Leben

Flüssige Innovationen: Die Gastromesse Eingeschenkt

Sarah Weiß

Unter dem Motto „Innovation trifft Tradition“ versammelten sich ungefähr 40 Aussteller auf der Gastromesse Eingeschenkt. Neben bereits etablierten Unternehmen wie Red Bull oder Nesspresso, stellten auch junge bis jüngere Hasen ihre Produkte im Neurauman an der Hackerbrücke vor.

eizbachKLEIN

Erst im Vorigen Dezember haben die fünf Jungs von Eizbach die ersten Flaschen abgefüllt. Mittlerweile ist die durchsichtige Cryztal Cola in ungefähr 50 Gastronomiebetrieben zu haben – und irritiert viele Gäste. „Die schauen nicht schlecht, wenn sie einen Cuba bestellen und der nicht die erwartete dunkle Farbe hat“, sagt Mitbegründer Manuel Schulz. Dabei sei das mit der braunen Cola wie mit Santa Claus: „Coca Cola hat’s erfunden und die Leute haben das als Standard akzeptiert.“ Dabei habe die Coca Cola eine große Menge Farbstoffe, die in der klaren Cryztal Cola fehlen.

 

Auch das Skiwater des Niederländers Jitse Rupp ist noch ganz neu auf dem Markt. Das Skiwasser wird aus dem Saft von Bio-Himbeeren in Österreich hergestellt. Die Rezeptur gibt es bereits seit 1922, Jitse hat sie wieder neu aufgegriffen. „Was man jetzt auf der Piste bekommt, ist nur aufbereitetes Sirup. Hier drin ist echter Saft.“ Deshalb enthalte das Getränk auch nur knappe 5 Kolehydrate, statt der sonst für diese Größe üblichen 11. „Man könnte es als Light-Getränk bezeichnen, aber wenn ich das draufschreibe, denken die Leute wieder an chemischen Zuckerzusatz und der ist im Skiwater nicht drin“, stellt Jitse klar – und sieht seinen Absatzmarkt nicht nur in den Bergen. „Ich habe da dieses Werbebild im Kopf vom Berliner Hipster, der tätowiert mit Vollbart an der Spree liegt, eine Skibrille auf dem Kopf und ein Skiwater in der Hand.“ Es gehe um das Lebensgefühl, dass er in die Flasche verpacken möchte, „das Aprèsskigefühl für überall.“

skiwaterKLEIN

Frisch aus dem Schwabenländle kommen Südkola und Zitronenstolz vom Südkola Limonadenwerk daher. Eigentlich wollten Timo, Tobias und Armin zuerst ein Sportgetränk entwickeln, dann haben sie sich aber 2007 für eine zuckerarme Variante der Kola und eine Bio-Zitronen-Limo entschieden. Die ist naturtrüb und zu 100 Prozent ökologisch hergestellt. „Zischt immer“, verspricht der Werbeslogan.

47 verschiedene Kräutern sind im Gin Monkey 47 enthalten, dadurch erhält er 47 Umdrehungen und ist für den Barkeeper Arpad Nikhazi eine „sehr dankbare Spirituose. Man kann sich mit Gin auch gesund trinken.“ Das liege an den reichhaltigen Inhaltsstoffen. Ganz der Gesundheit gewidmet, sieht die Flasche des Monkeys aus wie ein klassischer Hustensaft, der Messestand ist mit Kräutern und Mörsern dekoriert. Aber Arpad muss auch eine Warnung aussprechen: „Ich habe beobachtet, dass Leute von Gin sehr emotional werden – sowohl positiv, also auch negativ.“

monkey47 Bild2 KLEIN

Wer dieses Risiko nicht eingehen will und Gesundes ohne Alkohol trinken möchte, ist bei Paul Löhndorf von Proviant gut aufgehoben. Seine Smoothies bestehen zu 100 Prozent aus Bio-Früchten und werden in Berliun hergestellt. „Angefangen haben wir zu dritt auf 20 Quadratmetern in einem Kreuzberger Hinterhof“, erzählt Paul. Der gelernte Sport- und Fitnesskaufmann hat sich mit einem Koch und einem Sozialarbeiter zusammengetan und händisch angefangen Obst zu pressen. Mittlerweile gibt es ihr Unternehmen Proviant seit fünf Jahren und sie mussten jedes Jahr einmal umziehen, um sich der Nachfrage entsprechend vergrößern zu können. Darauf ist Paul stolz. „Wir arbeiten jetzt zu zwanzigst auf 1500 Quadratmetern, beliefern verschiedene Gastronomiebetriebe und eine große Biokette hat uns auch im Programm.“

 

Fotocredits: Alissa Münch

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