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Eine vergebene Chance

olympia

… die Münchner von Olympia 2018 zu überzeugen. Vielleicht waren es die gestellten Fragen an das Podium, vielleicht auch dessen Besetzung, vielleicht war es die eigentliche Intention für diesen Abend, jedenfalls wurden diejenigen Zuhörer entäuscht, die der Einladung zur Diskussion am 15. September ins Rathaus mit einer gewissen Erwartung folgten. Titel der Veranstaltung war immerhin „München 2018 – Chancen für die Stadtentwicklung“.

Der Wettbewerb zum olympischen Dorf ist zweifelsohne ein wichtiger Baustein in der Bewerbung. Doch konzentrierte sich die Diskussion nahezu ausschließlich auf dieses Thema. Das ist wenig, zu wenig. Eineinhalb Stunden lang erörterten Architekten, Wissenschaftler, Unternehmer und Olympiaplaner (Namensliste hier) die Anforderungen an den Wettbewerb. Innovativ (meist gebrauchtes Wort an diesem Abend) sollen die Entwürfe sein, selbstverständlich ökologisch und den Olympiapark als Ganzen im Blick haben.

Zugänge, als auch Erlebbarkeit von der Dachauerstraße aus verbessern, wollte man auch. Nur: diese Aufgabe wird schwierig umzusetzen sein. Der Bauherr, die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG Wohnen GmbH bewegt sich in einem eng geschnürten Korsett. Daher brauche man einen langen Atem und müsse sich an schmale finanzielle und rechtliche Spielräume halten, war zu hören, aber man hoffe auf innovative Ideen aus dem Wettbewerb, die auch weitergedacht werden können.

Darauf hoffen wir auch. Denn erfahren haben wir sie an diesem Abend nicht. Als dem Auditorium schließlich das Wort erteilt wurde, kam eine rechte Diskussion nicht in Gang. Angesichts der wenig ergiebigen Podiumsbeiträge zum eigentlichen Thema, meldete sich kaum einer zu Wort. Als dann dankenswerterweise ein junger Zuhörer die zentrale Frage des Abends stellte, ob denn im Rahmen der Planungen für Olympia 2018 über gesamtstädtische Verkehrs- und Mobilitätskonzepte nachgedacht würde, die modernen städtischen Lebensstilen entsprächen, war zu hören, dass man innerhalb der ohnehin laufenden Fortschreibung des Verkehrskonzeptes diese Fragen im Blick habe und sie ständig weiter denke.

Wozu brauchen wir die Olympischen Spiele, wenn durch sie keine Impulse für eine zukunftsweisende Stadtentwicklung gesetzt werden? Den Olympiapark durchlässiger machen, die dortige Grünvernetzung verbessern, innovativen Wohnungsbau gestalten, das sind Aufgaben der Stadtentwicklungsplanung die unter Tagesgeschäft zu führen sind. Es sind zweifelsohne knifflige Aufgaben, aber Olympia ist dafür nicht nötig. Daher fragen sich selbst bislang erklärte Befürworter der Bewerbung:  Wo ist der Nutzen, den Olympia 2018 gesamtstädtisch bringen wird?

Foto: Lukáš Hron/Wikipedia/GNU FDL

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