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MUCBOOK Member on the road – Mit Hey Minga-Touren durch München

Ayla Amschlinger

Ayla Amschlinger

Liest am liebsten während des Frühstücks, nicht selten mit dem ärgerlichen Nebeneffekt, dass der Kaffee dabei kalt wird. Außer in Buchläden und Cafés trifft man sie in Kinos, auf Flohmärkten und in Zügen nach Irgendwo.
Ayla Amschlinger

„Und jetzt kommt die Stelle, wo ich ja immer hoffe, dass die Bremsen halten!“ Vom Weg ist nichts mehr zu sehen, dafür steuern wir direkt auf den Eisbach zu. Die Beifahrerreihe versteht gar nicht, wie ihr geschieht (besser ist es!), da kommen wir mit Ruckeln und Holpern zum Stehen. Vor uns: der Abgrund. Flo von den Hey Minga Touren lacht. „Na dann ist die Kofferraumbar erstmal eröffnet, oder?“

Baby, you can drive my car!

Donnerstagabend, Werksviertel München. Unsere Retro-Herzchen schlagen schneller, als Gerti und Valentin gemächlich um die Ecke tuckern. In der langsam schwindenden Abendsonne glänzen sie nostalgisch tomatenrot und kürbisorange im Gegenlicht. Die Hey Minga-Touren haben zur alternativen Stadttour mit ihren VW-Bullis durch unser Lieblingsmünchen eingeladen und wir eine handvoll MUCBOOK Member eingepackt. Letztes Mal waren wir Sushi essen und im Theater, heute geht’s auf die Straßen Münchens. Zehn Member, zwei Facebook-Gewinner, viermal MUCBOOK-Redaktion, Andi und Flo, Gerti und Valentin.

Um das nochmal zu klären: Andi und Flo sind unsere Guides und professionelle Bulli-Lenker heute Abend, Gerti und Valentin die Bullis. Dass letztere aber mindestens ebenso viel Charakter wie ihre Fahrer haben, wird sich im Laufe der Tour noch herausstellen.

Bevor es ab auf die Sitze geht, stellen uns Andi und Flo das Werksviertel vor – die Heimat der Hey Minga-Touren. Hier kann man Schafherden auf Hochhäusern beim Grasen zuschauen, sich in einem Container die Haare schneiden lassen, irre gutes Essen aus aller Welt verkosten oder einfach den besten Sundowner Münchens mit Großstadtfeeling genießen. Gut, das wussten wir auch irgendwie schon vorher. Machen Stadtführungen doch nur für Touris Sinn, die so gar keine Ahnung über die lokalen Begebenheiten haben?

Hit the road, Jack!

Kein Problem für die Hey Minga_Jungs, die mit echtem Insider-Wissen aufwarten. Und uns zum Beispiel den Aleppo Grill als Geheimtipp empfehlen, der syrische Köstlichkeiten auftischt. Oder so ganz nebenbei erwähnen, dass man Zugang zum Hochhausdach nebst Schafherde eben nur als Lehrer mit Schulklasse erhält – und Flo zufälligerweise auch Realschullehrer ist …

Wir nicken begeistert und kommen bestimmt bald mal zum Essen und Schafestreicheln, aber jetzt wollen wir endlich rein in die Bullis und ab auf die Straße. Denn natürlich steht das Fahrvergnügen heimlich an erster Stelle. Die Münchner Kindl unter uns zücken ihre Notizblöcke, um die Jungs auf Stadtwissen zu checken, die MUCBOOK-Redakteure, um die versprochenen Geheimtipps abzustauben.

Und ein paar Oldtimer-Fans schielen fasziniert auf den Tacho. 

Vom Werksviertel aus starten wir Richtung Haidhausen, auch Franzosenviertel genannt. Gerti vorweg, dicht gefolgt von Valentin, rumpeln wir über das Kopfsteinpflaster der idyllischen Gässchen. Unser erster Stopp ist am Kriechbaumhof, in dem der Deutsche Alpenverein sich niedergelassen hat.

