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„Shoot! Shoot! Shoot!“: Sixties-Ikonen zu Gast im Stadtmuseum

Caroline Giles

Caroline Giles

"Likes: Katzenbabies, Leopardenprint und Augustiner.
Dislikes: Spinnen, High Heels und Königsberger Klopse."
Caroline Giles

Die Sixties: es gibt wohl wenige Jahrzehnte, die mit einer so ungeheuren Nostalgie und Sehnsucht behaftet sind. Musikalische, artistische und modische Ikonen hat dieses Jahrzehnt viele vorgebracht, selbst wenn man als „Millenial“ eigentlich nur aus der Ferne schwärmen kann. Das Münchner Stadtmuseum präsentiert nun mit „Shoot! Shoot! Shoot!“ eine Auswahl von Fotografien aus der Schweizer Nicola Erni Collection, die uns geradewegs ins pulsierende Partyleben der New Yorker, Londoner und Pariser Kunstszene der 1960er und 1970er Jahre entführt. Die Kamera richtet sich dabei auf die unangefochtenen Stars aus Kunst, Film und Musik. Ob Andy Warhol, Brigitte Bardot oder die Rolling Stones: fast könnte man meinen man sei selbst mittendrin in der Szeneparty. Also fast. Anyway, the Sixties are back, baby! 

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Rund 200 Porträts und Schnappschüsse künstlerischer, schauspielerischer und musikalischer Berühmtheiten können vom 16. September 2016 bis 15. Januar 2017 bestaunt werden. Dabei werden die Fotografien in fünf Themengebiete gegliedert: die Pop-Artists rund um das berüchtigte „Studio 54“, die Performance-Kunst, die Film- Musik- und Modeszene. Wirklich interessant wird es, wenn man sich die Fotos – und die auf ihnen abgelichteten Celebrities – einmal ganz genau ansieht: wer feiert mit wem? Wo überschneiden sich Kunst, Film und Musik? Wer war „everybody’s darling“? Die Ausstellung wirkt so fast wie eine Collage, ein riesiges Puzzle. Die Einzelteile selbst erzählen zwar ihre eigenen Geschichten, Zusammenhänge erschließen sich erst, wenn man einen Schritt zurücktritt und das große Ganze betrachtet. „Shoot! Shoot! Shoot!“ ist eine liebevolle Hommage an eine Epoche, deren kreative Impulse auch heute noch Wellen schlagen.

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Die Ausstellung thematisiert allerdings nicht nur die Beziehung der Foto-Objekte zueinander, sondern hinterfragt auch die Rolle der Menschen hinter den Kameras. Die Sixties gelten als Geburtsstunde der „Papparazzi-Fotographie“. So entsteht das Spannungsverhältnis zwischen den perfekt in Szene gesetzten Porträts einer Twiggy, und den Schnappschüssen für die Boulevard-Presse, zwischen Inszenierung und Spontaneität. Das Phänomen dieser Distanz und Nähe wird zudem noch auf einer anderen Ebene diskutiert, denn Fotograf*innen wie Diane Arbus, Annie Leibovitz und Robert Mapplethorpe wurden in den 1960er und 1970er selbst zu Stars. Wer profitiert also von wem? „Shoot! Shoot! Shoot!“ ist eine Ausstellung, die Spaß macht, zum Staunen und Schmunzeln einlädt, ein Panorama einer sagen-umwobenen Epoche, die mit viel Liebe zum Detail wieder zum Leben erweckt wird.

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Bilder:
Beitragsbild © David Bailey
2-4: 
© Ron Galella, Ltd

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