2. Neue Ringbuslinie & Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs

Die Öffis platzen aus allen Nähten, wegen Bauarbeiten fahren viele U-Bahnen nur unregelmäßig und nicht nur die Pendler sind davon genervt. Im Sommer wird die MVG darum eine neue Ringbuslinie einführen, die die Buslinien 58, 148 und 150 kombiniert und erweitert. Sie erreicht alle U-Bahn-Äste und soll so im Zehn-Minuten-Takt die U-Bahn in der Innenstadt entlasten.

Außerdem will der Stadtrat 5,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs investieren, wie er im Januar bekannt gab: Geplant sind eine neue U-Bahnlinie U9, die Tram-Nordtangente durch den Englischen Garten sowie eine Tram-Westtangente, eine Verlängerung der U4 und U5, ein Ausbau des Streckennetzes im Münchner Norden – und natürlich die zweite Stammstrecke.

3. Universalticket für Münchner Museen und Sehenswürdigkeiten

In vielen touristischen Großstädten der Welt gibt es sie bereits, dieses Jahr soll es endlich auch in München ein Universalticket geben, mit dem man zwei Tage lang die Öffentlichen nutzen und die verschiedensten Münchner Museen besuchen kann. Der „München City Pass“ soll gleichermaßen MVG-Ticket und Eintrittskarte sein – für die Pinakotheken, das Deutsche Museum sowie das Bayerische Nationalmuseum, die Kunsthalle und das Haus der Kunst und alle städtischen Museen. Des Weiteren ist eine „München Card“geplant, mit der es Rabatt für verschiedene kulturelle Einrichtungen geben soll.

4. Neuer Mietpreisspiegel & Nachbesserung der Mietpreisbremse

Auslöser war eine Klage von zwei Münchnern, die für ihre Wohnung 500 Euro mehr als die ortsübliche Miete bezahlten. Nach einem ersten Urteil des Mietgerichts letzten Sommer entschied im Dezember 2017 auch das Landgericht, dass die Münchner Mietpreisbremse unwirksam ist: Die Landesregierung habe versäumt, in ihrer Verordnung zur Mietpreisbremse alle Gemeinden zu nennen, in denen ein angespannter Wohnungsmarkt besteht.

Am 8. Januar hat die Stadt nun eine Interviewrunde für einen neuen Mietpreisspiegel gestartet (wer also angerufen wird: Bitte kurz mitmachen!). Bisher werde der Stadt oft vorgeworfen, sie beschönige die Ergebnisse: “Da die Bestandsmieten von Münchnern, die seit mehr als vier Jahren die gleiche Miete für ihre Wohnung zahlen, nicht in den Mietpreisspiegel miteinfließen, ist es tatsächlich eher ein Mieterhöhungsspiegel, erklärte eine Sprecherin des Sozialreferats auf Nachfrage. Sozialreferentin Dorothee Schiwy fordere deshalb, künftig auch die Bestandsmieten mit reinzunehmen.

Die Mietpreisbremse soll aber auch in anderen Punkten nachgebessert werden. Insbesondere Vermieter und Immobilienmakler seien aufgefordert, Neumietern die Miete ihres Vormieters offenzulegen – diese Aufforderung ist aber leider nicht gesetzlich verankert. Das soll sich künftig ändern, so das Sozialreferat: „Es gibt wirklich noch viel zu viele Ausnahmen.“

5. Fünf Monate Faust-Festival

Fünf Monate lang, vom 23. Februar bis 29. Juli 2018, wird München ganz im Zeichen des berühmten Goethe-Klassikers stehen: Ob Lesung, Kunstausstellung, Gauklerball oder Konzert – kreative Beiträge, die sich mit dem „Faust“-Stoff auseinander setzen, werden auf dem Festival unter die Leute gebracht. Dazu haben sich mittlerweile über 100 Münchner Institutionen aus der Kulturszene sowie aus Gastronomie, Hotellerie und Handel zusammengeschlossen. Zentrum des einzigartigen Festivals ist der Gasteig, weiterer wichtiger Hotspot ist die Kunsthalle. Das reichhaltige Festivalprogramm (derzeit über 500 Termine) findest du hier.

6. Kommunaler Sicherheitsdienst rund um den Hauptbahnhof

Nach schwierigen Diskussionen hat sich der Stadtrat letztes Jahr für einen kommunalen Sicherheitsdienst ausgesprochen – allerdings wird dieser (entgegen einem CSU-Antrag) keine Schusswaffen mit sich führen. Zur Entlastung der Polizei sollen von Juni 2018 an diese Hilfsheriffs in Zweier- oder Vierergruppen Streife gehen: vor allem zwischen Hauptbahnhof und dem Sendlinger Tor, aber auch beim Alten Botanischen Garten, der Feierbanane, dem Nußbaumpark und dem südlichen Bahnhofsviertel. Der umstrittene Sicherheitsdienst soll vor allem nicht erlaubte Bettelei, illegale Prostitution und Vandalismus verhindern – vermutlich wird seine Hauptaufgabe aber in der Kontrolle des Alkoholverbots bestehen.

