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Die 10 schlimmsten Silvesterfails der MUCBOOK-Redaktion. Plus einer

Anika Landsteiner

Anika Landsteiner

Autorin und Bloggerin. Man kann mich locken mit Rotwein, Jazz und die drei ???, am liebsten bin ich jedoch barfuß am Strand, irgendwo in fernen Ländern und mit einem Buch in der Hand.
www.anidenkt.de
Anika Landsteiner

Miau, miau, guten Morgen, bleibt bloß liegen, die Miezekatze ist da. Huch, ist doch ein Kater. Und weil’s euch gerade so scheiße geht und euch einfällt, dass ihr vor dem Schlafengehen vergessen habt, die Aspirin mit dem halben Liter Wasser reinzuschütten, habt ihr das jetzt davon. Der erste Tag im neuen Jahr und der ganzen Welt geht es miserabel.

Für ein bisschen Aufmunterung haben wir aus der Redaktion unsere witzigsten, seltsamsten und schlimmsten Silvesterfails of a lifetime (also, bis jetzt) herausgekramt und sie auch noch online gestellt. Mutig ins neue Jahr starten nennt man das. Den Anfang macht Jan und das lasse ich jetzt einfach mal so stehen.

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Jan:

Das erste Mal feierte ich Weihnachten und Silvester außerhalb Europas zwischen 2007 und 2008. Wir waren mit der ganzen Familie in Indien. Es war komisch, weiß-rote Zipfelmützen bei dreißig Grad und strahlender Sonne zu sehen.

Doch die Inder feiern Silvester in manchen Teilen Süd-Indiens mit einer eindrucksvollen Tradition. Sie bauen in den Wochen vor dem Jahreswechsel aus Holz, Stroh und Leinen einen mehrere Meter großen „Englishman“ und zünden diesen in der Silvesternacht an. Wie dieser Brauch entstand, kann man sich gut vorstellen. Der Hass auf die europäischen Besatzer war groß.

Wenn Hunderte Inder laut jubeln, während ein unförmiger Riese mit Zylinder und rotem Waffenrock in Flammen aufgeht, vergisst man das sein Leben nicht. Meine ganze Familie erinnert sich gerne an diesen Höhepunkt unserer Reise. Nur ich nicht. Denn ich verbrachte diese ganz besondere Sylvesternacht in der Fremde auf dem Klo. Geplagt von dem schlimmsten Durchfall meines Lebens. In Süd-Indien sind Sandwiches an Flughafenbistros zwar ein leckerer Snack, wenn man einige Stunden auf seinen Anschlussflug warten muss, aber Mayonnaise verträgt sich nicht gut mit der schwülen Hitze des Subkontinents. Und du bezahlst am Ende (deines Darms) einen hohen Preis.

Und so lehnte ich mit der Wange an der kühlen gekachelten Wand, während mein Körper sich spülte und träumte vom Charmin-Bären und achtlagigem Klopapier. Den brennenden Englishman sah ich dann doch noch kurz. Gegen 2 Uhr schaffte ich es für zwanzig Minuten aus dem Bungalow, bevor Montezuma wieder nach mir rief.

Zwei Jahre später traute ich mich wieder ins Ausland, um in Thailand am Strand von Koh Phangan das Jahr 2010 zu begrüßen. Punkt Zwölf starteten die ersten dicken chinesischen Raketen in den Himmel. Diese Höllengeräte sind etwa einen halben Meter lang und dick wie ein gut trainierter Oberschenkel. Angetrieben von faustgroßen Magnesiumbrocken steigen sie viel höher als unsere Knaller und detonieren in einem bombastischen Feuerwerk.

Doch eine schaffte es nicht und explodierte in ungefähr 5 Metern Höhe über dem Strand, wo ich gerade selig grinsend mit einem kühlen Blonden in der Hand den Countdown beendet hatte. Einer der besagten Magnesiumbrocken vergrub sich in meiner rechten Augenhöhle und warf mich auf den Rücken, so stark war seine Schubkraft. Ich kann bis heute nicht verstehen, wie mein Auge das ausgehalten hat.

