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Handel in Wandel: Was ändert sich im Bahnhofsviertel? Diskutier mit beim ersten QuartierLab

MUNICH NEXT LEVEL

Wie können wir die Veränderungen im Münchner Bahnhofsviertel so hinbekommen, dass alle etwas davon haben? Wie können wir Mobilität, öffentlichen Raum, Wohnen und Arbeiten aber auch den Handel so organisieren, dass das Viertel lebenswerter, grüner und nachhaltiger wird? Um diese Fragen mit Stadtpionier*innen, interessierten Bürger*innen und der Nachbarschaft zu diskutieren, gründet MUCBOOK mit MUNICH NEXT LEVEL eine Plattform für Stadtverbesserung. Diskutiere mit und bringe dich mit deinen Ideen ein, beim ersten QuartiersLab in der FRANZI – der neuen Zwischennutzungslocation von MUCBOOK CLUBHAUS

Blinkende Lichter, rollende Koffer, emporragende Hotels, arabische Imbissgaststätten, Tourist*innen und Straßenszene sowie jede Menge Taxis. Münchens Bahnhofsviertel fällt nicht nur auf den ersten Blick etwas aus dem Stadtraster. Vielleicht nirgendwo sonst fühlt es sich in München so großstädtisch an, vielleicht nirgendwo sonst in der Stadt spürt man auch diesen gewissen Hauch des Verruchten. Zumindest abends. Tagsüber herrscht geschäftiges Treiben auf den Straßen und Menschen sprechen, gestikulieren und wuseln in allen möglichen Sprachen und Formen durch das Bild. Manche Münchner*innen verlaufen sich wohl niemals freiwillig in das südliche Bahnhofsviertel – andere schätzen das multikulturelle und diverse Straßenbild dieses Mikrokosmos. Sie finden hier vielleicht persönliche Safe Spaces, wo sie sich nicht verstellen müssen und in Landessprache sprechen können.

Zwischen Kebap und Co-Working-Space: Ein Viertel im Wandel

Das Viertel steht nicht gerade im Ruf, eine Luxusmeile zu sein. Gastro, soziale Einrichtungen, alteingesessener Einzelhandel, Geschäfte für den alltäglichen Bedarf und – auch – Rotlicht bestimmen die Straßenzüge. Doch aufgrund der zentralen Lage gerät das Bahnhofsviertel in den Sog der Gentrifizierung. Durch Investitionen, Sanierungen und Bauprojekte ist ein umfassender Prozess des Wandels längst eingeläutet. Neue Hotels, Büros und Wohnraum werden am Ende dieser Projekte entstehen. Zum Beispiel das riesige „Elementum“-Projekt, das direkt südlich gegenüber vom Hauptbahnhof auf 55.000 Quadratmetern Büroflächen schaffen soll. (Mit Mitarbeitenden, die mittags wohl auch mal hungrig sein werden.). Oder der spektakuläre Neubau des Bahnhofs an sich.

Dieser Wandel – der Urbanität immer auch mit definiert – wird neue Menschen in das Quartier locken. Gleichzeitig müssen sich die Menschen vor Ort – die Imbissbetreiber*innen, die Geschäfteinhaber*innen, die Passant*innen und Ansässigen – zu diesem Wandel positionieren und verhalten. Der Charme des Viertels, wie er von manchen als solcher erkannt wird, ist also in Gefahr. Wer bleibt und wer kommt? – das ist kurz gesagt eine der Fragen der Zukunft.

Fernab von Milieuschutz sind aber auch allgemein anerkannte Probleme im Viertel zu identifizieren: Müll, Kriminalität, Abgase, Alkoholmissbrauch und Betonwüsten sind keine Seltenheit. Begrünung, Bäume und unkommerzielle Aufenthaltsflächen sucht man wiederum eher vergebens – ein Umstand, den zum Beispiel das Freiraum-Parklet-Projekt vor kurzem verdeutlichte.

