Kultur, Nach(t)kritik

Der talentierte Ólafur Arnalds – Nachbericht zum Konzert am 21. Mai

olafur klavier

Wie über hunderte Seifenblasen staunten wir über diese Songs aus dem fernen Island. Es gab kein Entrinnen, ein prickelnder Rausch der uns an jede Form von Gefühl erinnerte. In jedem Zuhörer entstand eine eigene Story. Keine romantische, eher eine, die geisterhaft vorbeizieht. Ólafur Arnalds weiß, was er uns antut.

Er wird treu begleitet von drei Geigern, einem Cellisten und einem jungen Mann im bravem britischem Boystyle, wie Olafur sagte, zuständig „for all kind of stuff“ wie Keyboard, Trompete, mit einem sicheren Fingerspitzengefühl für wichtige Einsätze. Die Musiker spielen, ob synchron oder versetzt, ohne Noten und bringen ihre Einsätze selbst, während Ólafur am Piano konzentriert die Fäden in der Hand hält.

musiker
Die beeindruckenden Videoprojektionen passten dabei hervorragend zu den einzelnen Songs und bildeten eine Art Symbiose. Ergreifend, der visuelle Eindruck von Lichttechnik und Videoprojektionen. Wer die Augen schließt verpasst die Show! Ein Hauch von Filmmusik wandert schließlich durch die Halle, während in den Köpfen der Zuhörer eigene Sequenzen ablaufen.
Das Konzert war eine abwechslungsreiche musikalische Reise, melancholisch, elektronisch, laut und auch hart. Eine typische Bandbreite für Ólafur. Gut ist, dass der Hörer die Songs auf jede erdenkliche Art verstehen kann, so wie er es persönlich in diesem Augenblick verstehen möchte. Findet man nicht einen Vogel im Flug auf seinen Platten gedruckt, ein Symbol mit Freigeist? Bravo, Olafur! Eine gelungene Gesamtperformance mit einem intensiven Gefühl für gute Musik in den Adern.

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