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Münchner Gesichter – #NoPag-Edition: Rosa Kammermeier

Jan Krattiger

Jan Krattiger

Irgendwas mit Medien, Videokameras und Gitarren. Gitarren sind immer gut.
Jan Krattiger

In dieser Sonderserie unserer Reihe „Münchner Gesichter“ zeigen wir dir ab jetzt regelmäßig MünchnerInnen, die sich gegen das neue Polizeiaufgabengesetz (PAG) der bayerischen Staatsregierung zur Wehr setzen. Sie waren ziemlich sicher bei der Großdemo am 10. Mai mit dabei und engagieren sich auch sonst politisch für eine freie und offene Gesellschaft. Wir unterstützen diesen Protest und wollen unseren Teil dazu beitragen, dass er lebendig und sichtbar bleibt.

Heute mit:

Rosa Kammermeier

Warum engagierst du dich für politische/gesellschaftliche Themen (wie das #NoPAG) und warum ist das wichtig? 

Es ist wichtig, weil wir in einer Demokratie leben. Demokratie lebt von der Beteiligung der Bevölkerung an der Politik, Politikverdrossenheit führt zu autoritären Regierungen, und da sollten wir ja schon alle aus der Vergangenheit gelernt haben, dass das nicht gut geht.

Warum sollte mich das interessieren?

Das PAG betrifft uns alle und nimmt Einfluss auf unseren Alltag. Es schränkt unsere Persönlichkeitsrechte immens ein und nimmt uns ein Stück von unserer Freiheit und unserer Privatsphäre. Aber es geht ja nicht mal nur um das PAG, sondern die Art und Weise, wie das PAG durchgesetzt wird. Das ist erschreckend, und sollte uns alle aufmerken lassen.

Obwohl es massive Proteste gab (Die Demo am 10. Mai war die größte Demonstration seit vielen Jahren), ignoriert die CSU dies und setzt ihren tribalistischen Regierungsstil einfach fort. Tatsachen werden verdreht, friedliche Demonstranten werden in die linke autonome Ecke gestellt, und die Notwendigkeit eines Polizeieinsatzes wird mit der Selbstverständlichkeit dieser Einsätze in Fernseh-Filmen begründet. Die Bürger werden erst nach dem Erlassen des Gesetzes (unzureichend) informiert und vor vollendete Tatsachen gestellt.

Hier werden die Weichen für eine autoritäre, undemokratische Politik gestellt, und wenn wir hier nicht genau hier und jetzt laut aufschreien und unseren Unmut zeigen, wann dann?

Wir diskutieren momentan über verschärfte Polizeigesetze, krasse Überwachung und Kruzifixe in öffentlichen Gebäuden, also eine Politik von vorgestern. Was können wir da tun, um das zu ändern? 

Wir müssen wachsam bleiben, interessiert bleiben, uns informieren – die leider relativ geläufige Einstellung „die Politiker da oben machen ja eh was sie wollen“, ist gefährlich. So eine Abkapselung von politischer Teilnahme führt zu geringen Wahlbeteiligungen – wie zum Beispiel in den letzten Wahlen in den USA: 59 Prozent ! – und zu populistischen, extrem positionierten Wahlsiegern … und auch die Regierungsweise der CSU zeigt Parallelen zu Trumps Populismus.

Was wir konkret tun können?  Zuerst mal natürlich im großen Sinne: wählen gehen, sich an Petitionen beteiligen, auf Demonstrationen mitlaufen – aber auch im kleineren Sinne. Mit Freunden, Menschen im eigenen Umfeld, aber auch aus anderen Kreisen diskutieren, den Unmut kund tun, ob das nun mündlich, auf der Strasse, auf Facebook oder Instagram, mit Kunstaktionen oder mit Musik ist – sichtbar bleiben und werden.

Was bedeutet dir Demokratie?  Eine Haltung haben / Protest zu zeigen?

Demokratie heißt, mitzumachen, etwas zu tun, zu widersprechen, wenn etwas nicht richtig abläuft, Haltung zeigen, auf die Straße gehen.

Wo trifft man dich in München, wenn du dich nicht gerade politisch engagierst? 

Ich bin Grafikerin, Illustratorin, Schriftkünstlerin, spiele Bass bei Blue Haze und lege als Rosa Red u.a. mit der Blauen Hand Musik auf.


Beitragsbild: © Sophie Wanninger

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