siehe: diesjährige Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt – war da nicht ein junger Mann, der ganz neo-postmodern seine Blätter aß, während die Jury lediglich eine Schreibübung im Bernhardschen Sinn unterstellte und die Performance belächelte?</p>
<p>Die Kopie erreicht in den wenigsten Fällen die Qualität des Originals. Eine Übung aber ist eine Übung ist eine Übung ist eine Übung – in den seltensten Fällen wird daraus ein neues Meisterwerk. Nur, genau das ist der Sinn einer Kopie: Üben, um irgendwann zum eigenen Stil zu gelangen – zum Original. (Das erinnert sich spätestens im Gedenken an den Kunstunterricht, wo es an dreißig Personen hieß: „Blaues Pferd I“ nachzeichnen)</p>
<p>Diebisch, diejenigen, die sich einen Stil stehlen, weil sie keinen eigenen haben. Schade drum, aber nicht jeder Mensch hat auch eine Schicksalslinie in seiner rechten Handinnenfläche.</p>
<p><strong>Schlimmer noch, solche, die sich einen Stil nicht nur stehlen, sondern damit auch noch den großen Reibach einfahren</strong> – als wäre es eine Kunst, eine bereits erzählte Geschichte noch mal zu erzählen. Beruhigend zu wissen, dass die Verlagswelt dem oft genug einen Riegel vorschiebt. Weniger beruhigend, dass eine bekannte deutsche Boulevardzeitung regelmäßig ein neues Literaturwunder verkündet. Zuletzt: Die neue Charlotte Roche, härter, freizügiger, jünger.</p>
<p>Mörderisch aber jene, die den Stil nicht nur stehlen, sondern seelenlos, ohne jegliche Eigenkreation abtippen – sie stehlen dessen Innenleben und töten es ab. Das Ergebnis: Ein Plagiat.</p>
<p>Sicher, es gibt Ausnahmen, aber die betreffen oft am wenigsten den Stil: Leo Perutz „zwischen neun und neun“ sowie Helmut Krausser „UC“ basieren auf einem ähnlichen Erzählprinzip. Ein absolut legitimer Vorgang, schließlich unterscheiden sich beide in Handlung und Stil, wie sich ein Rolls Royce von einem Volkswagen unterscheidet, von Wirkung der Texte und deren Rezeption mal völlig abgesehen.</p>
<p>Ich habe oft Stile kopiert. Um zu üben. Das letzte Mal: Michael Stavaric und seine böse Spiele, die eindringlichen, indirekten „Dass-Satz“-Konstruktionen waren so verlockend, dass eine ausgewachsene Erzählung daraus wurde – was habe ich mich gefreut, wie ich mich immer freue, wenn ich einen Punkt setze. Der Kommentar eines befreundeten, bereits gemachten Autors war weniger erfreulich:<strong> dass ich den kopierten M.S. fragen hätte sollen, ehe ich das an einen Verlag schicken würde, dass ich mir aber keine Sorgen machen brauche, weil es vermutlich nicht gedruckt werden würde.</strong> (ganz, wie es dann auch kam)</p>
<p>Dass aber nach einigen Monaten Stillzeit und anschließender Überarbeitung aus der ausgewachsenen Erzählung eine Kurzgeschichte wurde, die sicher nicht eine der Schlechtesten ist; ebenso aber auch längst nicht das Beste, dass sie aber auch einen eigenen Stil nun besitzt, dass aus der Kopie also etwas Neues wurde.</p>
<p>Dass das niemand vergisst, der schreibt!</p>
<p>Nachtrag I: Was ich tun würde, wenn einer mich irgendwann kopierte? Dass ich ihm eine Stunde Unterricht gäbe, die er nie vergäße.</p>
<p>Nachtrag II: Es gibt noch eine zweite Regel – dass man nicht für den Markt schreiben sollte. Selbst wenn die Verlockung groß ist, selbst wenn die Kopie des gerade erst Neuen (und damit in aller Munde und auf allen Nachttischen) fast perfekt ist. In unserer Zeit feiert<em> der Rummel des Ruhms Un-Bücher, die aus dem Zeitgeist zusammengebraut sind</em>. (Gilles Deleuze, Unterhandlungen) Und wir feiern Literaturprinzen und Literaturprinzesschen mit zarten Seelen und wenig neuer Schreibe.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2009/12/14/diebe-unter-uns/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ein weißes Blatt</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2009/12/07/ein-weises-blatt/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2009/12/07/ein-weises-blatt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 09:36:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=4070</guid>
		<description><![CDATA[
Der Münchner Web-Poet Kapinski schreibt an dieser Stelle jede Woche über das Autorendasein – und die damit verbundenen Schmerzen, den Exzess, das Glück . Eintrag Nr. 5 – Blockaden.

