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PROJEKT EVA: „Man muss nichts Neues konsumieren, um etwas Neues zu besitzen.“

Was machen zwei junge Designerinnen, die gerne nachhaltige Mode produzieren würden, aber noch nicht das nötige Startkapital für einer erste Kollektion besitzen? Sie verbringen ganze Tage auf Flohmärkten und in Second Hand Läden, auf der Suche nach Stoffen, die sie für ihre eigenen Designs weiterverwenden können. Neben hohen Ansprüchen an die Qualität der Kleidungsstücke ist das wichtigste Kriterium, dass sie weiß sind. Das hat seinen Grund: Sie werden später mit Mustern und Patches versehen, die die beiden in nächtelanger Zusammenarbeit entworfen haben. 

Projekt Eva

Seit einem Jahr arbeiten Christl Hammerand und Steffanie Bauer an PROJEKT EVA. Nun können die Früchte ihrer Mühen begutachtet und sogar gekauft werden. Heute Abend ab 18 Uhr werden die 70 einzigartigen Kleidungsstücke im Farbenladen in der Hansastraße 31 ausgestellt. 

Um Früchte geht es auch bei den Designs in PROJEKT EVA. Sie erzählen „die Geschichte einer/jeder starken Frau.“ Zum Beispiel der Frau, die sich gemäß des biblischen Schöpfungsmythos nicht lange bitten lassen musste, von der verbotenen Frucht, dem Apfel, zu kosten. Dieses Motiv wird übernommen und weiterentwickelt. Statt einem Apfel gibt es eine „Lebensenergie spendende Orange.“

Gestalterische Freiheit

Ob bewusst oder unbewusst, PROJEKT EVA erzählt auch die Geschichte der beiden Frauen, die das Projekt umgesetzt haben. Christl und Steffi sind beide Vollzeit in der Modebranche tätig. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, gestalterisch mal wieder völlig frei arbeiten zu können, haben sich die zwei Designerinnen zusammengetan. Statt Freizeit also Ausarbeitung der Motive, Fotoshootings, Besuche in der Siebdruckwerkstatt und ein paar Tränen des Frusts beim Programmieren ihrer Website.

Ganz nach dem Motto: Einfach mal machen. Denn wer den Apfel vom Baum der Erkenntnis nicht probiert, der findet nie heraus, ob er auch schmeckt.

In aller Kürze:

Was? Ausstellung „Projekt Eva“

Wo? Farbenladen | Hansastraße 31, 81373 München

Wann? 14., 15. und 17. Juni 2018 | Vernissage 18:00 – 22:00 Uhr, Fr. 14:00 – 22:00 Uhr, So. 14:00 – 19:00 Uhr

Eintritt frei

Beitragsbild: © Tobias Blickle

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