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Söder verhängt Ausgangsbeschränkungen: was das für Bayern bedeutet

Am heutigen Freitag, 20. März, hat Ministerpräsident Markus Söder in einer Pressekonferenz die Ausgangbeschränkung ab Mitternacht von heute auf Samstag für ganz Bayern verkündet. Das bedeutet noch keine streng durchgesetzte Ausgangssperre, wie in anderen Medien behauptet wird, doch stellt uns vor Einschränkungen im Alltag. Die Beschränkungen gelten vorerst für zwei Wochen.

Um die rasante und exponentielle Ausbreitung des Corona-Virus COVID-19 zu verlangsamen, ist es unverzichtbar, auf Kontakte zu anderen Menschen zu verzichten, wo auch immer es geht. Da das für viele Münchner scheinbar irrelevant war (wir erinnern uns an die Fotos vom vollen Viktualienmarkt und der Isar), erklärte Söder die Ausgangsbeschränkung als notwendiges Mittel zum Schutze aller.

Eine Ausgangsbeschränkung ist noch keine Ausgangssperre. Trotzdem bedeutet sie maßgebliche Einschränkungen im Alltag:

1. Gastronomie: Restaurants, Biergärten und andere gastronomische Betriebe müssen geschlossen bleiben. Alleine Liefer- oder Take-Away-Angebote sind weiterhin erlaubt.

2. Weitere Schließungen: Bislang durften Friseure, Bau- und Gartenmärkte geöffnet bleiben. Ab morgen gilt das nicht mehr.

3. Einschränkungen im Medizinischen Sektor: Während allgemeinärztliche Praxen und Krankenhäuser gerade wichtiger denn je sind, bleiben andere Praxen gerade besser geschlossen. Physiotherapie soll ab sofort nur noch im Notfall angeboten werden. Logopädie- und Ergotherapie-Praxen bleiben fürs Erste geschlossen. In Krankenhäusern und Pflegeheimen gilt ab sofort Besuchsverbot. Ausgenommen davon sind Sterbefälle, Eltern, die ihre Kinder auf Kinderstationen besuchen und Geburten, bei denen beide Elternteile anwesend sein dürfen.

4. Raus gehen: An die frische Luft gehen befürwortet Söder weiterhin. Allerdings soll dies ab sofort nur noch alleine oder höchstens mit der Familie geschehen. Auf keinen Fall sollen unter freiem Himmel Treffen mit mehreren Menschen stattfinden.

5. Weiterhin erlaubt: Trotz alledem darf man weiter in die Arbeit gehen, allerdings werden Arbeitgeber angehalten, ein Arbeiten aus dem Homeoffice – wenn möglich – zu erlauben. Außerdem ist der Gang zum Supermarkt oder anderen Orten, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen, erlaubt. Die Grundversorgung ist nach wie vor gewährleistet.

6. Ausführlichere Informationen zu den Maßnahmen findest du beim Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.

Auch OB Dieter Reiter richtet sich in einer Pressekonferenz an alle Münchner*innen und betont noch einmal die Wichtigkeit der getroffenen Maßnahmen in der aktuellen brisanten Lage. Er betont wiederholt, dass der längere Aufenthalt auf Grünflächen untersagt bleibt und Sportplätze in der Stadt geschlossen bleiben. Auch auf Grillen oder andere Aktivitäten im Innenhof solle man bis auf Weiteres verzichten.


Beitragsbild: © Wikimedia/Michael Lucan

Sophia Hösi

Obligatorische Redaktionsschwäbin (wir sind überall)
Wahlmünchnerin seit 2013, zu finden irgendwo zwischen Ostbahnhof und Sendlinger Tor, wahrscheinlich an der Isar.
Sophia Hösi
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