Am Anfang war das Wort. Das  war so, ist so und wird immer so bleiben, beginnt schließlich alles damit.
Tage, an denen die Worte ohne Probleme fließen, sind wunderbar. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-4145" title="Writers Block neu" src="http://www.mucbook.de/wp-content/uploads/2009/12/Writers-Block-neu.jpg" alt="Writers Block neu" width="430" height="280" /></p>
<p>Der Münchner Web-Poet Kapinski schreibt an dieser Stelle jede Woche über das Autorendasein – und die damit verbundenen Schmerzen, den Exzess, das Glück . <em>Eintrag Nr. 5 – Blockaden</em>.</p>
<p><span id="more-4070"></span></p>
<p>Am Anfang war das Wort. Das  war so, ist so und wird immer so bleiben, beginnt schließlich alles damit.</p>
<p>Tage, an denen die Worte ohne Probleme fließen, sind wunderbar. Die guten Tage. Wenn Du deren Stimme hörst, dann hör genau und gib Dich hin. Denn diese Tage sind selten.</p>
<p>Tage aber, an denen das Blatt weiß bleibt – sie müssen nicht gleich den klassische Writers Block bedeuten. Man muss nicht unbedingt sofort Just Jack hören,<br />
<em>I get this writer&#8217;s block; it comes as quite a shock,</em><br />
<em>And now I&#8217;m stuck between a hard place and the biggest rock,</em></p>
<p>um zu verstehen, dass dies der schlimmste Moment für einen Schriftsteller ist. Aber häufen sich diese Tage, dann bitte deine Götter um Nachsicht. Denn auch mit im Gepäck der Schreibblockade: Selbstzweifel und Angst.</p>
<p>Dabei sollen Selbstzweifel ja an sich eine gute Sache sein. Heißt es nicht im Sartreschen Existentialismus, <em>der Mensch wäre ein Sein, das nicht das ist, was es ist, und das das ist, was es nicht ist</em>? Nur was, wenn dank dieser Frage unvermittelt ein neuer, ungewollter Alltag auftaucht? Wenn unvermittelt jede Geschichte, die man schreibt, jede Figur dieser Geschichten, jeder kleine Handlungstwist, jeder Dialog seinen ursprünglichen Glanz verliert? Wenn aus der Distanz betrachtet, dein Schreiben nur als ein Haufen Buchstaben aneinandergereiht, aber ohne den tieferen Sinn, den man einst in Gedanken hatte, erscheint? Wenn du deine Primärvision, jenes Wort, jenes Bild, jener Zusammenhang nicht mehr findest?</p>
<p>Es folgen: Endlose Stunden, am Fenster stehend verbracht, den Blick in die bewohnte Stadt hinausgerichtet und Gedanken, die nur um eines kreisen: Warum?</p>
<p>Es folgen: Exzesse hinaus unter die Menschen, auf der Suche nach dem nächsten Wort, oder einem Neuen. Die Suche nach einer Zukunft. Ein Lügner, der anderes behauptet.</p>
<p>Es folgen: Fluchtartige Reisen, in die Ruhe einer unbewohnten Natur. Zu alten Freunden, die man lange nicht gesehen hat … auf der Suche nach der Vergangenheit. In andere Städte, von deren Reiz doch bitteschön etwas haften bleiben soll – und sei es nur die Erinnerung an eine Nacht in Barcelonas Armen.</p>
<p>Mit etwas Glück und dem notwendigen finanziellen Rüstzeug betäubt ein derartiges Leben jeden Zweifel im Keim. Wenn nicht, droht der Siedepunkt: Die eigene Entscheidung, Schriftsteller zu sein, in Frage gestellt. Aufhören? Es gibt kein Zurück.</p>
<p>Natürlich wartet das Netz und der doppelte Boden aus Freundschaften, Seilschaften und Verträgen und anderen Verpflichtungen darauf, den Fall abzufedern. Aufmunternde, mahnende und besorgte Worte, ein gut gemeintes Kopftätschteln. Dreimal in die Hände gespuckt und ein leeres Glas über die Schulter geworfen – als würde das wirklich helfen. Es hilft – manchmal.</p>
<p>Ebenso helfen lange, ausdauernde und verständnisvolle Gespräche mit Kollegen und Gleichgesinnten. Es hilft, Seiten zu zerknüllen, zu zerreißen, neu zu schreiben. Das Neue ruhen lassen und stattdessen alte Geschichten herauszuholen und daran arbeiten. Ein ewiges Mantra – 30 Prozent Talent, 70 Prozent Disziplin. Die Liebe hilft. Das Leben hilft. Die Angst hilft.</p>
<p>Ich weiß nicht, wie es anderen damit geht. Aber meine Selbstzweifel werden immer bleiben. Mit jedem Wort, das ich schreibe, werden sie größer. Mit steigendem Ruhm werden sie größer, schließlich droht auch ein tiefer Fall. Das einzige, was zu tun ist – falls Zweifel beim Anblick eines weißen Blattes angekrochen kommen. Ich halte sie mit beiden Armen fest umschlossen. Excessiere, lebe, leide, wachse, zweifle, schrumpfe, wachse wieder und lebe weiter. Denn die besten Geschichten werden nur bedingungslos geboren: <em><strong>Qui vivra verra !</strong></em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Nachtrag I:</strong> Die Perspektive entscheidet immer.</p>