7. Neue Bürgerbüros zur Entlastung des KVRs

Wie oft haben wir darüber geflucht: den Wahnsinn beim Kreisverwaltungsreferat. Die bisherigen Bürgerbüros platzen aus allen Nähten, die Kapazitäten sind ausgeschöpft. Darum hat das KVR ein neues Standortkonzept entwickelt, das es jedem Münchner ermöglichen soll, in maximal 30 Minten ein Bürgerbüro zu erreichen:

© muenchen.de

Die vier großen Hauptstützpunkte bilden künftig die Zentrale an der Poccistraße, die Bürgerbüros am Ostbahnhof und in Pasing sowie ein neuer Standort am Scheidplatz. Dieser soll laut AZ im Oktober 2018 eröffnet werden. Zudem könnte es drei neue Bürgerbüros geben (vermutlich eines in Neuperlach und eines am Moosacher Bahnhof). Allerdings: Sobald der Ersatzbau am Scheidplatz fertig ist, könnten dafür die Bürgerbüros in der Riesenfeldstraße und in der Leonrodstraße schließen. Ob das aufgeht, werden wir sehen.

8. Neues Kulturzentrum mit Proberäumen: „Trafo 2“ in Neuhausen

Nach mehreren Verzögerungen und einer Anwohnerklage soll Mitte 2018 nun endlich der „Trafo 2“ eröffnet werden: ein Stadtteilkulturzentrum in der Nymphenburger Straße. Die 700 Quadratmeter bieten Raum für sämtliche künstlerische und (inter-)kulturelle Aktivitäten, Geselligkeit, Bildung oder Seminare. Im Erdgeschoss wird es einen multifunktionalen Veranstaltungsraum mit Bistro geben, außerdem soll ein Forum für Amateur- und Profisportler aus dem Viertel entstehen – und eine besonders gute Nachricht für alle Bands: Im Keller soll es Proberäume für Musiker geben!

9. Erweiterung der Fußgängerzone um die Frauenkirche

Sie wurde eröffnet in einer Zeit, in der es noch gar nicht so regen Autoverkehr gab: Anlässlich der Olympischen Spiele 1972 gestaltete Bernhard Winkler die Münchner Fußgängerzone. Nun, über 45 Jahre später, hilft der Architekt bei deren Erneuerung: Zunächst werden die Straßenbeläge saniert und barrierefrei gemacht, dieses Jahr soll der Brunnen neu gestaltet werden. Nach diesen Verschönerungs-Maßnahmen soll die Zone auf die Löwengrube ausgedehnt werden, von 2020 an soll sie sogar bis zur Hartmannstraße erweitert werden – und dadurch ein geschlossener Fußgängerbereich um den ganzen Dom entstehen. Wie in der Sendlinger Straße sollen hier dann auch Blumenschmuck und Stühle zum Ausruhen einladen.

10. Aufwertung des Südparks: Boulderwand und Trimm-dich-Pfade

Während es im West- oder Ostpark schon lange Sport- und Freizeitangebote gibt, ist der Südpark (Sendlinger Wald) bisher recht unattraktiv für Sportler. Das soll sich künftig ändern: Nach zahlreichen Vorschlägen durch Jugendliche und Viertelbewohner, Baufachleute und Landschaftsarchitekten soll der 60 Hektar große Südpark nun aufgewertet werden – ja sogar ein Freizeitparadies werden.

Neben einer großen Kletter- und Spielelandschaft für Kinder sowie einem hergerichteten Bolzplatz und vier Tischtennisplatten könnten schon bald folgende Highlights in den Südpark locken: eine Boulderwand, Rasenschach, eine Seilbahn, eine Boule-Bahn, ein Basketballfeld sowie Slackline-, Parkour- und Trampolin-Anlagen.

11. Entscheidung über neue Surf-Spots in der Stadt

Weil der Andrang auf die Eisbachwelle so groß ist, sehen selbst Politiker Handlungsbedarf: Letzten Juli hat die Stadtrats-SPD einen Antrag auf neue Surf-Spots im Stadtgebiet gestellt. Nach verschiedenenen Machbarkeitsstudien soll dieses Jahr nun über den genauen Ort der neuen Welle entschieden werden. Am wahrscheinlichsten ist eine Welle direkt unterhalb der Wittelsbacherbrücke, an der „Wittelsbacher Schwelle“, die ohnehin saniert werden muss. Möglich wäre aber auch eine zweite Eisbachwelle bei der Isarmündung nahe Oberföhring.

Wir sind sehr gespannt, was davon dieses Jahr tatsächlich realisiert wird. Wir bleiben auf jeden Fall am Ball!