Good Luck, Kultur

„Liebeserklärung auf den zweiten Blick“: Die Münchner Autorin Anna Mocikat

Sie beschreibt sich selbst als zielstrebig, neugierig und kreativ. Bereits in ihrer Jugend schrieb die Münchner Autorin Anna Mocikat Novellen und Kurzgeschichten. Seit dem 1. Dezember ist nun endlich ihr Debütroman „MUC“ im Buchhandel erhältlich. Wir haben einen Blick hinter den Roman und auf dessen Autorin geworfen.


München, 2120: Hundert Jahre nach dem großen Sterben, dem beinahe die gesamte Menschheit zum Opfer fiel, ist von dem Wohlstand der Stadt wenig übrig. Zerstörte Häuser, Müll und Dreck in den Straßen und Skelette in der U-Bahn, so präsentiert sich MUC, wie die Stadt mittlerweile heißt, der Kletterkünstlerin Pia. Pia ist auf der Suche – nach ihrem Bruder, der vor Jahren verschollen ist, und nach Antworten. Denn das große Sterben haben nur Rothaarige überlebt, ihre Haare jedoch sind pechschwarz. Aber MUC ist kein Ort des Wissens und der Freiheit mehr, sondern eine gnadenlose Diktatur. Pia muss sich entscheiden, ob sie auf der Seite der Unterdrücker oder der Unterdrückten stehen will.

Anna-Mocikat

Copyright Anna Mocikat

Endzeit. Ein düsteres und ernstes Thema. Nicht so für Anna Mocikat. Für sie ist es bereits seit ihrer Jugend eine interessante und spannende Angelegenheit. 1977 in München geboren, machte sie zunächst eine journalistische Ausbildung. Daraufhin bekam sie ein Stipendium an der renommierten Drehbuchwerkstatt ( Filmhochschule München) und studierte dort. Mehr als zehn Jahre war sie im Filmbusiness unter anderem als Drehbuchautorin und Regisseurin erfolgreich tätig, ehe sie als Gamewriterin für diverse deutsche Videospielhersteller arbeitete.

Da das Thema „Endzeit“ im Bereich Film recht kostspielig ist, legte Anna diese Thematik in ihrer Filmkarriere weitestgehend ad acta. Mit ihrem Debütroman „MUC“ hat sich die Autorin nun einen Jugendtraum erfüllt und ihrer Fantasie und Kreativität freien Lauf gelassen. Inspiriert von den Klassikern über Dystopie und einer dystopischen Zukunft hat sie selbst angefangen, sich Gedanken darüber zu machen und diese in einem spannenden Roman zu Papier gebracht.

Da das Schreiben ihre erste große Liebe war, ermunterte sie ihr Mann, eine Auszeit zu nehmen und sich wieder diesen ersten großen Liebe zu widmen. Selbstkritische Fragen wie „Wird das meinen Lesern gefallen?“, „Ist das gut, was ich schreibe?“ schwirrten Anna immer wieder durch den Kopf, jedoch genoss sie den Prozess des Schreibens, das Ausleben ihrer Kreativität und ihres Traumes.
Als ein sehr visueller Mensch hat sie ihre Story bereits von Anfang an vor dem inneren Auge gesehen: „Ich sehe in meinem Kopf im Grunde einen Film, den ich aufschreibe und die Bilder in Worte zurückübersetze. Deshalb habe ich mich anfangs auch eher im Bereich Film als in der Prosa gesehen.“ Als „Gamerin der ersten Stunde“ hat sie sich gerade im Bereich Action zudem von Videospielen visuell inspirieren lassen. Auf die Frage, wie viel Anna Mocikat in ihrer Romanheldin Pia steckt, antwortet die Schriftstellerin:
„Leider nicht so viel. Wir haben zwar beide schwarze Haare, nur meine sind gefärbt. Pia ist Kletterkünstlerin, ich habe Höhenangst. Natürlich steckt immer ein wenig von einem selbst in jeder Figur drin, nur habe ich mich sehr viel von anderen Menschen inspirieren lassen, die ich gesehen oder getroffen habe. Ich bin immer mit offenen Augen durch die Welt gelaufen und beobachte Menschen sehr gerne, woraus man viel schöpfen kann.“

Ihr Buch nun in den eigenen Händen halten zu dürfen ist ein lang gehegter Traum von Anna Mocikat: „Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, in eine Buchhandlung zu gehen und dort ein Buch liegen zu sehen, das ich geschrieben habe. Seit ich 16 Jahre alt war, habe ich davon geträumt.“

Cover MUC

Wer also Lust auf eine bildgewaltige Sci-Fi Reise der etwas anderen Art durch München und dessen Stadtteile hat, der fährt mit Anna Mocikats „MUC“ genau richtig. „Die Leute sollen Spaß daran haben und das Buch genießen können.“

Obwohl der Roman mit grauem Einband und ernstem Thema sehr dunkel daherkommt, soll es jedoch nicht als „Abrechnung“ mit München wirken, ganz im Gegenteil: „Ich kenne München und liebe diese Stadt sehr. Daher ist es auf keinen Fall eine Abrechnung mit der Stadt, sondern eher eine Ode an sie. Sozusagen eine Liebeserklärung auf den zweiten Blick.“

Ganz exklusiv und in kuschelig intimer Atmosphäre lässt sich das Buch am 15. Dezember im Isarflimmern genießen, wenn Anna Mocikat persönlich daraus lesen wird.

Mucbook meets Isarflimmern – Lesung Anna Mocikat „MUC“
am 15.12.2014
20 Uhr

Mucbook verlost dazu 1×2 Gästelistenplätze für die Lesung von Anna Mocikat über den Facebook-Post oder hier in den Kommentaren.

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