<p><strong>Nachtrag II</strong>: <em>Qui vivra verra </em>– schreibts euch an die Spiegel über euren Waschbecken, an die Kühlschranktüren und in euer Gedächtnis. Am Ende werden es diese Worte sein, sie werden euch nicht betrügen …</p>
<p><strong>Nachtrag III</strong>: <a title="zu Youtube" href="http://www.youtube.com/watch?v=WeOj2teamlQ&amp;feature=related" target="_blank">Writers Block auf Youtube</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2009/12/07/ein-weises-blatt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vom Tellerwäscher zum Millionär – dank Literatur!?</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2009/11/26/vom-tellerwascher-zum-millionar-%e2%80%93-dank-literatur/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2009/11/26/vom-tellerwascher-zum-millionar-%e2%80%93-dank-literatur/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 18:20:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=3589</guid>
		<description><![CDATA[Der Münchner Web-Poet Kapinski schreibt an dieser Stelle jede Woche über das Schreiben &#8211; und die damit verbundenen Schmerzen, den Exzess, das Glück . Eintrag Nr. 4 &#8211; klartext.
Zwei Fragen, die nie, nie und ich meine nie einem Autor gestellt werden dürfen: Erstens, ist der Text autobiographisch und zweitens, können Sie vom Schreiben leben?
Die Antwort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Münchner Web-Poet Kapinski schreibt an dieser Stelle jede Woche über das Schreiben &#8211; und die damit verbundenen Schmerzen, den Exzess, das Glück . <em>Eintrag Nr. 4 &#8211; klartext</em>.</p>
<p>Zwei Fragen, die nie, nie und ich meine nie einem Autor gestellt werden dürfen: Erstens, ist der Text autobiographisch und zweitens, können Sie vom Schreiben leben?</p>
<p><span id="more-3589"></span>Die Antwort auf beides lautet nein, wenigstens in den meisten Fällen. Erstens, weil autobiographische Geschichten nur dann gut sind, wenn sie mit einem gehörigen Maß an Fiktion versehen sind und zweitens, weil sonst der gesamte Mammon aus dem Buchverkauf, aus den Lesereisen und den Geldgeschenken in Form von Literaturpreisen für die Schadensersatzforderungen Betroffener versickert – siehe nur Maxim Biller und sein Esra-Desaster. (Was, um es kurz anzumerken, auch ein sehr kläglicher Text war, selbst in der mittlerweile zensierten „Ur-Fassung“)</p>
<p>Aber selbst wenn es ein fiktiver Text ist, fällt es den meisten Angehörigen der literarisch-schreibenden Zunft schwer, nur von der Feder zu leben. Ausgenommen jene Sprösslinge aus besserem Hause, die über Geld und die wichtigen, unerlässlichen Beziehungen, in bestem Fall beides verfügen, gilt das in einem besonderen Maß gilt für jüngere Autoren die noch nicht mit beiden Beinen im Literaturzirkus und dem zugehörigen Proporz aus Preisen, Stipendien, Schreibaufenthalten und Lesereisen angekommen sind (übrigens: alles was diesseits der Vierzig liegt, gilt als junger bzw. jüngerer Autor, eine vom Markt so festgesetzte Altersspanne, schließlich sind die Zugangskriterien diverser Stipendien, Werkstätten usw. auch dadurch definiert): Man lebt oft mehr als weniger von der Hand in den Mund, versucht sich mit Knochenarbeit einige Wochen, bestenfalls Monate im Jahr Kreativ-Retreat freizuschaufeln, indem alle möglichen Jobs angenommen werden. Hat man Glück, findet sich eine Profession, die nahe am eigentlichen Beruf liegt: Journalismus, Buchhandel, Lektorat, Agenturen, Lehrertum, Universitätsdozentur, Filmbiz, Werbung etc. Auch beliebt ist die Kombination aus gesellschaftlich angesehenem, vor allem aber einträglichen Beruf und dem des Autors, also Anwalt – Autor, Arzt – Autor Ehemann – Autor, Sohn – Autor usw.</p>