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Meine Wimpern waren komplett verbrannt. Ebenso die Haut um das Auge, das Lid und die rechte Seite der Nase. An diesem Abend habe ich gelernt, dass ibuprofen und Alkohol sich nicht vertragen und Sylvesterraketen der schwachsinnigste Scheiß sind, den die Menschen sich je haben einfallen lassen.

Den Rest des Urlaubs ging ich als Pirat.
Von nun an gilt: Warum in die Ferne schweifen, wenn geschlossene Kühlketten und strenge GS Prüfer doch so nah sind.


 

Valerie

„Wir haben vor drei Jahren um drei Uhr morgens hinter der 089bar im Baum unsere halbe Schampus-Flasche versteckt und das trunkene München später in den frühen Morgenstunden damit bespaßt, wie zwei Mädchen auf Highheels durch den Baum kraxeln und sie wieder gesucht haben … in jedem Busch.“

Josy

„Habe eine kleine Rakete aus der Hand abgefeuert und bin am nächsten Morgen mit Brandloch im Handgelenk aufgewacht.“

 

Nina

„Ich bin meinem Exfreund und seiner neuen Feundin betrunken vor die Füße gefallen … schön ins neue Jahr ausgerutscht mit löchriger Strumpfhose und blutigem Knie. Hihi. Das Jahr drauf hab ich verschlafen.“

 

Isabelle

„Beim Bleigießen ein Loch ins Bein gebrannt. Hab ich natürlich erst am nächste Morgen gemerkt. Aber die Interpretation meiner Freunde von den Skulpturen, die ich gegossen hab, haben sich zu 100% erfüllt.“

Anika

„Mein damaliger Freund hat sich, wie das bei Männern so ist, nichts dabei gedacht, seine Exfreundin, die a) sich weiterhin an ihn ranschmiss und b) niemand aus der Clique mochte, zu unserer kleinen Runde in die gemeinsame Wohnung einzuladen. Ohne mich vor dem Türklingeln darüber in Kenntniss zu setzen. Gott sei Dank konnte ich mich auf meinen Freundeskreis verlassen, der die beiden mit Schweigen bestrafte. Die Party war dann auch recht schnell vorbei.“

 

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„Bis zu meinem 15. Geburtstag hat meine ganze Familie mütterlicherseits gemeinsam bei meiner Oma gleichzeitig Silvester und ihren Geburtstag gefeiert. Ich und alle meine Cousinen und Cousins wurden jedes Jahr dazu genötigt, uns extra herauszuputzen (meistens mussten wir die Sachen anziehen, die meine Oma uns ausgesucht und geschenkt hatte) an diesem besonderen Abend. Dann saßen wir immer brav wie die Orgelpfeifen auf dem Sofa und haben – abwechselnd – die deutsche und türkische Neujahrsansprache angeschaut.“

 

Marco

„Silvester ist überall schlimm: Aber mit 15 war das anders! Als ich mit klopfendem herzen auf Mitternacht gewartet habe, um auf der Party (im Tennisheim, oh Gott) meiner damaligen Flamme endlich den lang von mir erträumten Kuss geben zu dürfen. Es wurde dann trotz der großartigen mentalen Vorbereitung doch nur ein austauschbares Neujahrsbussi.“

 

 

 

 

Isabelle, Nr. 2

„Ein anderes Mal an Silvester ist um viertel nach 12 eine sehr wichtige Diskussion über die Qualität verschiedener Bands entbrannt, die eigentlich nur auf einem akustischen Missverständnis beruhte. Alle Beteiligten haben angefangen zu weinen, Türen wurden zugeknallt, und genauso plötzlich haben sich wieder alle verziehen. Das war schön.“

July

„Der Freund meiner damals besten Freundin hat zehn Minuten vor Mitternacht mit ihr Schluss gemacht. War ein tolles Silvester für alle Beteiligten. Nicht.“

Stefanie

„Die magersüchtigen Spießerfreundinnen von meinem damaligen Freund haben Fondue mit Brühe (!) gemacht! Was da los? Entweder Fett oder Käse, aber Brühe?? No Go! Das war tragisch für mich! Selten so fehl am Platz gefühlt.“

 


Fotocredits: Header Screenshot @killerkaro, (2) Steve Rotman via CC2.0-Lizenz, (3) prettyinprint via CC2.0-Lizenz

 

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