Aktuell, Die 10 wirklich besten..., Stadt

Die 10 (wirklich) besten Orte für eine kleine Zeitreise

Natascha Krivenkos

Vintage Liebhaberin, etwas aus der Zeit gefallen, aber dennoch an allem möglichen interessiert. Man findet mich frühmorgens auf Flohmärkten herumstöbern.. oder auch mal spätnachts auf einem Punkrock- oder sonstigem Konzert herumspringen.
Natascha Krivenkos

Wusstest du, dass München bereits 1158 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde? Damals noch als „Munichen“ bezeichnet, kann die Stadt auf eine sehr lange, bewegte Geschichte zurückblicken, die an vielen Orten auch noch heute sicht- und spürbar ist.

Aber nicht nur ganz klassisch in Museen und an historischen Denkmälern kannst du die Geschichte der Stadt erforschen, du kannst sie sogar selber hautnah erleben und in verschiedene Jahrzehnte eintauchen. Wir haben dir hier ein paar besonders spannende Orte für eine kleine Zeitreise zusammengestellt, die zwar nicht alle original aus der Zeit sind, dir aber dafür ein Gefühl für die Lebensbedingungen und Atmosphäre des jeweiligen Jahrzehnts vermitteln.

Also: schnall dich an und los geht’s!

1. Ab ins Mittelalter mit der „Schandgeige“

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Melanie Krug (@mel._.li88) am

Unsere kleine Zeitreise führt dich zu Beginn gaaanz weit zurück zu den Wurzeln Münchens, nämlich ins Mittelalter.

Es existieren zwar noch ein paar Bauten, die an die lang zurückliegende Gründungsgeschichte der Stadt erinnern, unter anderem die Überbleibsel der früheren Stadttore. Wenn du dich aber ganz ins düstere Mittelalter versetzen willst, empfehlen wir dir Speys und Trank im Lokal „Zur Schandgeige“.

Beim Hinabsteigen in die mittelalterlichen Gemäuer müssen sich deine Augen vielleicht erstmal an das schummrige Kerzenlicht gewöhnen. Und auch mit „Holde Maid“ oder „Werter Herr“ angesprochen zu werden, ist zunächst vielleicht etwas ungewohnt. Genau das trägt aber zu der perfekten Illusion bei, sich in einer längst vergangenen Zeit zu befinden. Das Lokal ganz in der Nähe des Hohenzollernplatzes bietet neben dem rustikalen Ambiente auch die dazu passenden Leckereien, unter anderem eine große Auswahl an Met und Fruchtweinen, sowie alles vom Schweinsbraten bis hin zum Flammkuchen. Entgegen der Erwartungen ist hier auch für Vegetarier einiges geboten.

Zur Schandgeige, Elisabethstr. 36, geöffnet Mi – Do: 18.30 – O Uhr ,Fr – Sa: 18.30 – 1 Uhr

2. Die Klassiker mitten in der Stadt: Residenz und Hofgarten

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von 🌏 Awesome Photo Trip® 🌎 (@awesome_phototrip) am

Nach dem Mittelalter kam bekanntlich die Renaissance und auch aus dieser Zeit sind noch einige Gebäude in München erhalten. So zum Beispiel der wunderschöne Hofgarten, in dem es sich im Sommer ganz herrlich an den kleinen Brunnen, im Dianatempel oder direkt vor der Staatskanzlei verweilen lässt, da die Temperaturen dort um einiges angenehmer sind als in der aufgeheizten Stadt.

Gleich nebenan befindet sich praktischerweise die 1385 eröffnete Residenz, ehemaliger Sitz der bayerischen Herzöge, Kurfürsten, Könige und zudem äußerst beliebtes Ziel für Touristen. Aber nicht nur für die, sondern auch für alle Ur- und Neumünchner lohnt sich ein Blick in die altehrwürdigen Gemäuer. So viel geballte Geschichte und imposante Architektur findest du sonst kaum anderswo in München.