<p>Hat man weniger Glück, schlägt man sich bevorzugt als Barkeeper durch, was zwar jede Menge Trinkgeld, Telefonnummern, freie Shots und den Rest der Palette aus Sex, Drugs and Rock´n Roll bedeutet, aber ein geregeltes Leben oft völlig verschwinden lässt. Henry Miller, der König der scheinbaren Könige eines ungeregelten Bohème-Lebens erteilte folgenden, unglaublich wertvollen Ratschlag: „ <em>&#8230;etwas, wovon man sich gehörig hüten muss, wenn man nachts arbeitet, ist, von seinem Stundenplan abzuweichen. Wenn man nicht ins Bett geht, bevor die Vögel zu zwitschern anfangen, braucht man überhaupt nicht mehr ins Bett zu gehen&#8230; </em>“  (aus: <em>Wendekreis des Krebses</em>, Henry Miller, Obelisk Press 1934, dafür muss man das Buch aber aufmerksam lesen und nicht nur die Mösen-Stellen vom schnellen Sex konsumieren). Erschwerend kommt in diesem Fall allerdings dazu, dass zwar in jungen Jahren die Kombination aus Autorenschaft und harten Drinks gut funktioniert, aber wer bleibt schon ewig jung?</p>
<p>Ebenfalls beliebt sind Jobs wie Nachtwächter, Statist, ewiger Student, Tellerwäscher etc. Im Klartext heißt das dann, vom Tellerwäscher zum Millionär – dank Literatur. Klingt gut im Autorenportfolio, oder? Den Schmerz, der dahinter steht, die Angst, zu versagen, die Demütigungen seitens unserer Gesellschaft (das mitleidige Lächeln, das man von gesetzten Mitmenschen erntet, wenn man auf die Frage, was man denn so machen würde, antwortet: <em>Ich schreib</em>e! Jenes Lächeln ist eine der beliebtesten, subtilen Formen dieser Demütigung<em>*</em>), von diesen Demütigungen ist im Klappentext, schon gar nicht im berühmten Autorenfoto aber nur wenig zu spüren. Bestenfalls noch in den Geschichten – aber, die sind ja nicht autobiographisch, sondern höchstens geprägt vom eigenen Leben.</p>
<p>Ob ich deshalb traurig bin?  Nein, aber wütend manchmal, weil die Zeit zu Schreiben nicht immer gegeben ist, wie sie sein sollte, wenn man um sein Überleben in Form eines nicht leeren Kühlschranks, bezahlter Rechnungen und ab und an einem Bier in einer Kneipe kämpft. Und genau hier liegt  übrigens auch der Haken: Je mehr man kämpft, desto mehr glaubt man den Erfolg verdient zu haben. Irgendwann wird er sich einstellen, muss er sich einstellen, sollte er sich einstellen &#8230; sonst droht am Ende gar das Schreckgespenst Hartz IV.</p>
<p>Abschließend ein guter Ratschlag an alle, die denken, sie könnten vom Schreiben auch wirklich leben – klar. Könnt ihr. Aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in einer Villa im Süden Frankreichs mit einem kleinen zugehörigen Weingut und drei schönen Hunden, die euch zwischen den Beinen umher streichen, während eure Gedanken Zeile um Zeile die Weltliteratur bereichen.</p>
<p><em>Nachtrag:</em></p>
<p>Warum man die beiden Fragen Autobiographie und Geld nicht stellt? Nicht jedes Mysterium braucht Antworten, oder? Abgesehen davon gilt es schlicht als ungehobelt. Eine Eigenschaft, die wir Autoren uns gern zwecks Imagegründen vorbehalten würden. Danke.</p>
<p>_______________</p>
<p><em>*</em>Um diesem demütigenden Lächeln aus dem Weg zu gehen, empfiehlt es sich, eine der folgenden Aussagen zu verwenden. Das muss nicht, kann aber funktionieren:</p>
<p>1.)  Ich bin Autor / Schriftsteller / Dichter!</p>
<p>2.)  Ich schreibe, habe drei Frauen, Freunde in allen Großstädten der Welt, ein Apartment im Montmatre und ein Chalet in der Schweiz und vermisse nichts in meinem Leben.</p>
<p>3.)  Sie lesen doch gern, oder? Lesen bildet schließlich und ich sorge für ihre Bildung – ich schreibe!</p>
<p>4.)  Tun sie was für die Kunst – und ich setze Ihnen ein literarisches Denkmal.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2009/11/26/vom-tellerwascher-zum-millionar-%e2%80%93-dank-literatur/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Leben ist anderswo</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2009/11/21/das-leben-ist-anderswo/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2009/11/21/das-leben-ist-anderswo/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 11:53:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=3400</guid>
		<description><![CDATA[Schreiben ist Exzess. Der Münchner Web-Poet Kapinski wird an dieser Stelle jede Woche über die Schmerzen, den Exzess, das Glück der Münchner Autoren berichten. Eintrag Nr.3 über Groupies und Erfolge.
