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“Reflect Yourself” – Zeitschriften-Transformationen im Farbenladen

Caroline Giles

Caroline Giles

"Likes: Katzenbabies, Leopardenprint und Augustiner.
Dislikes: Spinnen, High Heels und Königsberger Klopse."
Caroline Giles

Ob Klatsch &Tratsch, Auto & Motor oder Mein Pferd & Ich – das Zeitschriften-Regal im Supermarkt unseres Vertrauens hält wohl für jeden Wissbegierigen das richtige Format parat. Zeitschriften sind fester Bestandteil unserer Gesellschaft, beeinflussen unser Weltbild und spiegeln dieses auf uns zurück. Derzeit erleben sie im Farbenladen jedoch eine ganz gewaltige Transformation. Denn zerschnippelt und neu kombiniert machen sie auch als Skulpturen eine super Figur.

Nachdem seine Werke bereits in Rom und London ausgestellt wurden, könnt ihr nun bis zum 28. Oktober auch hier in München über die Zeitschriften-Skulpturen des Architekten und Künslers Max Boström staunen. Für musikalische Untermalung ist ebenfalls gesorgt – also nix wie hin!

Wir haben mit Max Boström, der seine Skulpturen selbst als “Alltags-Collagen” beschreibt, einige Tage vor der Ausstellungs-Eröffnung kurz gequatscht.


Mucbook: Wie bist Du denn eigentlich auf die Idee gekommen, Skulpturen aus Zeitschriften zu erschaffen?

Max: Ich habe Architektur studiert – und während des Studiums wurde uns da eine Aufgabe zum Thema “Transformation” gestellt, welche wir ganz frei interpretieren konnten. Ein Architekturstudium hat ja sehr viel mit Kunst zu tun, und diese Aufgabe zählte eben als “künstlerischer” Part. Ich habe dann einfach mal angefangen, wie wild verschiedene Zeitschriften mit einem Cutter zu zerschneiden und dann meinen Buddha-Figur (Bild oben) daraus gebastelt. Eben um die Transformation vom Konsum – Zeitschriften wie “Schöner Wohnen” und IKEA-Prospekte – zum Buddha mit seiner Philosophie der Enthaltsamkeit darzustellen. Alles hat also mit dieser einen Skulptur angefangen.

Ich fand es wirklich schön neben meinem Architektur-Studium diese Skulpturen zu erstellen, denn so konnte ich etwas erschaffen, das direkt fertig ist und zu dem ich auch direktes Feedback bekomme. In der Architektur dauert das nämlich doch oft ziemlich lange. (lacht) Das Projekt habe ich vor drei Jahren begonnen, und mache nebenher immer wieder weiter. Und jetzt habe ich eben auch damit angefangen meine Werke auszustellen, was mir echt großen Spaß macht!

Max Boströms „Rolltreppe“

Mucbook: Und in der Zukunft? Bleibst Du da der Architektur treu, oder zieht es Dich doch zum “Künstlerdasein”?

Max: Ach, ich finde beides nach wie vor sehr interessant und gucke einfach mal, wie sich das alles noch entwickelt. Die Architektur ist schon ein sehr schönes Feld, und das eine schließt das andere ja auch nicht aus! (lacht) Architektur und Kunst haben so viel miteinander zu tun und harmonieren gut zusammen. Also: wenn ich mir was wünschen könnte, würde ich echt gerne beide Wege weiter gehen!

Mucbook: Gibt es denn andere Künstler, die dich in Deiner Arbeit besonders inspiriert haben?

Max: Puh, schwierige Frage. Ich kann gar nicht so genau definieren, woher ich meine Inspiration eigentlich nehme. Ich denke, ich lasse mich gerne vom Prozess des Erschaffens selbst inspirieren. Wenn ich beispielsweise mit Zeitschriften arbeite und diese zerschneide, entstehen dadurch ganz neue Bilder und somit auch Inhalte – fast schon wie Collagen. Ansonsten beobachte ich für meine Werke auch gerne den Alltag. Für die Rolltreppe (Bild oben) stammt meine Inspiration aus Rom, wo ich ständig diese riesige Rolltreppe hoch und runter fahren musste, wenn ich mit der Bahn fahren wollte – so kam mir dann die Idee, diese riesige Rolltreppe als Miniatur darzustellen.

Die Ausstellung „Reflect Yourself“ im Farbenladen

Mucbook: Was können Besucher Deiner aktuellen Ausstellung “Reflect Yourself” im Farbenladen erwarten?

Max: “Reflect Yourself”: das soll vor allem bedeuten, dass die Zeitschriften meiner Skulpturen selbst die Gesellschaft widerspiegeln, denn Zeitschriften decken da ja wirklich alle Aspekte ab. Von Fleischwaren, über IKEA bis hin zu Frauenmagazinen. Ich finde immer sehr interessant, wie sehr die Skulpturen bei vorherigen Ausstellungen die Besucher zum verweilen einladen. Die meisten Leute nehmen sich viel Zeit, bleiben lange vor einzelnen Ausstellungsstücken stehen, betrachten diese aus verschiedenen Winkeln und setzten sich so gewissermaßen selbst mit der Thematik auseinander. Mir ist dieses “kontemplative” Element sehr wichtig, denn die Ausstellung soll auf keinen Fall dogmatisch sein – jeder Besucher soll sich sein eigenes Bild machen, seine eigene Interpretation entwickeln.


In aller Kürze:

Was? Wundervolle Zeitschriften-Skulpturen
Wann?  21./22./28. Oktober
Wo? Farbenladen im Feierwerk


Beitragsbild/Fotos: © Max Boström

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