Wie kann man die Zukunft gestalten? – Komm zum QuartierLab am 27.09. und rede mit

Bei alledem stellen wir von MUCBOOK uns als Stadtmagazin die Frage, wie man dem eben skizzierten Wandel aktiv begegnen kann. In insgesamt fünf QuartierLabs wollen wir deshalb gemeinsam mit motivierten Stadtmacher*innen und Leuten aus dem Viertel Ideen für die Zukunft entwickeln. Die Vision unserer QuartierLabs ist geboren!

Hier sind alle QuartierLab-Termine auf Eventbrite:

HANDEL IM WANDEL – am 27.09.

MOBILITÄTSWENDE – am 25.10.

NEUES WOHNEN & ARBEITEN – am 29.11.

KLIMASCHUTZ & ENERGIEWENDE – am 18.01.

FREIRAUM & ÖFFENTLICHER RAUM – am 15.02.

Wir wünschen uns eine nachhaltige, zukunftsfähige und lebenswerte Stadt. Dafür brauchen wir eure Ideen, eure Erfahrungen und euer Wissen. Dafür wollen wir kreative Köpfe aus verschiedenen Disziplinen und Zusammenhängen sowie Locals an einen Ort zusammen bringen.

Im ersten von insgesamt fünf QuartierLabs widmen wir uns am 27. September in unserer Zwischennutzung FRANZI in der Schwanthalerstraße dem Thema „Handel im Wandel“. Globale Trends wie E-Commerce, Digitalisierung und Lieferdienste sind Herausforderungen für den ansässigen Einzelhandel und die Gastro. Sie verheißen aber auch neue Möglichkeiten. Ohne belebte Erdgeschosse herrscht Einöde in unseren Vierteln, ohne individuellen Charme werden Straßen austauschbar. Das ist größtenteils Common Sense. Daneben stellt uns auch der Klimawandel aber vor eigene ökologische Herausforderungen.

Gemeinsam möchten wir möglichst konkrete und realisierbare Lösungen für ein zukunftsfähiges Quartier entwickeln. Mach mit! Die Teilnahme ist kostenlos.


In aller Kürze:

Was? QuartierLab Bahnhofsviertel – HANDEL IM WANDEL – Eintritt frei!

Wann? 27. September – 16 bis 20 Uhr

Wo? FRANZI – Schwanthalerstraße 57, 80336 München

Wir danken den Ermöglichern: Bezirksausschuss BA2 , CONCRETE, ehret+klein, WÖHR + BAUER


Kennt ihr motivierte Stadtmacher*innen oder jemanden, der ein Gewerbe im Bahnhofsviertel hat und unbedingt am 27.09. mit dabei sein sollte? Tragt unsere Einladung gerne weiter.

Mehr zur gesamten QuartierLab Reihe von MUNICH NEXT LEVEL und alle Anmeldedaten findest du hier auf Eventbrite.

Hast du Fragen zur kommenden Veranstaltung „Handel im Wandel“ oder zum QuartierLab allgemein? Dann schreib uns unter munichnextlevel@mucbook.de.

Was ist Munich Next Level?

MUNICH NEXT LEVEL ist Plattform und Netzwerk für Stadtpionier*innen und Stadtmacher*innen aus Kultur, Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die inspirieren, machen und sich vernetzen wollen – initiiert vom Münchner Stadtmagazin MUCBOOK und seinem Herausgeber Marco Eisenack.

Warum machen wir das?

Städte müssen sich radikal verändern, wenn wir die Herausforderungen dieser Zeit meistern wollen. Um das nötige Tempo für konkrete Lösungsansätze auf die Straße zu bringen, brauchen wir einen gemeinsamen Austausch der kreativsten Köpfe über Branchen und Disziplinen hinaus. Einen Anfang machen wir in unserem QuartierLab.


Beitragsbild: © Ramon Brussog

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