Lesungen sind wunderbar, wenn Autor, Text und Publikum zusammen kommen. Berührungsängste sind nicht erlaubt. Signieren ist Pflicht, Geselligkeit die Kür. Nachts dann, gegen ein Uhr morgens, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schreiben ist Exzess. Der Münchner Web-Poet Kapinski wird an dieser Stelle jede Woche über die Schmerzen, den Exzess, das Glück der Münchner Autoren berichten. <em>Eintrag Nr.3 über Groupies und Erfolge.</em></p>
<p><em></em><span id="more-3400"></span>Lesungen sind wunderbar, wenn Autor, Text und Publikum zusammen kommen. Berührungsängste sind nicht erlaubt. Signieren ist Pflicht, Geselligkeit die Kür. Nachts dann, gegen ein Uhr morgens, am Tresen einer Stammbar. Die Anspannung weicht. Geschafft! Nicht irgendeine Lesung, sondern die bisher wichtigste. (Von der man weiß, dass sie nicht immer die Wichtigste bleiben wird) Um einen herum: Freunde, wenn sie anwesend sind, andere Gäste (die sind es immer) und oft genug eine nicht seltene Spezies – Literatur-Groupies. Die werden – Überraschung – von folgenden Faktoren bestimmt:</p>
<p><strong>Aussehen:<br />
<span style="font-weight: normal">Selbst ein hässlicher Autor hat Erfolg bei Frauen, wenn er gut schreibt. Dann ist es egal, ob er groß, klein, dick, dünn oder vielleicht sogar ein Zwerg ist. Sie werden ihn lieben, wie sie alles lieben, was auch nur annähernd aus ihm heraus fließt. Selbst, wenn’s sein eigenes Ich ist.</span></strong></p>
<p><strong>Alter:<br />
<span style="font-weight: normal">Das Alter des Autors verhält sich oft äquivalent zum Alter der Groupies. Gerüchteweise gilt es in gewissen Damenkreisen jenseits der Vierzig als schicklich, sich einen vielversprechenden, aufstrebenden Autor in den Dreißigern als Seelentröster mit einem garantierten Maß an Empfindlichkeit zu halten. Mit der Anzahl der gewonnenen Preise, mit der Anzahl der verkauften Bücher steigt die Wahrscheinlichkeit, in dieses Dilemma zu geraten.</span></strong></p>
<p><strong>Erfolg:<br />
<span style="font-weight: normal">Erfolg macht einsam, denn hast du erst den Erfolg (den du dir übrigens so sehr gewünscht hast), wollen alle ein Stück von Dir. Nicht nur die Groupies, nein, die Medien, dein Agent, sofern es einen gibt, dein Verleger, sofern es keinen Agenten gibt. Erinnert sich noch jemand an das Stillleben: <em>gequältes Lächeln im schwarzen Underdress vor schwarzem Kissen; </em>Frank Schätzing 2009? Deine ältesten Freunde tauchen aus ihrer Versenkung auf und schleimen dich um Gästelisteplätze für jede deiner Lesungen an, nur um dann doch nicht zu erscheinen. Und zu den ältesten Freunden gesellt  sich eine Menge Neuer.</span></strong></p>
<p>Langsam das Glas geschwenkt und dem Wein dabei zugesehen, wie er seine Wellen schlägt. Ich möchte Yang Mu zitieren, einen hierzulande wenig bekannten taiwanesischen Dichter: „<em>Die Einsamkeit ist ein uraltes Tier. (&#8230;) Es kriecht mit Mühe in mein volles Weinglas. Mit zärtlichen Augen betrachtet es kummervoll den Abendtrinker. In solchen Momenten weiß ich, dass es bereut, leichtfertig seine vertraute Welt gegen meinen kalten Wein vertauscht zu haben. Mitleidig setze ich das Glas an die Lippen und schicke es zurück in mein Herz.</em>“ (Einsamkeit, Yang Mu, Patt beim Go, A-1 Verlag, 2002)</p>
