Kultur, Nach(t)kritik

Max Herre und sein Kahedi Radio Orchestra reißen die Musik-Arena ab!

Gloria Grünwald

Gloria Grünwald

Gloria ist ein Münchner Kindl, das leider kein Bayrisch sprechen kann. Hört, macht und schreibt gerne über: Musik.
Gloria Grünwald

„You are so beautiful…..You are so beautiful“ singt Fetsum mit seiner warmen, klangvollen Stimme und Max Herre wirft ein „Und Du, und du, und du, und du, München!“ ein und zeigt dabei auf die Gesichter im Publikum, die mit der Bühnenbeleuchtung um die Wette strahlen. Denn Max Herre hat uns alle tief berührt. Die Leidenschaft zur Musik, mit der die Performance von ihm und seinem Kahedi Radio Orchestra pulsiert, überträgt sich direkt auf die Musik-Arena.

Trotz der verhältnismäßig großen und vollen Halle – das Konzert ist wie auch schon 2014 ausverkauft – schaffen die Künstler eine sehr intime Atmosphäre. Fetsum ist einer von Max Herres Gästen an diesem Abend und darf die Show als kurzer Preact eröffnen. Der Soul- und Funk-Sänger, der übrigens in den 2000ern zunächst als Rapper von sich reden machte, bleibt uns den ganzen Abend erhalten, wird von Max Herre ebenso wie Joy Denalane, Megaloh und Afrob, immer wieder auf die Bühne geladen, für den nächsten Song, die nächste Jamsession. Ein Gefühl von Freiheit hat der Auftritt in dieser Konstellation, mit Max Herre als Herz und Hirn der Kahedi Radio Show, einer Bandbesetzung mit Gitarre, Schlagzeug und Keyboards, daneben aber auch Orchesterinstrumenten wie Bläser, einem Kontrabass, Glockenspiel und natürlich ein DJ-Mischpult, um dem Ganzen den nötigen Hip Hop Touch zu verleihen. Seine Gäste machen die Show einzigartig und vielfältig, zum Beispiel zeigt Powerfrau und Mutter seiner Kinder, Joy Denalane, ihre wundervolle Soulstimme in „Erste Liebe“ oder „Jeder Tag Zuviel“.

Für das MTV Unplugged Feeling wird auf einer Leinwand hinten an der Bühne zwischen Songs immer wieder MTV Moderator Fab 5 Freddy eingeblendet, der wie auch schon bei den Liveaufnahmen 2013 die kommenden Highlights ankündigt. Als er auf englisch laut „A-N-N-A“ ruft, braucht es bei manchen kurz, bis es klick macht. Und dann sind wir auch schon mittendrin, in einem der bekanntesten Songs aus dem Unplugged Album: „immer wenn es regnet, muss ich an dich denken…“

Max Herre reist mit dem Publikum aller Altersklassen zurück ins Jahr 1997, lässt die Hip Hop Truppe Freundeskreis wieder aufleben und schwelgt in den Erinnerungen ihrer bedeutendsten Songs. Aber was wäre der Hip Hop ohne den Einfluss anderer musikalischer Genres wie dem Blues, Jazz, Soul, Funk und Reggae. Ihnen allen wird an diesem Abend Tribut gezollt. Der Sprechgesang von Max Herre und Co. wird mit der Orchesterinstrumentierung auf ein ganz neues Niveau gehoben, wird melodisch, funky, zum Swingen, zum Tanzen und natürlich zum Bouncen. „Alle Hände hoch!“ Als Samy Deluxe als Überraschungsgast auf der Bühne erscheint, ist die sowieso schon aufgeheizte Stimmung am Überkochen. Später dehnt sich die „Zugabe“ in eine weitere Dreiviertelstunde Spielen, Tanzen und Singen aus, und Max Herre und Freunde werden mit ohrenbetäubendem Applaus nur widerwillig in die Nacht entlassen.

 

Fotocredit: Erik Weiss

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