Unser Tipp: Besuch die Residenz am besten unter der Woche und außerhalb der Ferienzeiten, um größere Touristenanstürme zu vermeiden. Die riesigen Hallen, dabei vor allem das wunderschöne Antiquarium, sind noch viel eindrucksvoller, wenn du sie fast alleine für dich hast und dich so besser in die Vergangenheit versetzen kannst.

Residenz, Residenzstraße 1, geöffnet von 21. Oktober-März: täglich 10 – 17 Uhr, April-20. Oktober: täglich 9 – 18 Uhr
Hofgarten, Hofgartenstraße 1, täglich geöffnet

3. Das 17. und 18. Jahrhundert hautnah erleben in der Schlossanlage Schleißheim

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Ramona (@_ramona_3008) am

Die Schlossanlage Schleißheim liegt zwar etwas außerhalb, bist du aber erstmal dort angekommen, merkst du schnell dass sich die etwas längere Anfahrt lohnt.
Mit ihrer riesigen Gartenanlage und ganzen drei (!) Schlössern kannst du dort gut und gerne den ganzen Tag Lustwandeln, wechselnde Ausstellungen besuchen und zwischendrin gemütlich Picknicken oder einen Kaffee trinken gehen.

Besonders lohnt es sich, die einmal jährlich stattfindende historische Reiter- und Kutschengala zu besuchen. Dort präsentieren sich historische Darsteller in ihrem schicksten Zwirn, prachtvolle Kutschen rollen minütlich an dir vorbei und du kannst beim ausführlichen Rahmenprogramm unter anderem historischen Reiterturnieren oder einer nachgestellten Jagd inklusive Einsatz von Jagdhunden beiwohnen.

Schlossanlage Schleißheim, Max-Emanuel-Platz 1
Historische Reiter- und Kutschengala, die nächste findet am 01. September 2019 statt


4. 1900 – Abtauchen in den Jugendstil im Müllerschen Volksbad

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von München (@muenchen) am

Im wahrsten Sinne des Wortes in die Geschichte abtauchen kannst du im Müllerschen Volksbad. Der wunderschöne Jugendstilbau, der 1901 eröffnet wurde, war damals das größte und teuerste Schwimmbad der Welt und zugleich das erste öffentliche Hallenbad Münchens.

Es beherbergt heute nicht nur ein Hallenbad, sondern auch eine Saunalandschaft, in der du dich ganz und gar deiner Entspannung hingeben kannst. Der neubarocke Jugendstilbau liegt ganz idyllisch direkt an der Isar, ganz in der Nähe des Deutschen Museums und gleich neben der Muffathalle. Fotografieren ist drinnen leider nicht gestattet, was aber nicht schlimm ist, denn so kannst du die Atmosphäre noch besser aufsaugen und dich ganz in vergangene Zeiten begeben.

Solltest du noch tiefer hinter die Kulissen eintauchen wollen, wird alle zwei Monate auch eine Führung angeboten. Die nächste findet am 26. April statt.

Müllersches Volksbad, Rosenheimer Straße 1, geöffnet täglich 7.30 – 23 Uhr

 

5. Zurück in die goldenen Zwanziger mit dem Künstlerhaus am Lenbachplatz

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Lilly (@lillypowers7) am

Das Haus soll allen Künstlern Münchens ein Sammelplatz sein, ein Mittelpunkt für Frohsinn, Rat und erste Tat“, heißt es in der Urkunde, die bei der Grundsteinlegung des Münchner Künstlerhauses 1893 verlesen und anschließend eingemauert wurde.
Das imposante Gebäude im Neorenaissance-Stil beherbergt neben der „L’Osteria“ und dem darüber liegenden Edelrestaurant „The Grill“ auch noch mehrere historische Veranstaltungs- und Ausstellungsräume, in denen über das Jahr verteilt verschiedenste Veranstaltungen stattfinden.

Besonders beeindruckend ist hierbei die einmal im Jahr stattfindende Flüsterparty. Dabei handelt es sich um eine Zwanziger-Jahre-Party, bei der du dir vorkommst wie auf einer Party von Gatsby höchstpersönlich. Der Name „Flüsterparty“ stammt dabei aus der Zeit der Prohibition, während derer sich die Leute  unter der Hand die Räumlichkeiten illegaler Partys zuflüsterten, bei denen verbotenerweise Alkohol ausgeschenkt wurde.