<p>Und wenn man Glück hat, dann sind noch ein paar Autorenkollegen/Innen da, mit denen man sich unterhält, nebenbei ein wenig über den ganzen Zirkus, in dessen Mitte oder Peripherie man sich befindet, lästert – bis irgendwann der Morgen graut. Dann geht man nach Hause, vom Ruhm ist in diesen Momenten nur wenig zu spüren.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2009/11/21/das-leben-ist-anderswo/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Angefixt und entzogen</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2009/11/14/angefixt-und-entzogen_noch-korrektur/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2009/11/14/angefixt-und-entzogen_noch-korrektur/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 19:12:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag & Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=2899</guid>
		<description><![CDATA[Schreiben verursacht Schmerzen. Schreiben ist Exzess. Der Münchner Web-Poet Kapinski wird an dieser Stelle jede Woche über die Schmerzen, den Exzess, das Glück schreiben. Schreiben in München. Eintrag Nr.2.


&#8230; denn, ich will alles und ich will es jetzt. Was ich nicht haben kann, nehme ich mir, sagte Colette.
Jeder besitzt Idole. Manche lassen einen nie wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schreiben verursacht Schmerzen. Schreiben ist Exzess. Der Münchner Web-Poet Kapinski wird an dieser Stelle jede Woche über die Schmerzen, den Exzess, das Glück schreiben. Schreiben in München.<strong> </strong><em>Eintrag Nr.2.<br />
</em></p>
<p><span id="more-2899"></span></p>
<p><em>&#8230; denn, ich will alles und ich will es jetzt. Was ich nicht haben kann, nehme ich mir, sagte Colette.</em></p>
<p>Jeder besitzt Idole. Manche lassen einen nie wieder los, andere verlieren über die Jahre an Glanz. Aber jedes Wort willst du, und wenn du sie alle hast, willst du mehr. Ist dein Idol noch am Leben, besteht eine reelle Chance, dass dein Drang erfüllt wird. Die Lust am Lesen will gestillt werden, ein quengelndes Kind an der Mutterbrust, an jedem Nippel eines.</p>
<p><em>Angefixt:</em></p>
<p>Jörg Fauser – der Dichter, Schriftsteller und Journalist. <strong>An den Universitäten sträflich vernachlässigt, vielen ist er kein Begriff.</strong> Keiner, der einem Kanon angehört. Warum eigentlich? Denn, von Journalisten als Gott verehrt, von (nicht allen) Autoren ebenso, wäre es längst an der Zeit, sein Werk in die Hand zu nehmen. Wer es einmal getan hat, legt es so schnell nicht wieder weg. Müsste nun jeder Journalist ein Schriftsteller werden? Müsste jeder Schriftsteller zum Journalisten avancieren?</p>
<p><strong>Nein. Kleider machen Leute, Bücher machen Autoren und Artikel Journalisten, Frauen manchen Männer, manchmal auch andersherum. </strong>Aber nicht jedem steht der Armanianzug so gut wie Charles Schumann. Und Fauser, der Trunkenbold, der sich nicht zu schade war, sein Leben für das Schreiben zu geben? Der zeigt vom Anfang seines Schaffens an nur eines: Es ist lernbar. Ab der ersten Klasse übrigens – fleißige Kinder kritzeln schon früher. Auch literarisch ist Kritzeln lernbar, ebenso wie journalistisch. Schreibschulen sind das eine, Talent das andere, Disziplin ein weiteres. Nur, eines kann keine einzige Schreibschule ersetzen: Lesen – und durch Lesen lernen.</p>
