Kultur, Nach(t)kritik

Burma eine Herzensangelegenheit

Fotos: Katrin Moritz

Foto: Katrin Moritz

Auf dem Literaturfest präsentierten Alice Schwarzer und die Fotografin Bettina Flitner poetische Momentaufnahmen von Myanmar.
Der Bildband „Reisen in Burma“ stellt in kurzen Berichten das Land und die Menschen vor – und spart auch die politische Situation nicht aus.

Die Welt schaut auf Burma, nicht zuletzt durch den Wahlerfolg der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi und ihrer Partei, der Nationalen Liga für Demokratie. Die Friedensnobelpreisträgerin wird vom Volk liebevoll „Lady“ genannt, wie man seit dem gleichnamigen Kinofilm weiß. Doch die politische Öffnung birgt neben den vielen Chancen zugleich Gefahren „für das bisher relativ unberührte Land und seine entsprechend ahnungslose Bevölkerung“, wie Alice Schwarzer sagt.

Seit gut 12 Jahren bereist sie mit der Fotografin Bettina Flitner das asiatische Land. Die Fotos in dem heuer erschienenen Bildband sind poetisch, fast märchenhaft. Beide stellen wehmütig fest, das sich seit ein paar Jahren ein regelrechter Reiseboom entwickelt hat, vielleicht sind es also Momentaufnahmen Burmas, die es bald so nicht mehr geben wird!

Alice Schwarzer und Bettina Flitner bereisten von 2000 bis 2012 sechs Mal diesen lange isolierten, von den britischen Kolonialherren gebildeten Vielvölkerstaat. Mehrere Ethnien leben in dieser Region zwischen China und Indien, und Experten sind sich nicht sicher, wie es nach der Öffnung in ein paar Jahren aussehen wird.

Reisen in Burma“ ist eine Ode an dessen gutmütige Bewohner, ihre Kultur und die faszinierenden Landschaften. Der Buddhismus ist weiterhin stark präsent, das zeigt sich wohl auch in den Gesten und der Freundlichkeit unter den Menschen. So beschreiben es beide wiederholt in Ihrem Vortrag.

Sie zeigen Bilder von Streifzügen durch mittelalterliche Markthallen in Yangon, die Nähe zu den Burmesen war Ihnen stets wichtig, und genossen das Heiligtum des Buddhismus: Shwedagon;  die Tausend-Pagoden-Felsen von Bagan Ayerwaddy.  Sie fuhren mit „Nein,Nein“, ihrem Reisebegleiter, auf staubigen, verkehrsreichen Straßen Mandalays in Fahrrad-Rikschas.

„Wir sind vom nördlichen Bhamo aus mit dem öffentlichen Verkehrsboot unter Hunderten von Burmesen und Reissäcken den Ayerwaddy hinuntergeglitten und haben gestaunt, wie gut ein Curry mit frischem Fisch aus dem Fluss und so einer verdreckten Bordküche schmecken kann.“

Das Buch wirkt vor allem durch die eindrücklichen Aufnahmen von Bettina Flitner. Es sind die sensiblen, magisch-intimen Portraits von Menschen, die sie wahrhaft in Szene setzt. Es zeigt die Bemühung um die reale Begegnung mit dem Menschen. Alltagsszenen, religiöse Zeremonien in Tempeln, stehen neben größeren und kleineren Porträtaufnahmen von oftmals Frauen und Kindern in ihrer traditionellen Sandelholz-Bemalung. Das Resultat: ein poetisch-magischer Bildband von Bettina Flitner mit unterhaltsamen Texten von Alice Schwarzer. Eine Bilder-Reise für alle, die Burma lieben, für jene die davon träumen oder schon in der Reiseplanung stecken.

„Die beste Reisezeit ist November bis Februar“ sagen Sie. Also nix wie hin und in einen Traum von Asien eintauchen und schöne Bilder machen!

Reisen in Burma DuMont Verlag
Alice Schwarzer / Bettina Flitner
160 Seiten, ca. 100 farbige Abbildungen
30×24 cm Hardcover
EUR 34,95 [D]

Fotos: Katrin Moritz

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