tagebook von Heppel & Ettlich

Ginger Redcliff & Rosalie und Wanda

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Wenn sie singt, verzückt und wärmt sie uns, mal ganz zart und dann wieder mit ganzer Kraft. Die Songs von Rosalie und Wanda erzählen Anekdoten über tanzende Apfelbäume, über Wundersames, Verlorenes, oder über die Liebe. Im Titel des Albums spiegelt sich der Hang zur surrealistischen Märchenwelt wider.

GINGER REDCLIFF
Mal trifft die facettenreiche Stimme von Ginger Redcliff auf ein einsames Klavier, mal auf ein großes Orchester. Mal sind die Songs sphärisch und intim instrumentiert, mal opulent und von Filmmusik inspiriert. Der Stil: Pop? Elektro? Klassik? Warum nicht alles? Die Musik von Ginger Redcliff enthält vor allem eines: Seele.
„Wenn ich komponiere, laufen die Geschichten meiner Lieder vor meinem inneren Auge wie in einem Film ab“, erzählt die Sängerin. „Und so entsteht quasi Filmmusik in meinem Kopf.“
So sinfonisch ihre Musik manchmal klingt, so intim sind ihre Konzerte. Egal ob auf großen Festivalbühnen oder bei Auftritten in renommierten Clubs wie den legendären Gibson Studios in London, dem Kaffee Burger in Berlin oder dem Atomic in München. Sogar in der Münchner Philharmonie schafft Ginger Redcliff eine fast innige Atmosphäre und verzaubert.
Die 23-Jährige wurde in London geboren und schreibt bereits seit ihrem 14. Lebensjahr eigene Songs. 2009 brachten sie und ihr musikalischer Mitstreiter Tom Bola ihre erste EP „Me and Mr. Bola“ erfolgreich auf den Markt, im August 2012 erschien ihr erstes Album „Note“. „Tom ist so was wie mein musikalischer Zwilling“, strahlt Ginger. „Wir beide freuen uns immer irrsinnig, wenn wir irgendwelche faszinierenden Geräusche im Alltag entdecken. Da kommt es vor, dass er sagt: Hör mal, wie cool so ein Joghurtbecherdeckel klingt, wenn man ihn abzieht. Das müssen wir irgendwo drunter legen.“
Gingers außergewöhnliche Ausstrahlung blieb auch dem Bayerischen Rundfunk nicht verborgen. Zehn Wochen begleitete ein Kamerateam die junge Songwriterin im Rahmen der „On3 Startrampe“. Die studierte Schauspielerin versucht immer sich in ihre Musik fallen zu lassen und das soll ihren Zuhörern auch so gehen. „Man soll versinken in Klang.“

ROSALIE UND WANDA
„Oh Meister Hora. Schenk uns Zeit, schenk uns Zeit“, singt Rosalie Eberle. Das erste Album „Meister Hora“ von Rosalie und Wanda, welches im Januar 2013 bei ahoi records erschienen ist, handelt vom Gestern, vom Heute und vom Jetzt. Hinter dem Namen „Rosalie und Wanda“ verbirgt sich nicht etwa ein Duo, sondern die Singer-Songwriterin Rosalie Eberle, die momentan zusammen mit Manfred Mildenberger (Schlagzeug und Klavier) und Sascha Biebergeil (Gitarre) musiziert. Ihre Musik hat nichts Dekoratives, sie klingt schön und ist ehrlich und stark zugleich.
Wenn sie singt, verzückt und wärmt sie uns, mal ganz zart und dann wieder mit ganzer Kraft. Ihre Songs erzählen Anekdoten über tanzende Apfelbäume, über Wundersames, Verlorenes, oder über die Liebe. Im Titel des Albums spiegelt sich der Hang zur surrealistischen Märchenwelt wider. Der weise „Meister Hora“ ist der Stundenzähler aus Michael Endes Roman „Momo“. Der Song „Cheshire Cat“ ist ein Abgesang auf die Grinsekatze, eine Figur aus dem Roman „Alice im Wunderland“. Die Songgeschichten werden mit dem Stück „Lulu“ eröffnet. Lulu verdreht den Männern den Kopf und tanzt in roten Stiefeln durch den Raum. Die eigenen Interpretationsmöglichkeiten der Texte bleiben dabei stets immens. Ein weiteres Highlight ist der Titel „Ich wunder‘ mich“, der Momente der Melancholie und des naiven Staunens einfängt: „Ich wunder‘ mich, aber lauf, mein Pferdchen, lauf. Ich wunder‘ mich, ich wunder‘ mich, aber wo, wo woll’n wir hin? Ich wunder‘ mich über Mann und Frau.“ Die Musikstücke auf diesem Erstlingswerk unterstreichen den bisherigen Stil der Songwriterin Rosalie Eberle: Zum einen ist zu hören, dass sie Jazz-Gesang studiert hat und zum anderen, dass sie auch in Kompositionsfragen – für zwei Filme hat sie bereits die Musik geschrieben – weiß, was sie tut. Mit ihren Arrangements aus Gesang, Keyboard, Percussion, Geige und zwei Gitarren geht es bei „Rosalie und Wanda“ immer darum, Gefühle pur und unverfälscht zu zeigen. Die vorhandene Komplexität entfaltet sich beim mehrfachen Hören. Norah Jones, Kurt Weill, Edith Piaf, PJ Harvey – das Album oszilliert zwischen Folk, Country, Chanson und Jazz. Wunderbar zum Träumen, zum Sinnieren, voller Ehrlichkeit und echter Emotion!
Theater Heppel & Ettlich | 27.05 2013 | Beginn 20:00 | Einlass 19:00| Eintritt 10,- / erm. 8,- Euro

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