<p>Lernen, wie man schreibt, worüber und weshalb. Denn, „<em>&#8230; wenn das Leben, sofern es würdig ist, zum Schreiben führt und das Schreiben, sofern es wahrhaftig ist, zum Leben</em>“ (Fauser, 1979, aus: der Strand der Städte), dann erst erhalten Worte, aneinandergereiht erst ihre wirkliche Bedeutung. <strong>Ich bin immer wieder entsetzt, wie viele Autoren man trifft, die unverblümt zugeben, sie würden nur wenig lesen.</strong> Oder schlimmer noch, sie lesen wie die Irren und schaffen es nicht, sich von Ihren Vorbildern zu lösen. Den eigenen Weg wählen, auch wenn das schmerzhaft wird – der Moment, der Spreu vom Weizen trennt. Wir brauchen keine 345 Thomas Bernhards, auch keine weiblichen und schon gar nicht 899 mal Judith Herrmann, auch nicht in männlicher Form.</p>
<p><em>Entzogen:</em></p>
<p>Hemingway. Man liest ihn mit sechzehn. Genau das richtige Alter, um die Weichen für ein Leben zu stellen. Autor und Journalist, wenn auch das eine bei weitem nicht so gut wie das andere. Man liest ihn mit Mitte Zwanzig und weiß, warum man ihn mit sechzehn gut fand.  Nur, dass sich mit dem fortschreitenden Alter Langeweile einstellt, dass seine Sprache ihre Magie verloren hat. Am Horizont verschwindet einer, den man lange geliebt hat. Dem man geglaubt hat. Nur manchmal, da tauchen diese Worte wieder auf. Für einen Moment, weil es dem Autor gelingt, einen weiteren Satz zu schreiben. <strong>Fiesta, das ist das einzige Buch, das ich von Hemingway auch älter geworden noch lesen kann.</strong></p>
<p><em>Die Folgen:</em></p>
<p>Manche, die schreiben, bleiben ein Leben lang daran hängen. Andere hören irgendwann auf, aus welchen Gründen auch immer. Der Entzug ist immer schmerzvoll, immer grausam. Ein Abschied, von dem ich nicht weiß, ob es je ein Wiedersehen geben kann. Auf Lesungen ist dieses Phänomen gut zu beobachten. Denn manche gehen, verlassen einen Saal, sie kehren nie wieder. Es ist dann vielleicht besser so.</p>
<p><em>Nachtrag:</em></p>
<p>Bezeichnend und fast schon der Humor des Zufalls; mit Jörg Fauser hat mich 2007 ein Journalist angefixt. Einer, der auch einen guten Schriftsteller abgegeben hätte. Ich danke ihm, ich danke Jörg Fauser. Ich schäme mich nicht, zuzugeben, dass ich blind war, 27 Jahre lang, für dieses Schreiben, dieses Denken, dieses Leben.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2009/11/14/angefixt-und-entzogen_noch-korrektur/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Pursuit of Happiness</title>
		<link>http://www.mucbook.de/2009/11/06/pursuit-of-happyness_termin_6-11-_korrektur/</link>
		<comments>http://www.mucbook.de/2009/11/06/pursuit-of-happyness_termin_6-11-_korrektur/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 15:32:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Michalek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag & Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Feiern & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[tagebook Kapinski]]></category>
		<category><![CDATA[tagebooks]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.mucbook.de/?p=2217</guid>
		<description><![CDATA[Schreiben verursacht Schmerzen, geistige, körperliche, Schreiben ist Exzess.  Der Münchner Web-Poet Kapinski wird an dieser Stelle jeden Freitag über die Schmerzen, den Exzess, das Glück schreiben. Schreiben in München.
