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Ein bisschen Nostalgie, viel Melancholie und eine blaue Katze: Florian Paul in der Milla am 22.5.

Jan Krattiger

Jan Krattiger

Irgendwas mit Medien, Videokameras und Gitarren. Gitarren sind immer gut.
Jan Krattiger

Ein neuer Stern geht auf am Münchner Musikhimmel: Florian Paul und seine Kapelle der letzten Hoffnung feiern den Release ihrer Debüt-EP „Die blaue Katze“ am kommenden Dienstag, 22. Mai in der Milla. Höchste Zeit, den talentierten Jungen mal etwas näher kennenzulernen. Bitteschön:

MUCBOOK: Für alle, die dich und deine Musik noch nicht kennen: Was bekommen wir am 22.5. beim Release-Konzert in der Milla zu sehen und zu hören?

Florian: Zu hören gibt es deutschsprachige Chansons, die sich musikalisch wahrscheinlich irgendwo zwischen Tom Waits, Element of Crime und Hildegard Knef bewegen. Wir sind eine fünfköpfige Band, spielen aber alle mehrere Instrumente. Daher haben wir auch live sehr abwechslungsreiche Arrangements, die von jazzigem Varieté-Orchester, über technoiden Rock bis hin zu flächigen Ambient-Sounds reichen. Es gibt Texte über die Angst vor der Einsamkeit, über Reue, über Eifersucht, über die blaue Katze und den Zirkus der Sehnsucht.

Alles in allem: ein bisschen Nostalgie, ein bisschen Walzer, ein bisschen Punk und viel Melancholie – aber alles irgendwie anders.

Eine kurze Google-Recherche ergibt: Du bewegst dich im Spannungsfeld zwischen Theater, Film und Musik. Was heisst das genau und was machst du, wenn du nicht musizierst mit der „Kapelle der letzten Hoffnung“?

Derzeit studiere ich Filmmusik an der Musikhochschule in München bei Gerd Baumann. Ich mache neben meinen eigenen Projekten viel Film- und Theatermusik in ganz unterschiedlichen Genres. Daher interessiere ich mich vor allem für interdisziplinäre Arbeit mit Partnern aus anderen kreativen Bereichen. Ich habe zum Beispiel vergangenes Jahr ein Orchesterstück für eine Tanztheater-Performance der Bochumer Symphoniker geschrieben und werde diesen Sommer mit einer befreundeten Dramaturgin ein Hörspiel produzieren.

Zwanziger Jahre und 68er sind Stichworte, die mit deiner Musik in Verbindung gebracht werden. Was bedeutet das heute für dich, im Jahr 2018? 

Die Lieder und Chansons der 20er/30er Jahre habe ich schon immer sehr geliebt, und ich denke diese fantastische Musik hat bis heute nichts an Schönheit und Glanz verloren. Das Konzept des Liedermachers, das ja in der linken 68er Bewegung seinen Ursprung hat und Vorreiter für das immer populärer werdende „Singer/Songwriter“-Genre war, also das Konzept: jemand stellt sich auf die Bühne und singt mit einfachen Mitteln ein Lied darüber, was ihn grade beschäftigt oder bewegt, ist beinahe so alt wie die Menschheit und wird sich im Kern nie verändern, denke ich. Auch wenn die Mittel im Jahr 2018 natürlich andere sind als in den 70ern.

Das ist auch eine der Fragen die ich mir mit meinen Songs stelle: wie klingt diese Musik, die ich gerne höre und die mich sehr inspiriert und beeinflusst, im Jahr 2018 – wo man ja noch viele andere, neuere Einflüsse gerade aus der elektronischen Musik mit einbringen kann. Die politischen Ideale und Ziele der 68er dagegen sind heute, nach 50 Jahren, aktueller und nötiger denn je. Man hat dieser Tage (vor allem in Bayern) oft den Eindruck, dass vieles, was damals erkämpft wurde, gerade wieder rückgängig gemacht wird.

Neben Fragen zur Kunst haben wir noch ein paar Fragen zur Stadt, in der du lebst: Worüber fluchst du am häufigsten in München?

Worüber alle fluchen: Dass es so wenige Spätis und Kioske gibt und alles andere viel zu früh zumacht.

 Dein bayrisches Lieblingssprichwort?

I bin do ned auf da Brennsuppn daher gschwomma!

 Das macht dich zum Münchner?

Meine stetig wachsende Vorliebe für Wirtshäuser und Biergärten.

 Weißwurst oder Leberkas?

Leberkas

 Dein Lieblings-Insta-Account?

https://www.instagram.com/p/Bi1DZ2qF3eI/

Was war deine wildeste Partynacht?

Silvester im MMA.

Danke fürs Gespräch, Florian!

Wir verlosen Tickets!

Falls wir dein Interesse geweckt haben, schau drüben bei uns auf Facebook vorbei, denn wir verlosen 2×2 Gästelistenplätze für das Konzert von Florian Paul und seiner Kapelle der letzten Hoffnung am Dienstag, 22. Mai in der Milla!


In aller Kürze:

Was? Florian Paul und die Kapelle der letzten Hoffnung

Wann? Dienstag, 22. Mai, Einlass 19.30, Beginn 20.30

Wo? Milla, Holzstraße 28

Wieviel? VVK 12 €, AK 15 €, Tickets hier


Beitragsbild: © Florian Paul

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