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ARACHNE – Licht und Dunkel unserer Gesellschaft

Monika Pfundmeier

Monika Pfundmeier

... süchtig nach Schokolade, nach Kaffee, nach gutem Essen und spannenden Stories.
Ich liebe München und nehme Dich mit auf zu coolen Locations und spannenden Menschen - auch in meinem Blog

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Monika Pfundmeier

Eine Installation von Jan Kuck

ARACHNE leuchtet. In einen Lichtteppich auf 4,6 x 2,5 m hat Jan Kuck seine Motive mit Säure eingearbeitet. Der Titel, der Name ARACHNE scheint vertraut, die Bilder erwecken den Anschein klassischer Muster, das High-Tech-Material ist in ungewohnter Weise verwendet.
Glasfasern. Ein Klick; eine Nachricht geht auf die Reise. Ein Fingertippen und die Distanz zwischen Menschen schmilzt. Die Faserfäden verteilen Daten in der Welt der Bits & Bytes.
Im Hier & Jetzt der Realität weben Menschen Teppiche und Stoffe. Heute: global, wie in Indiens Fabrikmolochen; früher: lokal vor Ort, wie einst in Augsburg.

Augsburg war (ab 1367) Heimat der Familie Fugger. Die Kaufleute handelten mit Stoffen; sie erwarben sich Ansehen, Macht und Geld. Jacob Fugger stiftete von seinem Vermögen anno 1521 eine Siedlung für die Bedürftigen der Stadt: Die Fuggerei.
1996 endet die Textiltradition Augsburgs. Das Vermächtnis für die Gesellschaft bleibt; die Sozialsiedlung ist immer noch bewohnt.
Den Grundriss der Fuggerei spiegelt Jan Kuck in einem der Ornamente. Der Künstler zeigt in einem anderen Dessin den Kontrast:
Die Textilindustrie 2016 kleidet uns günstig. Die Arbeitsbedingungen setzen Konzernchefs – zumeist Männer, zumeist aus dem Westen. Die Sklaven der Moderne schuften – zumeist Frauen, zumeist in Indien. Sie beugen sich, sie halten durch. Sie leiden und tragen das (Über-)Leben ihrer Familien.

In der griechischen Mythologie ist ARACHNE eine stolze Weberstochter. Sie erschuf Stoffe voller Schönheit und forderte im Übermut Athene heraus. Bei einem Wettstreit übertraf Arachne die Göttin. Aus Zorn verwandelte Athene die Weberin in eine Spinne.
Das Kunstwerk ARACHNE ist eine Hommage an die Stärke der Frauen. In dem Werk verwebt Jan Kuck Tradition und Moderne, Profit und Ausbeutung, Faszination und Schönheit in Handwerk und Kunst. Er beleuchtet mit ARACHNE Fragen – über uns, unsere Ethik, in und über unseren Zeitgeist.

ARACHNE Courtesy of Bernheimer Contemporary - Photocredits Jan Kuck

ARACHNE
Courtesy of Bernheimer Contemporary – Photocredits Jan Kuck

Jan Kuck wurde in Hannover geboren. Sein Studium begann er mit Jura und schloss mit Philosophie. In Berlin entschied er zu leben, was er ist: Künstler – trotz Ungewissheiten, Zweifeln und Durststrecken. Seine sympathische Art öffnet ihm Türen. Spätestens seine Installation »I want to be an artist, too« rückte ihn in die Wahrnehmung – auch medial. Während der Biennale 2016 in Venedig war ARACHNE ausgestellt.

In der Pop-Up Ausstellung stARTart by BC, Berlin wird er zusammen mit anderen Künstlern sein Werk in München präsentieren vom 26.10. bis 03.11., Maximilians. 2 A.

Ab 9. November 2016 – 29. Januar 2017 ist ARACHNE im TIM zu sehen – dem Textil- und Industriemuseum in Augsburg. Gemeinsam mit der Kuratorin Elisabetta Bresciani wurde das Ausstellungskonzept umgesetzt. Die Allianz ArtPrivat unterstützt das Projekt ARACHNE. Anderswo&Hier zeigt noch mehr Bilder zu Künstler und Kunst.


In aller Kürze:
Was? Ausstellung
Wann: 09. November 2016 bis 29. Januar 2017
Wo: tim | Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg
Augsburger Kammgarnspinnerei (AKS)
Provinostraße 46
86153 Augsburg


*Photocredits: Courtesy of Bernheimer Contemporary, Photo by Jan Kuck

 

*Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erscheint im tagebook, einer Kategorie, die unsere Partner nutzen können, um neue Ideen und Inspirationen in Blog-Beiträgen vorzustellen.

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