Aktuell, Leben

Wie 2017 zum verdammt noch mal besten Jahr aller Zeiten wird

Julius Zimmer

Julius Zimmer

Mich fasziniert das Absurde im Alltag. Das ist einer der Gründe, warum ich mich in meiner Wahlheimat München so wohl fühle: Hier erwachen Widersprüche zum Leben. "Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Herz auszufüllen. Wir müssen uns den Münchner als einen glücklichen Menschen vorstellen."
Julius Zimmer

Man man man, wie beschissen war denn eigentlich 2016? Zur Veranschaulichung hier mal eben eine Reihe an Schlagwörtern, die einem ins Gedächtnis rufen, was dieses Jahr denn alles so schief gelaufen ist.

Brüssel, Syrienkrieg, Flüchtlingskrise, der sogenannte IS, AfD-Wahlerfolge, Nizza, Trump, Brexit, Erdogan-Wahnsinn, Orlando, Rechtspopulismus, München, Türkei-Putsch, Olympia Doping-Skandal, Bautzen, Aleppo, Rechtsextremismus, Social Media-Hetze, Fake News, Berlin.

„We fucked up. Big time.“

Scheiße, liebe Menschheit. Da haben wir aber mal gehörig ins Klo gelangt. Oder wie der Amerikaner sagt: „We fucked up. Big time.“

Doch eins bleibt uns noch: Die Zuversicht, dass 2017 ein viel besseres Jahr wird. Klar, die hier aufgelisteten Probleme verschwinden nicht einfach. Die Stelle, an der uns der  Zaunpfahl dieses Jahr so oft getroffen hat, tut immer noch verdammt weh.

Doch anstatt in blinde Wut zu verfallen, sich zu beschweren wie hart und unfair das Leben und alle anderen sind, müssen wir uns 2017 endlich alle mal zusammenreißen. Die Realität wird auf unser Gejammer keine Rücksicht nehmen.

Es wird sich rein gar nichts ändern, wenn man sich pausenlos beklagt und empört, während die, über die man sich empört schon lange handeln. Denn jetzt mal Hand aufs Herz: Wenn man sich über eine Sache wirklich aufregen kann, dann ist das die Tatsache, dass es 2016 der rechte Flügel in vielen Teilen der westlichen Welt schaffte, sich zu mobilisieren, während der liberale oder auch linke Teil der Gesellschaft oft in überflüssigen Diskussionen und Phrasendrescherei versank.

Wie machen wir 2017 zu einem besseren Jahr?

Wir sollten uns also eine Frage stellen: Wie machen wir 2017 zu einem besseren Jahr als 2016? Ganz einfach: Das Handy weglegen, die Weihnachtsmusik ausmachen, in den Spiegel schauen und sich fragen: Was kann ich selbst tun, um 2017 zu einem verdammt noch mal besseren Jahr zu machen?

Ich möchte jetzt niemandem mit dem „be the change you wanna see in the world“-Sprichwort langweilen, aber es liegt auf der Hand, dass im kommenden Jahr überall auf der Welt unglaublich wichtige Ereignisse anstehen. Zum Beispiel die Amtseinführung von Donald Trump, die Präsidentschaftswahlen in Frankreich und natürlich die Bundestagswahlen in Deutschland.

Während manche Experten und Journalisten bereits zitternd vor ihren Laptops sitzen und die nächsten großen Krisen herbeischreiben, sollten wir uns endlich für die Dinge engagieren, die uns am Herzen liegen. Manche Leute tun das sogar schon, sie gehen jeden Montag spazieren. Diese Menschen repräsentieren nicht die Werte, für die ich mich einsetzen würde, aber ich bewundere ihre Standhaftigkeit.

Engagiert euch!

Eines liegt also auf der Hand: Die Zeiten in denen so gar nichts aufregendes passiert und das Leben munter vor sich hin plätschert, sind definitiv vorbei. 2017 wird das Jahr, in dem wir gemeinsam für das eintreten müssen, was uns wichtig ist – und dabei ist es gar nicht so wichtig ob man sich in einer Partei engagiert, Obdachlose mit Essen versorgt, Flüchtlingen Deutsch beibringt oder Plastikflaschen an der Isar sammelt.

Es gibt zig Initiativen, die immer Freiwillige suchen und selbst wenn die Rechtspopulisten dieses Jahr einige Erfolge erzielt haben, ist die Zahl der Menschen, die sich für Toleranz, Akzeptanz und einen respektvollen Umgang miteinander einsetzen immer noch viel größer. Sie müssen sich nur auch alle zusammenraufen.

Wenn jeder von uns anfängt, sich 30 Minuten am Tag für etwas einzusetzen, dass ihm oder ihr am Herzen liegt, dann wird 2017 zum verdammt noch mal besten Jahr aller Zeiten. Wir dürfen dieses Engagement nicht den falschen Menschen überlassen, denn es ist ein untrennbarer Teil unserer demokratischen Gesellschaft und ohne diese aktive Anteilnahme sind wir verloren.

Anmerkung der Redaktion: Unser Autor hat eine Liste mit Initiativen aus München zusammengestellt, für dich man sich engagieren kann. Da findet garantiert jeder was. Der Autor selbst will sich 2017 beim Münchner Flüchtlingsrat engagieren und Asylbewerbern helfen, Deutsch zu lernen.


Beitragsbild: oriana.italy, morgan, retna karunia, Sascha Kohlmann via Flickr, CC by SA 2.0, Bearbeitung: Julius Zimmer

No Comments

Post A Comment

Die Start-up Ausgabe

Simple Share Buttons
Simple Share Buttons