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Update zu den gelben Fahrrädern: Wie geht es weiter mit oBike?

Sophia Hösi

Sophia Hösi

Obligatorische Redaktionsschwäbin (wir sind überall)
Wahlmünchnerin seit 2013, zu finden irgendwo zwischen Ostbahnhof und Sendlinger Tor, wahrscheinlich an der Isar.
Sophia Hösi

Jetzt ist soweit: sie stehen an jeder Ecke der Stadt. Die Rede ist von den gelben Sharing-Fahrrädern der Firma oBike. Im Laufe der letzten Wochen hat das Unternehmen aus Singapur seine Räder nach und nach über München regnen lassen. Jetzt finden wir uns in Mitten zahlreicher gelber Fahrräder wieder. Aber ist das wirklich so schlimm?

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Die gelbe Gefahr? Ernsthaft?

Verfolgt man die Tageszeitungen, scheint das Auftreten der Fahrräder nahezu apokalyptische Ausmaße angenommen zu haben. Man liest von der „gelben Gefahr“, der Vergleich zu „Straßenratten“ wird gezogen.

Ganz so dramatisch ist es freilich nicht – Leute, es sind bloß Fahrräder!

Trotzdem hat oBike die anfänglichen 300 Räder nun laut Süddeutscher Zeitung auf 7000 aufgestockt. Wer bisher immer noch keines davon gesehen hat, ist wahrscheinlich blind. An jeder Ecke stehen sie, meistens in Grüppchen. Und häufig stehen sie im Weg.

Kompromisse und Lösungen

Jetzt hat sich das Unternehmen nach den großen Beschwerden mit der Stadt München, dem Straßenverkehrsamt und dem Ordnungsamt zusammengetan, um eine Lösung für die bestehenden Probleme zu finden. Aus dieser Zusammenarbeit resultiert nun, dass ein Fahrdienst eingestellt werden soll. Der kümmert sich darum, die ordnungswidrig abgestellten Fahrräder einzusammeln und an geeigneten Stellen wieder aufzustellen. Außerdem soll darauf Acht gegeben werden, dass nirgends mehr größere Gruppen als zehn Fahrräder stehen. Das Unternehmen will sich so also Unterstützung besorgt, um das Fahrradchaos einzudämmen.

Weiter soll bald eine Hotline für Beschwerden und Anmerkungen zu falsch abgestellten Rädern eingerichtet werden.

oBike zeigt sich also kompromissbereit. Ignoriert man einmal die angeprangerten Qualitätsmängel der gelben Fahrräder, handelt es sich bei Bike-Sharing ja auch um eine gute Sache. Der Straßenverkehr wird entlastet, wenn mehr Menschen statt dem Auto auf Fahrräder zurückgreifen. Dadurch entstehen weniger Staus und weniger Abgase verschmutzen unsere Luft.

Bike-Sharing ermöglicht eine größere Flexibilität, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs sein möchte. Welcher Service und welche Qualität erwartet wird, hängt dann letztendlich vom Verbraucher ab.

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Und was macht oBike jetzt mit den Daten?

Die von oBike gesammelten Daten sollen nach eigener Aussage übrigens dazu dienen, den Fahrradverkehr in München zu beurteilen. Die aufgezeichneten Bewegungsprofile sollen darüber Aufschluss geben, wo Fahrradwege ausgebaut werden sollten und welche Stellen besonders gefährlich für Radfahrer sind. Diese Daten sollen nur der Stadt München zugänglich gemacht werden.

Was genau man von dieser Aussage halten soll und welches Bike-Sharing-Unternehmen man unterstützen möchte, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.


Fotos: © Sophia Hösi

1Comment
  • Anne Kenst
    Posted at 11:50h, 13 November

    In der Schöllstraße (grenzt an die Rückseite einer Schule und ein leeres Gewerbegelände!) in Allach z.B. liegen seit Wochen mehr als 10 dieser gelben Räder in der Wiese. Also zu Bewegungsprofil usw. gibt es da sicher keine Daten, außer dass die Betreiber feststellen müssten, wenn sie denn daran interesse hätten, dass diese gelben Teile hier völlig fehl am Platz sind. Ganz egal in welcher Straße man in Allach-Untermenzing schaut, die Räder stehen bzw. liegen einzeln oder in Grüppchen beieinander und das über Wochen. Ich glaube nicht an den edlen Gedanken, der angeblich hinter der „Invasion“ steckt. Für mich ist das einfach nur eine ganz unprofessionelle und schlechte Geschäftemacherei. Wer wird denn die Räder wegräumen, wenn sie nach dem Winter angerostet irgendwo im Dreck liegen? Ich nehme nicht an, dass das dann die Betreiber machen werden. Eher wird das dann schon wieder auf Kosten des Steuerzahlers aufgeräumt. Mir ist auch nicht klar, warum die Stadt so einen Unsinn genehmigt und unterstützt – jetzt unabhängig davon, ob die Räder aus Singapur oder sonst wo her kommen. Einem Wirt, der im Sommer 2 Tische auf den Gehsteig stellen will, werden Schwierigkeiten ohne Ende gemacht und Gebühren aufgebrummt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass für das Abstellen der Räder von der Stadt eine Gebühr erhoben wird.

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