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Good news für alle Eisbachsurfer: Neue Wellen an der Isar geplant

Anna-Elena Knerich

Anna-Elena Knerich

ist francophil und Europtimistin. Denkt (zu) viel und schreibt deshalb. Am liebsten über Kultur, die Helden des Alltags und das Thema mit dem "Zuhause".
Anna-Elena Knerich

Bald ist November. Trotzdem sind einige ganz Hartgesottene noch in Neoprenanzug und mit Board unterm Arm Richtung Eisbach unterwegs. Genau dafür ist München ja weltweit berühmt. Allerdings ist der bekannteste Surfspot der Stadt dadurch (zumindest im Sommer) auch viel zu überfüllt.

Neue Surf-Spots im Stadtgebiet?

Das hat auch die Politik verstanden: „Im Hinblick auf die langen Wartezeiten am Eisbach und der wieder hergestellten Welle an der Floßlände besteht ein großer Bedarf an weiteren Wellen in München“, begründete die SPD-Stadtratsfraktion im Juli ihren Antrag für neue Surf-Wellen.

2018 wird über die genauen Spots entschieden

Seitdem prüft das Baureferat, wo genau diese „surfbare Flusswellen“ entsehen könnten, und hat diese Woche im Stadtrat einen Zwischenbericht dazu vorgestellt: Am wahrscheinlichsten ist eine Welle an der „Wittelsbacher Schwelle“, (direkt unterhalb der Wittelsbacherbrücke), die nach 100 Jahren nun ohnehin saniert werden soll.

Bei Hochwasser hat sich dort schon eine stehende Welle gebildet – ähnlich wie bei der Reichenbachbrücke, die seit den Siebzigerjahren als DER Hotspot für Profisurfer galt, bevor sie 2010 stillgelegt wurde.

Laut einer Machbarkeitsstudie ist dieser Flussabschnitt aber auch bei Mittelwasser zum Surfen und Kanufahren geeignet. Das Baureferat erarbeitet nun die Detailplanungen mit Kostenschätzung. Nächstes Jahr soll dann der Stadtrat darüber entscheiden.

Eisbachwelle, die zweite?

Möglich wäre auch eine zweite Eisbachwelle bei der Isarmündung nahe Oberföhring: Diese werde „vom Unterwasser der Isar beeinflusst, welches jedoch durch den Stau am Oberföhringer Wehr nahezu konstant gehalten wird“, heißt es im Beschluss des Bauausschusses. Allerdings muss darüber der Freistaat Bayern als Eigentümer des Englischen Gartens entscheiden.

Außerdem soll die Welle an der Floßlände so ertüchtigt werden, dass dort nicht nur im Sommer, sondern ganzjährig gesurft werden kann – jedoch bedarf es hierzu noch weiterer Untersuchungen, heißt es in selbigem Beschluss.

„Surfer haben nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, ihren Sport im Stadtgebiet auszuüben“

Die Stadtratspolitiker bemühen sich schon seit längerem, Münchens Ruf als „Surfer-Metropole“ zu stärken, und mit neuen Flusswellen noch mehr Möglichkeiten zum Surfen zu schaffen. Seit der Renaturierung seien die Isarflusslandschaften schließlich attraktiver geworden.

Davon hätten Surfer und Kanufahrer aber nicht wirklich etwas: „Vielmehr haben sie nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, ihren Sport im Stadtgebiet auszuüben“, schrieben die ehemaligen SPD-Stadträte Diana Stachowitz und Nikolaus Gradl in ihrem Antrag von 2008.

Sitting, waiting, wishing – oder eben: Wintersurfing!

Einige Vorschläge für neue Surf-Spots hat das Baureferat allerdings als ungeeignet eingestuft, insbesondere das Flaucherwehr und die Marienklause. Dort würden große Wassermengen „zur Stromerzeugung über den parallel laufenden Werkkanal abgeleitet“ und „was in der Isar übrig bleibt, sei nicht genug, um dauerhaft eine stabile Welle zu erzeugen“, wird Baureferentin Hingerl in der AZ zitiert.

Dennoch prüft die Stadt weiterhin, ob die Marienklause – zumindest für einen begrenzten Zeitraum – zum Surfen geeignet ist.

Bis es in München also endültig eine neue Welle geben wird, wird es zwar noch dauern. Echte Surfer müssen deshalb aber trotzdem nicht zuhause sitzen: Im Winter ist der Andrang auf die Eisbachwelle immerhin nicht so groß.


Bild:  Flickr, Roland Moriz, CC BY 2.0

 

 

 

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