Die Räumlichkeiten und Atmosphäre des altehrwürdigen Künstlerhauses passen dabei hervorragend zu dem 1920er-Jahre-Thema. Bei der Veranstaltung kannst du dich an einem vielseitigen Programm erfreuen: So kannst du dich im Untergeschoss in einem kleinen Casino bei Roulette, Poker und Co. vergnügen, im schummrigen Tanzsaal nebenan einen Charleston aufs Parkett legen, oder aber du steigst die imposanten Treppenstufen hinauf zum großen Ballsaal. Dieser ist besonders beeindruckend mit seinen stattlichen Kronleuchtern, einer großen Bühne und einer umlaufenden Galerie, von der aus du eine hervorragende Sicht auf das bunte Treiben unten auf der Tanzfläche hast.

Die nächste Flüsterparty  findet am 15. Februar 2020 statt, weitere Infos findest du auch hier

Künstlerhaus, Lenbachplatz 8

6. Absinth-Cocktails und Co. in der Goldenen Bar im Haus der Kunst

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Insa Heegner (@inschka) am

Das „Haus der Kunst“, ein wuchtiger Bau, der damals bei der Eröffnung 1937 noch „Haus der deutschen Kunst“ hieß und von Hitler höchstpersönlich in Auftrag gegeben wurde, hat seine düstere Vergangenheit keinesfalls vergessen. So positioniert sich das Museum heute gezielt gegen die ursprünglichen Ideologien und Haltungen der Erbauer und setzt sich immer wieder kritisch mit seiner Geschichte auseinander.

Neben wechselnden Ausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunst beherbergt das Museum auch eine imposante und wunderschöne Bar, die „Goldene Bar“. Im Sommer und Frühjahr vor allem für die Sundowner auf der großzügigen Terrasse beliebt, liegt das Herzstück der Bar allerdings drinnen im wunderschönen Goldenen Saal, der auch als Namensgeber der Bar fungiert. Diesen ziert rundherum eine überdimensionierte „Mappe“, bestehend aus goldenem Mosaik. Sie zeigt die verschiedenen Herkunftsländer der Weine und Spirituosen die hier ausgeschenkt und zu kunstvollen Cocktails gemixt werden. Die Bandbreite reicht dabei von japanischem Sake bis hin zu tschechischem Absinth. Die bestens ausgebildeten Barkeeper unterstreichen dabei in den eigens für sie designten schwarzen Uniformen den eleganten und gleichzeitig stylischen Charakter der Bar.

Goldene Bar im Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1 , geöffnet Di – Sa 10 – 2 Uhr
So 10 – 20 Uhr, Mo 10 – 18 Uhr

7. Wie bei Oma in der guten Stube – Das Café Jasmin

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Cafe Jasmin (@cafejasmin_munich) am

Wie bei Oma in der guten alten, aber auch recht prunkvollen, Stube kannst du dich im Café Jasmin fühlen! Die Einrichtung, die größtenteils noch original seit der Eröffnung 1955 erhalten ist, verströmt eine einzigartige Nostalgie, die dich direkt in die Wirtschaftswunderjahre nach dem Krieg zurückbeamt.

Eine der Wände ziert eine wunderschöne großformatige Darstellung des Bayreuther Schlosses, die restlichen glänzen golden. An den großen Fenstern sind schwere, kunstvoll geraffte Vorhänge befestigt, die den Blick hinaus in die moderne Außenwelt verschleiern und wunderbar gemütlich ist es auch noch in dieser schnuckeligen Bar. Egal ob du gerade an einem kühlen Drink sippst oder beim sonntäglichen Kaffee- und Kuchentratsch: die mit lindgrünem Samt bezogenen Bänke und Samtsessel laden geradezu dazu ein, darin zu versinken und die Zeit vollkommen zu vergessen.