Eintrag Nr.1
Schreiben in München:
Die ersten Worte wollen gut gewählt sein. Eine Dreiklammerstruktur, wie in jenem ersten Satz, „Für den frühen Abend waren Gewitter angesagt, aber der Himmel blieb blau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schreiben verursacht Schmerzen, geistige, körperliche, Schreiben ist Exzess.  Der Münchner Web-Poet Kapinski wird an dieser Stelle jeden Freitag über die Schmerzen, den Exzess, das Glück schreiben. Schreiben in München.<strong><span id="more-2217"></span></strong></p>
<p><strong>Eintrag Nr.1</strong></p>
<p><em>Schreiben in München:</em></p>
<p>Die ersten Worte wollen gut gewählt sein. Eine Dreiklammerstruktur, wie in jenem ersten Satz, „<em>Für den frühen Abend waren Gewitter angesagt, aber der Himmel blieb blau und der Wind hatte nachgelassen.</em>“, aus Betty Blue, Philippe Djian.</p>
<p>Schreiben, das verursacht Schmerzen, geistige sowieso und körperliche ebenfalls, geht bis zum Exzess und am Ende?</p>
<p>Wenn Tag und Nacht wechseln und keine einzige brauchbare Zeile, nicht einmal ein einziges Wort auf dem Papier steht. Gegenmittel existieren. Ecriture automatique, Spaziergänge, Gespräche, Exzesse in Wein, Weib und Gesang, kurz: alles was anregt, alles was entspannt, alles was das Leben in einer Stadt wie München bieten kann. Schreiben, das ist Exzess in seinem ursprünglichsten Sinn und nichts anderes.</p>
<p>Manche denken, als Autor leide man unter der Last des Genies. Im kommenden Moment die Worte orgiastisch zu ejakulieren, mit wildem Blick fest gebannt, schreiben, bis die Finger lahm werden. Dazwischen Schweigen. <em>Fuck that</em>. Andere denken, tägliches Üben würde zum Erfolg verhelfen. Der Großschriftsteller, der sich den Alltag vom Leib hält – meist auf Kosten einer Frau, besser: mehreren.<em> Fuck that. </em>Der vermögende Autor, der sich den Luxus des Schreibens gönnt. Der alkoholkkranke, drogensüchtige, anderweitig kranke oder schizophrene Autor auf seiner Jagd durch unsere Stadt, an den Grenzen zwischen Genie und Wahnsinn. <em>Fuck that</em>. Der gescheitere Autor. Der hungrige Autor von Knut Hamsun, der sich die letzten Gramm Fett vom Körper schreibt. Der Medienautor, inszeniert bis ins letzte Detail und Star auf Parties. Der Freizeitautor. <em>Fuck that</em>. Die weiblichen Autoren? Kein Unterschied. Die Wahrheit? Ich weiß es nicht. Vielleicht irgendwo dazwischen, vielleicht auch nicht.</p>
<p>Aber was ich weiß: Schreiben schafft Freunde, viele und wenige, falsche und auch echte. Schreiben macht einsam und tötet Freundschaften. Schreiben erfordert eine dicke Haut. Wer sich von der kleinsten Schwierigkeit beirren lässt, wer sich verfälscht, um einem kurzweiligen Trend zu genügen, wer nicht bereit ist, sich mit schlechten Kritiken bewerfen zu lassen und sich mit den Vorgaben von Veranstaltern herumzuärgern, denen es weniger um Literatur als um ein ausverkauftes Platzkontingent geht – den wird Schreiben zu einem sehr unglücklichen Menschen machen. Egal ob in Berlin, New York, Seoul oder München.</p>
<p>Warum dann? Der Versuch, einem Fisch das Wasser zu nehmen. Der Versuch, einem Vogel die Flügel zu beschneiden. Der Versuch, einen Menschen unter Zwang zu isolieren. Das Ergebnis: <em>Verkrüppelt.</em></p>
<p>Schreiben, das beinhaltet Glück. Glück ist ein pathetisches Wort, missverstanden und verschmäht. Zum Kitsch deformiert: Glitzerati-Glück unserer perfekten Welt und auch unserer Stadt, nicht weniger perfekt. Und wer sagt noch: Ich bin glücklich und meint, was gesagt ist? Sport macht glücklich, Essen auch und Ficken sowieso. Glück, das ist in der amerikanischen Verfassung festgehalten – gerade da!</p>
<p><em>Pursuit of Happiness</em>, <em>Und wie der erste Mensch, Auf Erden kam ,wie er seine Gefährtin fand, Er sprach mit ihr, Und glücklich war sein Herz, Nur für wie lange?</em></p>
<p>Die Menschen lieben Worte. Worte sind Glück. Worte sind kostbare kleine Arschlöcher, man sollte nicht zu verschwenderisch mit ihnen umgehen, viele Menschen haben nur eines.</p>
<p>Ein schreibender Mensch ist glücklich, sobald <em>es </em>ihm ein einziges Mal nur gelingt. Angefixt, weil ihm ein Wort gelingt. Für immer verloren, wenn ihm eine Zeile gelingt. Am Abgrund, wenn aus der Zeile eine Seite wird. Und verschwenderisch in seinen Worten – weil er weiß, dass es nie genug sein wird.<br />
Also? Eben darum.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong></p>
<p>Unsere Leser wollen kein Happy End. Sie brauchen das Drama so nötig wie selten etwas anderes. Ein Happy End, das würde wirklich Glück bedeuten und das wäre einfach nur unerträglich.</p>
<p>&#8212;&#8211;</p>
<p><a href="http://kapinski.wordpress.com/" target="_blank">Kapinsiks Blog</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.mucbook.de/2009/11/06/pursuit-of-happyness_termin_6-11-_korrektur/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

