Aktuell, Kunst

Tausende handgemalte Punkte: Skullphone’s Digital Media Painting an der Dachauer Straße

München ist um ein Stück beeindruckende Streetart reicher: Seit einigen Wochen leuchtet es unübersehbar in der Maxvorstadt (Ecke Dachauer/Gabelsberger Str.): Ein „Digital Media Painting“ des US-amerikanischen Künstlers Skullphone, der sich in den letzten 20 Jahren international einen Namen gemacht hat mit seiner Kunst.

Plötzlich Mobiltelefone am Kopf

Angefangen hat für Skullphone alles kurz vor der Jahrtausendwende, als die ersten Mobiltelefone aufkamen. „1998/99 hat er festgestellt, dass im öffentlichen Raum in Los Angeles plötzlich jeder mit so einem riesengroßen Telefon rumläuft,“ erzählt uns Sebastian Pohl, Künstlerischer Leiter des gemeinnützigen Kunstvereins Positive Propaganda – er hat den Künstler nach München geholt.

„Diese Beobachtung war für ihn der Anlass, ein solches Abbild seiner Umgebung zu gestalten. Eine an sich leblose Hülle, die nur noch über ihr Telefon kommuniziert und vor allem funktioniert. So hat Skullphone bereits damals das Stadtbild von Los Angeles mit großformatigen Schablonen und selbstgemachten Siebdurckplakaten überzogen und auf diese Weise versucht, die Folgen dieses zuvor noch nie da gewesenen Phänomens zu hinterfragen.“

Plötzlich digitale Werbung

Dann sind in Los Angeles plötzlich digitale Billboards aufgetaucht, die in einem riesengroßen Format auch mehrere Motive darstellen können. „Sie haben auf einmal das Stadtbild dominiert und geprägt, woraufhin Skullphone die Idee gehabt hat, sie zu hacken“, erzählt Sebastian.

Basierend auf diesem Hack hat sich Skullphone dann überlegt, wie er solche Motive in einem Indoor-Kontext zeigen kann, hat studiert wie diese digitalen Billboards und die RGB-Technik funktionieren. Daraus entstanden seine „Digital Media Paintings“ – Gemälde, die aussehen wie digitale Werbetafeln.

Empfehlung an der Stelle: Die Murals unbedingt mal selber anschauen gehen (und auch mit dem Handy fotografieren). Der Effekt ist beeindruckend!

Digital zu analog

„In der Größe und der damit verbundenen Fernwirkung, wie wir es seit einigen Wochen nun in München haben, gab es das aber noch nie“, sagt Sebastian Pohl. „Es war eine große Herausforderung, einen Ort zu finden, der diese Distanz auch zulässt, du kannst das nicht in einer kleinen Straße machen. Und der Ort muss auch stark frequentiert sein, weil es ja quasi Werbung ist“ (lacht).

Werbung?

Tatsächlich hat Skullphone für seine Gemälde in München die Online-Datenbank von Ströer nach Motiven durchforstet und ist bei Coca-Cola hängen geblieben. „Spannend daran ist, dass es das einzige Produkt auf der Welt ist, das von den ärmsten und den reichsten Menschen der Welt konsumiert wird. Es ist eine Marke, die so universell ist.“

Tausend kleine Punkte

Wie so ein „Digital Media Painting“ entsteht, könnt ihr hier in der Kurzdoku nachverfolgen. Und wie gesagt: am besten schaut ihr sie euch mal selber vor Ort an!

 

Die beeindruckenden Motive gibt es in Kleinformat auch für Zuhause (teilweise schon ausverkauft).

Hier könnt ihr außerdem noch mehr über die Hintergründe erfahren.


Fotos: © Positive Propaganda

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