Café Jasmin, Steinheilstraße 20, geöffnet täglich 10 – 1 Uhr

8. Fühl dich wie bei Mad Men in der Kongressbar

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von kongressbar (@kongressbar_muenchen) am

Wenn du ein Fan der Serie „Mad Men“ bist, wirst du diese Bar, die fast direkt an der Theresienwiese liegt, lieben! Betrittst du das elegante Ambiente und setzt dich an die langezogene Bar auf einen der mit rotem Leder bezogenen Barstühle, würde es dich auch nicht überraschen wenn plötzlich Don Draper hochstpersönlich neben dir sitzt und dir eine Zigarette anbietet. Gut, rauchen ist hier im Gegensatz zu früher natürlich nicht erlaubt. Aber ansonsten stört hier wirklich nichts die perfekte Illusion einer Bar aus den späten 50er Jahren. Sogar die Barkeeper tragen stilecht weiße Hemden und schwarze Hosenträger!

Regelmäßig finden hier auch Veranstaltungen und Partys statt, wie zum Beispiel die inzwischen legendäre Tanzveranstaltung „Hit,Git & Split“, bei der sich die Münchner Hepcat- und Rockabilly-Szene alle zwei Monate zum Tanz zusammenfindet. Freunde von Soul, R&B, Garage und Funk sind bei „Magic Potion“ bestens aufgehoben. Feinstes Vinyl aus den 1960er und 1970er Jahren wird dir dort im zwei-monatigen Rhythmus serviert, wozu sich natürlich ebenso hervorragend das Tanzbein schwingen lässt.

Kongressbar, Theresienhöhe 15, geöffnet Di – Do 18 – 1 Uhr, Fr & Sa 18 – 2 Uhr

9. Night fever, night fever baby im Folks!

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von vmh design (@vmh_design) am

Eine ganze Mischung an verschiedenen Jahrzehnten findest du im Folks! Club direkt am Sendlinger Tor. Wenn du die Treppe heruntersteigst, tauchst du ein in eine Retrowelt mit Dekoelementen aus den 50er, 60er und 70er Jahren.

Genauso vielseitig wie das Interieur ist hier auch das Programm: Besonders empfehlenswert und bisher (leider) noch eine Seltenheit in München sind dabei die D.I.S.C.O-Abende jeden Freitag! Da kannst du dich mal ganz à la John Travolta, Donna Summer und Co. in Schale schmeißen und ab ins Night Fever begeben!

Folks!, Thalkirchner Str. 2, geöffnet Do – Sa & letzter Mi im Monat 22 – 5 Uhr,  bei Konzerten auch schon früher

10. Wie im Hogwarts Express durch die Zeit mit dem Lokalbahnverein

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Bayerischer Localbahn Verein (@localbahnverein) am

Wortwörtlich in der Zeit (ver-)reisen kannst du bei einer der historischen Zugfahrten des Bayerischen Localbahnvereins. Mehrmals im Jahr starten die wunderschönen Sonderzüge von verschiedenen Bahnhöfen in und um München.

Diese bestehen aus fünf liebevoll restaurierten Waggons aus den 1930er Jahren und natürlich DEM Highlight und Zugpferd ganz vorne, einer originalen Dampflok aus dem Jahr 1913. Wenn du dann erstmal in einem der ruckelnden Waggons sitzt, das laute „Tuuut-tuut“ der Lok ertönt und dichter Rauch an dir vorbeizieht, kann schon mal echtes Hogwarts-Feeling aufkommen und der normale Alltag scheint in gaaanz weite Ferne zu rücken.

Die nächsten Fahrten finden an Ostern (21. und 22. April) und Pfingsten (09. und 10. Juni) statt und starten vom Ostbahnhof. Da sich alte Dampflok gerade noch in Restauration befindet, wird sie erst ab voraussichtlihc Pfingsten wieder einsatzbereit sein. Bis dahin übernimmt eine E-Lok aus den 1960er Jahren ihre Rolle.

Alle Termine und weitere Infos findest du hier


Beitragsbild: © Ashley Van Haeften (CC BY 2.0)

No Comments

Post A Comment

Simple Share Buttons
Simple Share Buttons