Das wunderschöne Holzhaus war früher Auffangort für zuagroaste Arbeitssuchende und in ganz viele kleine Zimmer und Stockwerke unterteilt. (Jedes Zimmerchen hatte seinen Zugang über eine eigene Außentreppe!)

Shut up and drive

„Mensch, jetzt erzählt der Andi wieder über jeden einzelnen Holzwurm in dem Ding.“ Aus dem Valentin hupt es ordentlich und es wird schon zum Weiterfahren gedrängelt. Flo will uns lieber in seine Hood führen: den Englischen Garten. Wir setzen die Blinker und ähm, ja, stürzen am Ende fast in besagten Eisbach.

Neben all dem Gefahre, Gewitzel und semi-rasanten Überholmanövern („Schau mal, hupt die Feuerwehr wegen uns?“), muss man bei so einer Bulli-Tour nicht nur neue Infos zur Stadt aufnehmen, sondern auch höchst aktiv mithelfen. Als Rückspiegel fungiert die Besatzung der Rückbank („Umdrehen ist doch viel sicherer als alles spiegelverkehrt zu sehen!“), beim Anfahren an der Ampel müssen die Beifahrer die Augen offen halten. Die Mittelreihe darf immer nett zurückwinken (tatsächlich ziehen wir sehr viel Aufmerksamkeit auf uns bei unserer Route durch München).

Und schließlich müssen alle mit anschieben, als wir vom Uferhang des Eisbaches nicht mehr loskommen. Zum Glück gibts Erfrischung aus der Kofferraumbar, Gerti sei Dank!

Queen of the highway

Über zweieinhalb Stunden cruisen wir durch die Maxvorstadt, winken in den Sonnenuntergang auf der Hackerbrücke, streifen das Westend, erkunden das Schlachthofviertel und enden unsere Tour schließlich im schönen Giesing. Ob man nun meint, Münchens Ecken in- und auswendig zu kennen .die Bulli-Touren mit Hey Minga sind eine mega Gaudi.

MUCBOOK Member approved!

Wir haben gelernt:

  • Dass München ganz schön schummelt. Nur wenn man zum Englischen Garten noch Hofgarten und Maximiliansanlagen zählt (das ist auf der anderen Isarseite!), kann München es mit dem Central Park in New York aufnehmen.
  • Dass zwischen Alter Utting und dem Bahnwärter Thiel eine Begrünung der Gleise – à la High Line (nochmal New York) geplant ist.
  • Dass sämtliche unterirdischen Bäche Münchens bald schon ein Revival wie der Westermühlbach erleben könnten. Wenn sich das Stadtklima in den nächsten Jahrzehnten erwärmt, würden die ungeliebten Stadtbäche eine maßgebliche Rolle in der Klimaregulierung und Abkühlung spielen.

 

Was wir euch nicht verraten, aber jetzt auch wissen:

  • Was es mit der tiefergelegten Grasnarbe im Englischen Garten auf sich hat.
  • Warum der Spitzname „Franzosenviertel“ nur bedingt etwas mit der Architektur Haidhausens zu tun hat.
  • Wo es das coolste Urban Gardening-Projekt in München gibt.
  • Welches Restaurant die beste Weißwurst in München hat. 

 

At the car wash

Am Ende ist es stockdunkel und wir sind am Auermühlbach in Giesing in der Mondstraße angelangt. „Wer mag mit uns noch zurück ins Werksviertel fahren?“ fragt Flo. „Ja, also fahrt ihr über den Königsplatz? Hm, oder vielleicht Nymphenburg? Auch nicht? Na egal, dann halt zum Ostbahnhof!“

Keine Ahnung, ob das der schnellste Weg nach Hause ist, wir sind an Bord.


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(Das nächste wird übrigens eine Geschmacksprofil-Weinverkostung mit Pieroth sein.)

Komm zu uns in den Club und hol dir #mehramore für München! 


Vielen Dank an das Hey Minga Touren Team für diesen tollen Abend!

Eine einfache Hey Minga Tour kannst du ab 39.- € pro Person buchen.


Beitragsbild & Fotos: Hey Minga Touren / Ayla Amschlinger

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