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„Mia Ned!“: das sind die Künstler mit Herz hinter dem viralen Video

Carla Borengässer

Carla Borengässer

Seekind, Im Begriff der Auswilderung im Großstadtjungle; inflationäre Verwendung von Semikoli könnte auftreten.
Carla Borengässer

Für ein buntes, ein tolerantes Bayern, für die Vielfalt und vor allem: Gegen den Rechtsruck! Die Künstlerinitiative „Künstler mit Herz“ hat Ende September das Ergebnis eines ganz wunderbaren Projektes präsentiert: Das Lied „Mia ned!“ geht jetzt im Netz viral. Über 360.000 Aufrufe allein auf  YouTube, 30.000 Leute haben das Video geteilt.

Wer steckt denn eigentlich genau dahinter?

Dahinter stecken ganz viele kreative Köpfe wie Roland Hefter, der das Lied komponiert hat, Schauspielerin Johanna Bittenbinder, Kabarettist Harry Helferich, Andreas Weinek, Andreas Wimmer, Andrea Hailer, Kathrin Anna Stahl, Tommy Schwimmer, Mathias Kossmehl und Regisseur Christian Lerch. Diese Münchner hatten eine eigentlich sehr simple Idee: Aufzuklären über das Parteiprogramm der AFD.

Singend streift Hefter durch Münchens Straßen, reißt mit seiner fröhlichen Botschaft die Menschen mit und eine Botschaft wird klar ausgedrückt: „Mia ned!“ 

Unterstützt wurden die „Künstler mit Herz“ von zahlreichen namenhaften SchauspielerInnen und MusikerInnen- tagtäglich findet die Initiative- genau wie im Video!- mehr BefürworterInnen. Das Ziel: Die Wähler und Wählerinnen zu informieren, welche Anschauungen und Forderungen sie mit ihrer Stimme unterstützen, wenn sie bei der Landtagswahl am 14. Oktober Parteien wie die AfD wählen – und dass deren Forderungen gerade keine Alternative für Deutschland sind!

Wir waren beim Videodreh dabei und durften Regisseur Christian Lerch ein paar Fragen zum Projekt stellen.

Mucbook: Hallo Christian! Was sagt ihr denn jetzt zu den Klickzahlen? Hättet ihr so einen durchschlagenden Erfolg erwartet?

Christian Lerch: Es ist natürlich großartig, dass es so durch die Decke geht. Wir haben uns das gewünscht und alles dafür getan- damit hätten wir dennoch nie gerechnet. Wir hoffen einfach, dass es was bewirkt und es hat schon einiges bewirkt!

Foto: Adrian Schätz

Konntet ihr denn außer der unglaublichen Resonanz schon andere Erfolge beobachten?

CL: Ich habe zumindest das Gefühl, dass die AfD langsam aber sicher etwas nervös wird. Es würde mich freuen, wenn das auch an unserem Projekt liegt. Wo die Wähler am Sonntag ihr Kreuzchen machen, weiß ich natürlich nicht.Viele Leute sind durch das Video zum Nachdenken bewegt wurden, das finde ich großartig. Ob man eben eine Partei wählen will, die nicht durch und durch demokratisch ist, sollte man hinterfragen – und dass man überhaupt zum Wählen geht.

„Wui i in am Bayern, wia’s de AfD wui, lebn?“

– So heißt es ja auch im Lied.

CL: Genau! Und diese wahnsinnig positive Kraft ist es auch, die das ganze ausmacht. Wir haben etwas geschaffen, was vorher keiner gemacht hat: wir konnten viele wieder positiv stärken.

Wie bist denn du eigentlich auf das Projekt aufmerksam geworden?

Ich bin gut mit der Johanna Bittenbinder befreundet, die zusammen mit Harry Helfrich diese Idee hatte, einen Zusammenschluss von Menschen aus Kultur und Medien zu bilden, den man dann „Künstler mit Herz“ nennen könnte. Die beiden sind dann auf mich und andere zugekommen nach dem Motto:

„Du, mia ham da a Idee“.

Um ein derartiges Projekt dann in dieser kurzen Zeit auf die Beine zu stellen, braucht es natürlich eine wohlüberlegte Struktur.
Bei einem der vielen Treffen, meinte Roland Hefter:

„I hab da so a Liadl gmacht“.

Beim ersten Anhören wussten wir sofort: Das ist UNSER Lied.

Wie genau habt ihr den Dreh denn in Angriff genommen?

CH: Durch logistische Koordination! Und ohne diese gebündelte Kraft an Profis aus unserem Bereich wäre die Durchführung kaum möglich gewesen. Und durch viel, viel  positive Energie.

Das hat man wirklich auch schon beim Dreh gemerkt!

CH: Ja, bei der letzten Station am Bahnwärter Thiel. Das war super. Alle haben gemeinsam getanzt und gesungen.
Genau diese Lebensfreude wollten wir rüberbringen.

„Bei uns geht es ums Zusammenrücken, und nicht um Rechtsruck!“

 

Und das habt ihr auf jeden Fall geschafft!

Vielen Dank für das Interview und euer Engagement, Christian!

 


Bilder: Carla Borengässer

Foto Adrian Schaetz

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