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Eloy – Gute Hausmannskost in der Theaterfabrik

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Peter Gardill-Vaassen

Journalist, Texter und Ideenschmied bei text&ideenbüro alltagdigital
Münchner Journalist, Blogger, Organisationstalent.
Mag das Leben in der Stadt, Ist fasziniert vom digitalem Alltag, schreibt über Selbstorganisation sowie Freizeit und Kultur.
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ELOY_Theaterfabrik 2012

Es brauchte nicht viele Zutaten für die Prog-Rocker von ELOY, um die Theaterfabrik zum Kochen zu bringen. Hier ging es nicht darum, neue Fans von sich zu überzeugen, hier musste man höchstens den alten noch beweisen, dass man es immer noch drauf hat. Und Frank Bornemann hat es mit ELOY nun schon sein 40 Jahren drauf.
Dass hier nicht alte Herren die von ihrem Nimbus zehren unterwegs waren um noch mal den Plattenverkauf anzukurbeln, merkte man von der ersten Minute an. Bei ELOY stand eindeutig der Spaß am musizieren im Vordergrund. Und wenn die Halle voll mit treuen Fans ist, die jede Titelankündigung mit Pfiffen und johlen quittieren, dann kommen die alten Songs umso schwungvoller rüber. Publikum und Band hatten sicht- und hörbar ihren Spaß, das Best-of durch 40 Jahre ELOY kam beim teilweise recht textsicheren Publikum gut an.

Frank Bornemann

Frank Bornemann (c) P. Gardill-Vaassen

Dass der Abend nicht vollständig so glatt verlief, wie er sich den Zuhörern darbot, erzählte Bandleader Bornemann beim Gespräch Backstage. Immer noch gesundheitlich leicht angeschlagen von seinem Unfall im Frühjahr – ein Auto holte ihn damals vom Fahrrad-, machte ihm die Hitze auf der Bühne zeitweilig zu doch zu schaffen. „Beinahe wär ich umgekippt“, erzählte er, „Plötzlich war der Text weg, ich sah nur noch das grelle Licht der Scheinwerfer“. Aber er ist fit, gibt er zu Protokoll und hat daher die Kurve rasch wieder bekommen. Trotz der Erschöpfung die ihm im Gesicht stand, spürte man die Energie die ihn immer wieder auf die Bühne treibt. Nur eine Woche blieb den über die Republik verstreuten Bandmitgliedern zum gemeinsamen Ãœben vor der Tour. Auf die knappe Zeit angesprochen, meint Bornemann schmunzelnd,“ die mussten eben alle auch Zuhause üben“. Spaß macht ihm offensichtlich auch der persönliche Kontakt zu seinen Fans. Vor der Halle gibt Frank Bornemann dann den Star zum Anfassen. Ob CDs, T-Shirts, Poster – Bornemann signiert alles was die Fans ihm entgegenstrecken, posiert und lacht in jede Kamera. Die Fans sind glücklich, fachsimpeln mit ihm über einzelne Songtitel. Bei so viel Zuspruch ist schon fast klar, dass ein neues ELOY-Album schon in der Mache ist. Auch die Tour selbst soll dokumentiert werden, wenn alles klappt, wird es eine Live-DVD geben.

Frank Bornemann (c)P.Gardill-Vaassen

Frank Bornemann (c) P.Gardill-Vaassen

Backstage mit Frank Bornemann (c) P. Gardill-Vaassen

Backstage mit Frank Bornemann (c) P. Gardill-Vaassen

Ein bisschen Trauer Trauer war jedoch auch spürbar. Die abgebrochene Frühjahrstournee hätte als letzten Gig einen Auftritt auf dem Prog-Rock-Festival Nearfest in Pennsylvania (USA) vorgesehen. Es wäre der erste Auftritt der Band in Amerika gewesen, erzählt Bornemann enttäuscht.

„Tolle Stimmung hier“ rief er während des Konzerts den tobenden Fans zu, „es gibt in München also doch noch was anderes neben dem Oktoberfest“. Recht hatte er und das ist auch gut so.

Titelfoto: ELOY in der Theaterfabrik 2012 (c) P.Gardill-Vaassen
Peter Gardill-Vaassen
Webseite von Eloy

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