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Sono Motors: Die Münchner Startup-Durchstarter im Interview

Anna-Elena Knerich

Anna-Elena Knerich

ist francophil und Europtimistin. Denkt (zu) viel und schreibt deshalb. Am liebsten über Kultur, die Helden des Alltags und das Thema mit dem "Zuhause".
Anna-Elena Knerich

Vor einem knappen Jahr saßen die drei jungen Startup-Gründer von Sono Motors (Laurin Hahn, Jona Christians und Navina Pernsteiner) in unserem Mucbook-Garten und haben über ihr Crowdfunding-Projekt für den SION-Prototypen gesprochen.

Das Ziel war damals, 150.000 Euro zu sammeln:

Nach nur einem Jahr war mehr als das nötige Geld beisammen, der Prototyp gebaut und mit Matthias Willenbacher, Marita Hahnsen und der Böllinger Group große Investoren gefunden. Ende Juli nun haben sie den SION feierlich vorgestellt – und dabei so professionell gewirkt wie damals Steve Jobs bei der Präsentation eines neuen iPhones:

Nach dem ganzen Medienrummel haben wir es nun geschafft, ihnen ein paar Fragen zu stellen. Bitteschön:

Mucbook: Hättet Ihr damit gerechnet, dass die Presse Euer Auto so sehr feiert?

Navina Pernsteiner: Wir waren wirklich überwältigt von der großen Unterstützung aus allen Ecken und Enden. Viel zu verdanken haben wir dabei natürlich der Presse, die nicht unbeteiligt war an unserem großen Erfolg.

Mucbook: Gab es überhaupt kritische oder skeptische Artikel?

Navina Pernsteiner: Sicherlich gab es den ein oder anderen Artikel mit kritischen und berechtigten Fragestellungen, zum Beispiel „Wie wollen die das schaffen“? Was wir uns da vorgenommen haben, ist natürlich eine echte Herausforderung mit vielen Hürden, die es zu bewältigen gilt. Im Moment stehen wir ganz gut im Rennen, nachdem wir innerhalb von einem Jahr unser Versprechen gegenüber der Crowd gehalten haben und Ende Juli einen voll funktionsfähigen Prototypen vorgestellt haben.

Mucbook: Wie reagiert die Autobranche und andere Start-ups auf SION: Könnt Ihr Euch vor Angeboten kaum retten oder werdet Ihr belächelt?

Navina Pernsteiner: Seit dem Release-Event Ende Juli klingelt unser Telefon Sturm. Es gibt viele positive Rückmeldungen aus der ganzen Welt von Menschen, die unsere Vision teilen, um unser Projekt gemeinsam mit uns voranzutreiben. Das wiederum bestärkt uns natürlich ungemein in unserer täglichen Arbeit und bringt uns unserem Ziel jeden Tag ein Stückchen näher.

Mucbook: Wir haben bei Audi und BMW nachgefragt, wie sie dazu stehen, dass ein Start-up innerhalb eines Jahres ein Solar-E-Auto gebaut hat. Hier die Antworten:

Audi: „Da wir dieses Konzept nicht im Detail kennen, werden wir es auch nicht bewerten.“

BMW: „Wir bei BMW freuen uns über jeden Neuzugang im Markt, der der Elektromobilität zum Durchbruch verhilft. Die Details des Sono SION sind uns bislang nicht aus eigener Anschauung bekannt. Wir haben lediglich verfolgt, was die Presse schreibt. Insofern fällt es uns schwer auf dieser Basis eine fundierte Einschätzung beizusteuern. Gerne würden wir aber eine Gelegenheit wahrnehmen, uns auf Basis eigener Anschauung eine Meinung zu bilden“.

Angesichts dieser Antworten: Wie fühlt es sich an, den Autoriesen überlegen zu sein, sie fast schon vorzuführen, weil sie es selbst noch nicht geschafft haben, ein Solarauto zu produzieren?

Navina Pernsteiner: Unsere Intention war und ist es nicht, uns mit BMW, Audi oder Tesla zu messen, sondern die Elektromobilität voranzutreiben. Weil wir persönlich finden, es ist an der Zeit, einen Weg der nachhaltigen, emmissionsfreien Fortbewegung einzuschlagen – eben auf unsere ganze eigene Art und Weise: Indem wir die Sonne in unser Konzept mit integrieren und ihre kostenlose Energie nutzen.Um ganz ehrlich zu sein, sind wir natürlich doch ein bisschen stolz, nach nur so kurzer Zeit im gleichen Atemzug mit den großen Automobilherstellern genannt zu werden 😉

Mucbook: Wie seid Ihr auf Matthias Willenbacher als Sono Motors-Investor gekommen – er galt ja nach seinem Ausscheiden bei der Pionierfirma JUWI gewissermaßen als „verbrannt“ (Kontext)?
Was erhofft Ihr Euch von ihm? Er ist ja durchaus ein Marketing-Experte (siehe: „Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin“) …

Navina Pernsteiner: Mit Matthias Willenbacher, Marita Hahnsen und der Böllinger Group konnten wir ganz besondere Menschen für Sono Motors gewinnen. Vor allem Matthias mit seinem breitgefächerten Wissen und seiner jahrelangen Erfahrung im Bereich der erneuerbaren Energien steht uns immer mit Rat und Tat zur Seite und wir können voll und ganz auf seine Unterstützungen zählen.

Und jetzt? Probefahren in München!

Ab nächster Woche sind die drei mit ihrem Auto in ganz Europa unterwegs und bieten Probefahrten an. Der Startschuss wird kommenden Freitag, 18.8. in München gegeben. Hier könnt ihr euch anmelden für eine fünfminütige Probefahrt im Olympiastadion.

Bleibt zu hoffen, dass sie bei dieser europäischen Roadshow viele Leute begeistern können, denn sie benötigen 5000 Vorbestellungen, damit das Auto in Serienproduktion gehen kann.

Der Sion kostet 16.000 €, exklusive der Batterie. Die kostet aktuell nochmal 4.000 €, kann aber auch gemietet werden.


Beitragsbild: © Sono Motors

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